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Seit 15 Jahren arbeiten Hannelore Obis-Winkler (l.) und Martina Hellmich als Tagesmütter unter dem Dach der Nachbarschaftshilfe Garching. Nun hat der Verein die Zusammenarbeit mit den beiden sowie einer weiteren Tagesmutter gekündigt.

Nach 15 Jahren gekündigt

Garchinger Nachbarschaftshilfe verstößt Tagesmütter: „Ich bin aus allen Wolken gefallen“

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Die Nachbarschaftshilfe Garching hat die Zusammenarbeit mit drei ihrer Tagesmütter gekündigt. Das sorgt für Ärger bei den betroffenen Frauen – und für Verunsicherung bei einigen Eltern.

Garching – Najiba Sharif-Aziz hat eine dreijährige Tochter, die seit gut einem Jahr von Hannelore Obis-Winkler betreut wird – eine von zehn freiberuflichen Tagesmüttern unter dem Dach der Garchinger Nachbarschaftshilfe. Mit der Betreuung sei sie sehr zufrieden, betont Najiba Sharif-Aziz. Umso erstaunter war sie, als Ende November ein Brief ins Haus flatterte. Darin teilte die Nachbarschaftshilfe mit, dass sie ihre Zusammenarbeit mit Obis-Winkler zum 31. Januar beenden werde.

„Ich bin aus allen Wolken gefallen“, erzählt Najiba Sharif-Aziz. „Und ich habe mir natürlich Sorgen gemacht, wie es mit der Betreuung meiner Tochter weitergeht.“ Schließlich will die Mutter demnächst in ihren Beruf zurückkehren, eine Zusage für einen Kindergartenplatz hat sie aber noch nicht. Und so sollte ihre dreijährige Tochter bis auf Weiteres eigentlich in der Obhut von Hannelore Obis-Winkler bleiben. Ob es dazu kommt? Das ist noch offen.

Das steht im Kündigungsbrief

Dazu muss man wissen: Die Kindertagespflege ist im Landkreis beim Kreisjugendamt angesiedelt; in Garching aber ist hier noch die Nachbarschaftshilfe zwischengeschaltet. Sie tritt als Vermittlerin zwischen Eltern und ihren zehn Tagesmüttern auf; überdies kümmert sich der gemeinnützige Verein um die Abstimmung mit dem Jugendamt. Derweil arbeiten die einzelnen Tagesmütter freiberuflich; ihre Zusammenarbeit mit der Nachbarschaftshilfe ist über eine sogenannte Vermittlungsvereinbarung geregelt.

Genau diese hat der Verein nun im Fall von drei Tagesmüttern gekündigt. „Die Entscheidung, getrennte Wege zu gehen, ist keinesfalls in der Betreuungsleistung der Tagesmutter begründet“, heißt es in dem Schreiben an die Eltern. Derweil steht im Kündigungsbrief an die drei Tagesmütter: „Bei einigen wenigen Teammitgliedern vermissen wir einen angemessenen respektvollen Umgang, explizit auch der Nachbarschaftshilfe und ihren Mitarbeitern gegenüber. Auch scheint die Loyalität gegenüber dem Projekt Tagesmütter nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet zu sein.“

Krisentreffen mit Mediatorin

Martina Hellmich, die wie Obis-Winkler zu den gekündigten Tagesmüttern gehört, kann diese „inhaltsleere Begründung“ nicht nachvollziehen. Ja, es habe Differenzen gegeben, etwa was Urlaubsansprüche oder die Vermittlung von Kindern betreffe, sagt die Garchingerin, die wie ihre Kollegin seit 15 Jahren mit der Nachbarschaftshilfe zusammenarbeitet. Anfang November habe es ein Teamtreffen der Tagesmütter mit Geschäftsführung und Ressortleitung gegeben – unter Begleitung einer Mediatorin. Dort habe zwar „ein heftiger Ton geherrscht“, sagt Obis-Winkler. Doch weder sie noch Hellmich hätten danach mit einer Kündigung gerechnet – bis sie selbige drei Wochen später ohne ein weiteres Gespräch erhielten.

„Uns ist klar, dass einige Eltern durch unser Schreiben etwas verunsichert waren“, sagt Maria Esterlechner, Geschäftsführerin der Nachbarschaftshilfe. „Aber wir haben umgehend den Kontakt zu den Eltern gesucht, das war uns wichtig.“ Zu den Gründen für die Trennung von den Tagesmüttern dürfe sie aus Verschwiegenheitspflichten nichts sagen. Nur so viel: „Es gibt eine längere Vorgeschichte, und wir haben Bemühungen angestellt, die Zusammenarbeit zu verbessern – leider vergeblich. Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht.“

Die drei Frauen können allein weitermachen

Den drei Frauen steht nun frei, ob sie ab Februar als Tagesmutter weitermachen – dann nicht mehr unter dem Dach der Nachbarschaftshilfe, sondern unter direkter Betreuung des Jugendamts. Ob sie dies tun werden, lassen Hannelore Obis-Winkler und Martina Hellmich offen. Sollte eine der Frauen aufhören, werde aber kein Kind auf der Straße stehen, versichert Maria Esterlechner von der Nachbarschaftshilfe. „Wir haben freie Kapazitäten und werden den Eltern – falls nötig – Ersatzbetreuungen anbieten.“

Najiba Sharif-Aziz kann das nicht besänftigen. Sie kritisiert das Vorgehen der Nachbarschaftshilfe: „Wieso kündigt man guten Leuten, nur weil es Unstimmigkeiten im Team gegeben hat? Das ist doch Kindergarten! Das gibt es fast in jedem Job.“ Derweil teilt das Landratsamt mit, dass die drei Frauen nach der Kündigung der Vermittlungsvereinbarung ganz normal als freiberufliche Tagesmütter weiter arbeiten können, da sie alle ja im Besitz einer gültigen Pflegeerlaubnis seien.

Wird es teurer für die Eltern?

Für die Eltern der von ihnen betreuten Kinder könnte die Angelegenheit aber auch in diesem Fall Folgen haben – nämlich finanzieller Natur. Denn da die Nachbarschaftshilfe von der Stadt Garching finanziell unterstützt wird, kann diese allen voran einen Geschwisterrabatt für Familien mit mehreren Kindern anbieten. Sollten die Tagesmütter auf eigene Faust arbeiten, bekämen sie erst mal kein Geld von der Kommune. Zwar wären sie prinzipiell frei, was die Höhe ihrer Gebühren angeht. Doch würden sie sich an den Empfehlungen des Jugendamts orientieren, dann müssten die Eltern künftig etwas mehr bezahlen als bisher – und bekämen keinen Geschwisterrabatt in Höhe von bis zu 30 Euro monatlich.

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