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Ein Gigant neben dem Atom-Ei ist die Neue Mitte in Garching, die Galileo genannt wird. Der siebenstöckige Bau kostet 160 Millionen Euro und umfasst unter anderem Uni-Räume und ein Hotel mit 250 Zimmern.

Neue Mitte wird erst im Frühjahr fertig

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Nach der Eso jetzt auch Galileo: Probleme beim Bau sorgen dafür, dass der Terminplan platzt.

Garching– Welche der zwei Großbaustellen auf dem Garchinger Forschungsgelände wird zuerst fertig: die Eso-Supernova oder die Neue Mitte, „Galileo“ genannt? Bei diesem Rennen zeichnet sich ein Fotofinish ab. Nachdem die Eso als neuen Eröffnungstermin für ihr Astronomie-Erlebniszentrum unlängst den 26. April benannt hat, heißt es nun auch vonseiten der Galileo-Bauherren, dass die Neue Mitte „im Frühjahr 2018“ ihre Türen öffnen werde.

Einen konkreten Termin will Bernhard Nüsse, Geschäftsführer der Projektgesellschaft, freilich nicht nennen. Aktuell befinde man sich diesbezüglich in Abstimmung mit der Technischen Universität München, erklärt er. Diese wird ein Großmieter in dem 200 Meter langen und 50 Meter breiten Galileo-Gebäude direkt neben dem U-Bahnhof Forschungszentrum. Entsprechend solle der Eröffnungstermin mit den Feierlichkeiten anlässlich des 150. Geburtstags der Universität abgestimmt werden, erläutert Stefan Handke, Projektsteuerer von der Ismaninger Firma MoTo.

Eines freilich haben Eso-Supernova und die Neue Mitte gemein: Beide haben ihren anvisierten Eröffnungstermin kurz vor dem Ziel noch einmal nach hinten verschieben müssen. So wie das Astronomie-Erlebniszentrum im Südosten des Campus’ sollte auch Galileo ursprünglich dieses Jahr eröffnet werden. Doch vor allem die Tragkonstruktion des Audimax’, wo bis zu 1400 Menschen Platz finden sollen, habe sich als komplizierter als gedacht erwiesen, erklärt Stefan Handke den Hauptgrund für die Verzögerung. „Hier mussten wir noch einmal nachplanen.“

Den Verzug von einigen Monaten werden die inzwischen rund 15 000 Studierenden und 6000 Beschäftigten auf dem Forschungsgelände jedoch verschmerzen können – schließlich sind sie in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal vertröstet worden, was den Bau des „lebendigen Zentrums“ auf dem Campus anbelangt, wie die Macher die Neue Mitte beschreiben. So liegen die ersten Pläne für Galileo mehr als ein Jahrzehnt zurück. Doch danach war es mal die Finanzkrise, mal waren es Rechtsstreitigkeiten und mal Finanzierungsprobleme, die das Projekt immer wieder ausbremsten.

Nun jedoch steht der 160-Millionen-Euro-Bau kurz vor dem Abschluss. Das bis zu sieben Stockwerke hohe Gebäude umfasst ein Vier-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern, ein Gästehaus mit 170 Apartments sowie ein Kongresszentrum. Dazu kommen neben dem Audimax weitere Hörsäle, Büro- und Gewerbeflächen sowie zahlreiche Geschäfte – vom Supermarkt bis zum Fitnesscenter, vom Optiker bis zur Apotheke und vom Asia-Imbiss bis zur Braugaststätte, die das hauseigene „Garchinger Campus Bräu“ ausschenken wird. Sämtliche Ladenflächen habe man bereits vermietet, sagt Stefan Handke. Lediglich einige wenige Büroflächen seien noch frei.

Einige Zeit länger als bis zum Frühjahr wird es allerdings dauern, bis die Besucher, die mit der U-Bahn ankommen, direkt vom Treppenaufgang in das Galileo-Gebäude abbiegen können. Die Verwirklichung dieses geplanten Zugangs sei „deutlich kompliziert als gedacht“, erklärt Stefan Handke. Bis wann auch hinter diese Baustelle ein Haken gesetzt werden könne, lasse sich nicht abschätzen, sagt der MoTo-Geschäftsführer. „Jeder Zeitpunkt, den ich nennen würde, wäre Spekulation.“

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