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Bürgermeister Dietmar Gruchmann hat Bedenken bezüglich einer Realschule in Garching.

Garching könnte Unterschleißheim und Ismaning entlasten

Neue Realschule: „Blick geht nach Garching“ - Gruchmann skeptisch

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Landrat Christoph Göbel kündigt eine weitere Realschule im Münchner Norden an, Garching sei der ideale Standort. Bürgermeister Dietmar Gruchmann hat damit so seine Probleme.

Garching – Die Universitätsstadt ist der Favorit für eine neue Realschule. „Der Blick geht nach Garching“, sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) auf der Bürgerversammlung in Hochbrück. Neben der Therese-Giehse-Realschule in Unterschleißheim und der Johann-Andreas-Schmeller Realschule in Ismaning wäre die Garchinger Realschule die dritte im nördlichen Landkreis.

Göbel betont auf Anfrage, dass Garching der ideale Standort sei. „Die Prognosen gehen von 1000 Schülern an den Realschulen in Ismaning und Unterschleißheim aus. Diese Schulen müssen wir entlasten.“ Mit einer Schule in Garching sei das möglich. Konkret rechnen das Büro SAGS und der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München damit, dass schon 2021 fast 550 Schüler eine Realschule in Garching besuchen könnten. Bis 2038 sogar rund 800 Schüler, etwa die Hälfte käme aus den umliegenden Gemeinden und München. „Deshalb haben wir entschieden, dass wir in dieser Richtung weiter überlegen“, erklärt Göbel.

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) sieht einem Neubau zwar als Gewinn für die Garchinger Bildungslandschaft, „aber, es muss uns klar sein, dass wir diese Realschule nicht umsonst bekommen.“ Er glaubt, dass ein rund 15 000 Quadratmeter großes Grundstück benötigt würde und die Stadt mindestens 30 Prozent der förderfähigen Kosten tragen müsse. Die Verwaltung schätzt den Anteil auf rund 30 Millionen Euro.

Garchings Bürgermeister sieht Landkreis München in der Pflicht

Geld, das Garching auch für andere Projekte wie die neue Grundschule Nord, die neue Volkshochschule oder den Ausbau von Sportstätten benötigen könne. „Wenn wir die Realschule in der Priorität nach vorne ziehen, dann muss uns klar sein, dass viele andere Projekte für lange Zeit weit nach hinten in der Liste rutschen“, mahnt Gruchmann. Ein vorschnelles „Hurra, wir bekommen eine Realschule“ sei nicht angebracht.

Außerdem seien die 250 Garchinger Realschüler in Ismaning gut betreut. Gruchmann rechnet vor, dass die Prognose bis 2030 nur 300 Garchinger Realschüler vorhersage, die Schule aber für 600, eher 800 Schüler geplant werden müsse. „Heißt: Die neue Schule würde auch den weiteren Bedarf des Landkreises decken“, betont Gruchmann. Er sehe daher in erster Linie den Landkreis in der Handlungspflicht – und nicht die Stadt Garching.

Garching bekommt endlich LTE - aber die Grünen sehen ein Problem.

Auch die Grundstücksfrage sieht er skeptisch. Wenn man in Richtung Schulzentrum denken wolle, fehlten sowohl im Umgriff der Grundschule Ost wie auch beim Werner-Heisenberg-Gymnasium Flächen. Zudem gelte es die Frage nach einer Zweckvereinbarung zu klären. Da hat Landrat Göbel eine Idee: Die Realschule könnte in den Zweckverband des Gymnasiums eingegliedert werden.

Landkreis München: Kein Gymnasium im Norden geplant

Immerhin muss Garching nicht fürchten, dass in naher Zukunft ein weiteres Gymnasium in der Stadt oder im Norden gebaut wird. „Von der Frage haben wir Abstand genommen“, sagt Göbel. Zwar sagen die Prognosen auch hier steigende Schülerzahlen voraus, doch der Landkreis will nicht länger eine Vielzahl aus dem Kreis Dachau oder der Landeshauptstadt aufnehmen. 

Familienstützpunkte im Landkreis: Mehr Geld für mehr Hilfe.

„Wir rufen Dachau und München auf, dass sie die Schüler selbst beschulen“, macht Göbel klar. Zumindest im Kreis Dachau dürfte das bald möglich sein. Ein neues Gymnasium ist geplant, ein weiteres beschlossen.

Marode Mittelschule in Taufkirchen

Während in Garching noch über eine mögliche Realschule diskutiert wird, steht die Mittelschule in Taufkirchen vor ganz anderen Probleme: gesperrten Toiletten und zugeklebten Fenstern zum Beispiel.

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