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Professionell: Landrat Christoph Göbel dankt Nicola Gerhardt und allen 200 Helfern.

Glücksfall für das Landratsamt

Göbel: Garchinger Asylhelfer sind ein "Glücksfall"

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Den Asylhelferkreis in Garching betrachtet Landrat Christoph Göbel als „Glücksfall“ für den Landkreis. Die 231 Flüchtlinge vor Ort hätten das Glück von der 200-köpfigen Helfergruppe mit einem „sehr, sehr professionellen Ansatz“ begleitet zu werden.

Im Landratsamt profitiere man von der Erfahrung der Leute, die sich von dem Helferleiden befreit hätten, „alles durch die rosarote Brille zu betrachten“. Der CSU-Ortsverband hatte Göbel eingeladen, über Integration zu sprechen und ihm war die Freude anzumerken, den bayerischen Integrationspreis im Landkreis zu wissen (wir berichteten).

Nicola Gerhardt, Sprecherin des Helferkreises, erzählte von den Anfängen in der Container-Notunterkunft. Nachdem sie „eine Weile unorganisiert herumgewurschtelt“ hätten, teilten sich die Helfer in Bereiche wie Alltagsbewältigung, Arbeitsvermittlung und Sport & Freizeit auf. Richtig schwierig sei die Situation geworden, als es eigetlich besser werden sollte. Das neue Modulhotel wurde mit Flüchtlingen aus allerlei Notunterkünften aufgefüllt. „Darunter hoch problematische Fälle.“

Sprecherin Nicola Gerhardt fordert, dass Agentur für Arbeit endlich in Unterkünften berät

Die engmaschige, phantasievolle Betreuung führte oft zu Lösungen, ein Mix aus Pflichten, Anreizen und gemeinsamem Freizeitvergnügen – und am Ende stand der Integrationspreis. „Gute Betreuung hat immer etwas mit Begegnung zu tun“, hatte Göbel zu Beginn des Abends gesagt: „Eine Behörde kann das nicht leisten.“

Zu den schwierigen Fällen zählten der Syrer, der nach einem Bombenangriff sein Augenlicht verlor. Oder die Alleinerziehende mit drei Kindern und einem zerschossenem Bein. Oder der junge Syrer (21), der mit seinen Schwestern und seiner 15-jährigen Frau ein Zimmer teilte, sie alle auf irgendeine Weise krank. Laut Gerhardt hat der Blinde die Blindenschrift erlernt. Das Bein der Alleinerziehenden ist nach langen Klinikaufenthalten amputiert. „Um die Kinder haben wir uns währenddessen gekümmert.“ Den Geschwistern des viel zu jungen Familienpatriarchen vermittelten die Helfer einen Vormund.

Sicher könnte einiges besser laufen. Es fehlt, wie Gerhardt mahnte, an Vorbereitungsklassen in Berufsschulen. Die Agentur für Arbeit, die partout nicht bereit sei, in Unterkünften zu beraten, sollte sich aus ihrem Schneckenhaus wagen. „Politik des Hauses ist anscheinend, dass wir mit den Leuten zu ihnen kommen.“ Sie betonte, Asylbetreuung sei nicht wissenschaftlich aufgearbeitet: „Für nichts gibt es einen Handlungsleitfaden.“

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