Nichts mehr übrig geblieben ist vom alten Vereinsheim der Stockschützen. Im August vergangenen Jahres war es abgebrannt. Schuld war ein technischer Defekt. Die Versicherung zahlt 57 000 Euro, die die Stadt nun in den Neubau investieren will. Foto: Jo FEckl/FKN

Neues Vereinsheim für die Stockschützen

Garching - Die Vereinshütte der Garchinger Stockschützen ist im August vergangenen Jahres niedergebrannt. Nun hat die Stadt einen Neubau an gleicher Stelle beschlossen - inklusive öffentlicher Toilette.

Am wohl schwärzesten Tag in der Vereinshistorie der Garchinger Stockschützen klingelt bei Jo Feckl in aller Frühe das Telefon. Am Apparat ist die Ehefrau seines Vorstandskollegen Karl Falter. „Er war morgens beim Joggen am Garchinger See und hat gesehen, dass bei unserem Vereinsheim Rauch aufsteigt“, erzählt Feckl. Keine halbe Stunde später steht der Vorsitzende vor der Holzhütte - die lichterloh brennt.

Mehr als zwei Stunden lang kämpfen die Feuerwehren aus Garching und Hochbrück an jenem 26. August 2015 mit den Flammen. Später wird sich herausstellen, dass ein technischer Defekt an der Fußbodenheizung den Brand ausgelöst hat.

Nachdem der Brand gelöscht ist, zeigt sich Feckl und seinen Kameraden das Ausmaß der Verwüstung: Stöcke, Pokale und Erinnerungsfotos, die Kehrmaschine und der Hochdruckreiniger: Nahezu alles hat das Feuer zerstört. Das gilt auch für die Holzhütte selbst, die wenig später abgerissen wird. Dort, wo jahrzehntelang der Mittelpunkt des Vereinslebens war, klafft seitdem ein Loch. Noch.

Denn nun haben die Garchinger Stadträte im Bauausschuss beschlossen, dass im Sommer ein neues Vereinsheim errichtet werden soll. 165 000 Euro sind dafür veranschlagt, davon übernimmt die Versicherung fast 57 000 Euro. Geplant ist ein Holzbau mit einer separat zugänglichen öffentlichen Toilette. Sie soll nur in den warmen Monaten geöffnet sein und ist vor allem für die Badegäste am See gedacht. „Wir hatten davor keine Toilette in der Hütte, und das war gerade bei Turnieren ein unmöglicher Zustand“, sagt Jo Feckl. „Dass wir jetzt ans Kanalnetz angeschlossen werden und Toiletten bekommen, ist für uns ein Traum.“ Darüber hinaus biete die neue Hütte auch mehr Platz, um Gerätschaften zu verstauen, freut sich der Vorsitzende.

Zurzeit helfen sich die Garchinger Stockschützen mit einem Provisorium aus: Schon kurz nach dem Brand stellte die Stadt einen Materialcontainer auf, ein Generator betreibt die Flutlichtanlage, und sogar einen Unterstand für Taschen und Kleider haben die Vereinsmitglieder zusammengezimmert. So konnten die Stockschützen weiter trainieren - und sogar sportliche Erfolge einfahren: Voriges Jahr stiegen sowohl das Männer- als auch das Mixed-Team in die Bezirksoberliga auf. „Wir können zurzeit immerhin noch drei unserer acht Bahnen nutzen“, sagt Jo Feckl. „Aber wir fiebern natürlich dem neuen Vereinsheim entgegen.“

Die Stadträte im Ausschuss stehen dem Neubau wohlwollend gegenüber und votierten einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Jedoch betonten mehrere Stadträte, darunter Ingrid Wundrak (Grüne) und Jürgen Ascherl (CSU), dass das Gebäude auch anderen Vereinen offen stehen müsse. „Wir sollten die Nutzung klar regeln“, sagte Wundrak - eine Forderung, die Jo Feckl irritierte: „Es ist immer problematisch, wenn ein Verein für die Instandhaltung einer Hütte verantwortlich ist, die gleichzeitig von anderen Vereinen genutzt wird. Da muss man mal schauen, wie man das regelt.“

Nach den Plänen der Stadt Garching soll im Juni dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden; mit einer Fertigstellung wird frühestens im August gerechnet. „Unser Plan ist es, dass wir den Termin für unser traditionelles Stadtturnier etwas nach hinten verschieben“, sagt der Vorsitzende Jo Feckl. „Das wäre ein guter Rahmen, um das neue Vereinsheim einzuweihen.“

Patrik Stäbler

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