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Zu klein, zu alt: Die Tage des Feuerwehrhauses in Garching sind gezählt.  

Gebäude soll 2022 stehen

Neues Feuerwehrhaus mit Übungsturm und Co.

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Fitnessraum, Showroom, 20-Meter-Übungsturm und mehr: Das neue Feuerwehrhaus in Garching soll alles bieten. Mehr Platz ist auch dringend nötig.

Garching – Als das Feuerwehrhaus am Hüterweg 1974 eingeweiht wurde, verfügte die Garchinger Wehr über 48 Mitglieder und vier Fahrzeuge, die zu 44 Einsätzen im Jahr ausrückten. Der Ort – damals noch nicht Stadt, sondern Gemeinde – zählte 8000 Einwohner. Und die Verkehrsbelastung war im Vergleich zu diesen Tagen kaum der Rede wert.

Heute leben in der notorisch staugeplagten Stadt Garching 18 400 Menschen, dazu kommen 22 000 Arbeitsplätze und fast ebenso viele Studenten auf dem Forschungscampus. Entsprechend hat sich die Freiwillige Feuerwehr entwickelt: Sie zählt aktuell mehr als hundert Mitglieder und nennt rund ein Dutzend Fahrzeuge plus mehrere Anhänger ihr Eigen; die Zahl der Einsätze lag zuletzt stets bei über 400 pro Jahr. Allein die Heimat der Feuerwehr, die zwar erweitert wurde, ist weiterhin die gleiche wie damals. Noch. Denn bis Ende 2022 – kurz vor dem 150. Geburtstag der 1873 gegründeten Wehr – soll die Feuerwehr ein neues Gerätehaus beziehen.

Baustart für 2020 anvisiert

Der Standort steht bereits fest: das stadteigene, 9500 Quadratmeter große Areal an der ehemaligen B471. Dort, wo aktuell die Ausweich-Container der Postbank stehen, die im Juli 2019 ihre Zelte abbrechen muss, wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) stets betont. Für das neue Feuerwehrhaus hat der Stadtrat nun einstimmig ein Raumprogramm verabschiedet, das festlegt, was in dem Gebäude untergebracht werden muss. Diese Auflistung ist die Grundlage für einen Architektenwettbewerb, der jetzt ausgelobt wird. Im Oktober soll das Preisgericht tagen, ehe nach einem erneuten Stadtratsbeschluss der Baubeginn im Herbst 2020 erfolgen könnte.

„Das ist ein realistischer Zeitplan“, sagte Gruchmann im Bauausschuss. „Wir werden uns bemühen, ihn noch ein bisschen zu beschleunigen.“ Erste Schätzungen gehen von rund zwölf Millionen Euro Baukosten aus, wobei die Stadt mit bis zu 1,4 Millionen Euro an Zuschüssen rechnet. Das Raumprogramm umfasst unter anderem eine 1150 Quadratmeter große Fahrzeughalle mit 13 Stellplätzen und einen mindestens 20 Meter hohen Übungsturm; dazu kommen Werkstätten, Wasch- und Lagerräume, ein 130 Quadratmeter großes Stüberl für 100 Personen, das durch einen zusätzlichen Raum auf 190 Quadratmeter erweitert werden kann, sowie mehrere Büros, Schulungs- und Ruheräume, Umkleidebereiche, einen Fitnessraum samt Sauna und einen Showroom, wo historische Fahrzeuge und Geräte ausgestellt werden können. Überdies sind in dem Gebäude eine Vier- und zwei Drei-Zimmer-Wohnungen sowie zwei Apartments vorgesehen.

Neubau muss erweiterbar sein

„Wir waren bei den Planungen von Anfang an stark eingebunden“, betont Feuerwehrkommandant Christian Schweiger. „Mit dem Raumprogramm sind wir zufrieden. Jetzt lassen wir uns mal überraschen, was die Architekten daraus machen.“ Bei den Planungen sei die Feuerwehr von einem Zeithorizont von 20 Jahren ausgegangen, sagt Schweiger. Jedoch müssten die Architekten gemäß einer Auflage im Wettbewerb dafür Sorge tragen, dass man das Gebäude später erweitern könne. „Damit wir vorbereitet sind, wenn das in 20 oder 30 Jahren mal nötig sein wird“, sagt Schweiger.

Das aktuelle Feuerwehrhaus sei nicht mehr erweiterbar – und entspreche auch nicht mehr den Anforderungen der Feuerwehr. So gebe es zu wenig Lagerplatz für Geräte und Material, „das wir eigentlich vorhalten müssen“. In der Folge wurden verschiedene Geräte in privaten Gebäuden und Hallen in Dirnismaning untergestellt. Ein großes Problem sei auch die Zufahrt zum Feuerwehrhaus über die Bürgermeister-Hagn-Straße, wo spätestens seit der Eröffnung des Garchinger Augustiner reger Rad- und Fußgängerverkehr herrscht. „Da ist ein Biergarten, und da sind oft spielende Kinder“, sagt Schweiger. „Da herrscht wirklich großes Gefahrenpotenzial.“

Und so sehnt der Kommandant nun die Auslobung des Wettbewerbs, den Baubeginn und schließlich die Einweihung des neuen Feuerwehrhauses herbei – wobei bereits sicher ist: So schnell und preiswert wie 1974 wird’s nicht. Damals wurde das Gerätehaus binnen eineinhalb Jahren hochgezogen – für knapp zwei Millionen Mark.

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