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Hochwertig sieht die neue Anlage aus.

Neue Flüchtlingsunterkunft in Garching

Alles andere als Standard

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Garching - Container ja, aber weit hochwertiger als man sie kennt: 75 Asylbewerber ziehen vom Echinger Weg in die Anlage gegenüber - und schaffen Platz für weitere Flüchtlinge.

Die Zeit zwischen den Jahren wird für die Flüchtlinge in Garching und ihre Betreuer alles andere als ruhig und besinnlich. Denn am 28. Dezember sollen die 75 Asylbewerber aus den Wohncontainern im Echinger Weg in die neue Unterkunft direkt gegenüber umziehen. Zuvor konnten sich die Garchinger ein Bild von der dreistöckigen Containeranlage machen – und diese Chance nutzten beim Besichtigungstermin weit über 300 Bürger. 

Sie wanderten durch das dreistöckige Gebäude, in dem mittelfristig 144 Flüchtlinge unterkommen sollen. Neben 48 Zwei-Bett-Zimmern gibt es zwölf Vier-Bett-Zimmer für Familien. Dazu kommen Aufenthaltsräume, Gemeinschaftsküchen und Räume für die Betreuer. Das Gebäude besteht zwar aus Containermodulen, jedoch ist es ungleich hochwertiger als die Wohncontainer, in denen die Asylbewerber zurzeit noch leben. 

Diese waren ursprünglich als provisorische Lösung gedacht, werden nun aber wegen der immer noch hohen Flüchtlingszahlen weiter genutzt. Somit können ab Januar 220 Asylbewerber am Echinger Weg untergebracht werden – doch damit hat Garching sein Soll noch lange nicht erfüllt. Nach aktuellem Stand rechnet der Landkreis bis Ende 2016 mit 9000 Flüchtlingen, sagte der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch (CSU) bei der Eröffnung. Auf die Stadt Garching würden demnach 450 Asylbewerber entfallen. 

Aus diesem Grund plane man bereits eine Erweiterung der Unterkunft im Osten des Geländes, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) – voraussichtlich mit Holzhäusern. Zwar seien die Verträge noch nicht abgeschlossen, jedoch betonte der Rathauschef auf Nachfrage eines Bürgers: „Das Grundstück ist groß genug, und hier haben wir bereits Geld für die Erschließung ausgegeben. Es macht also Sinn, die Flüchtlinge alle an diesem Standort unterzubringen.“ 

Für die Betreuung der Flüchtlinge am Echinger Weg werden künftig zwei Sozialpädagogen aus dem Landratsamt zuständig sein: Zu Rebecca Huber, die seit März in Garching ist, gesellt sich Florian Stefanski, der vor wenigen Tagen seinen Dienst angetreten hat. Zudem soll die Zahl der Sicherheitskräfte in der Unterkunft von derzeit einem auf drei Objektbetreuer aufgestockt werden. 

Patrik Stäbler

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