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Das „Open Air am See“ gibt‘s nicht mehr. Dort trat 2014 unter anderem „Flash Forward“ auf.

Neues Festival in Garching geplant

„Open Air am See“ gibt‘s nicht mehr

Das „Open Air am See“ ist Geschichte. Stattdessen planen die Jugendlichen im Juni ein neues Festival. Ein Angebot der Stadt haben sie ausgeschlagen.

Garching – Der zehnte Geburtstag ist vergangenes Jahr ins Wasser gefallen: Nachdem bereits alles geplant und vorbereitet war, mussten die Jugendlichen vom Garchinger Jugendbürgerhaus „Profil“ ihr Open Air am See kurzfristig absagen – des Wetters wegen. 2007 wurde das Festival aus der Taufe gehoben, wird seitdem ausschließlich von Jugendlichen organisiert und zieht jährlich bis zu 2500 Besucher an.

„Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr, dann aber hoffentlich wieder wie gewohnt am See“, schrieben die Organisatoren damals – und hatten nur teilweise Recht.

So wird es zwar auch heuer wieder ein Festival am Garchinger See geben, am 24. Juni. „Doch „wie gewohnt“ dürfte dabei kaum etwas sein. Denn nach zehn Jahren und neun Veranstaltungen wagen die Macher einen Neuanfang. „Aus Sicht der Jugendlichen war das Festival nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Thomas Klahn, Sozialpädagoge im „Profil“. Fast 20 von ihnen seien für ein Wochenende auf eine Hütte gefahren und hätten dort „ein komplett neues Konzept“ erarbeitet.

Das fängt an beim Namen: Statt „Open Air am See“ wird das Festival „Seequency “ heißen – ein Kunstwort aus dem Englischen „ sequence “ (Folge, Ablauf) und dem See, der weiterhin Veranstaltungsort sein soll. Neu ist auch der Fokus auf eine Musikrichtung, statt wie bisher möglichst viele Genres abzudecken. Als Entscheidungshilfe diente selbst gebautes selbstgebautes Glücksrad mit verschiedenen Musikstilen, das bei der Weihnachtsfeier des „Profil“ gedreht wurde, erzählt Thomas Klahn. Das Rad blieb bei Rock stehen, sodass das „Seequency“ heuer ein Rock-Festival wird. „Nächstes Jahr kommt Rock raus, und es wird was anderes – Hip-Hop, Elektro oder sonst was.“

Mit der Festlegung auf ein Genre werde das Festival vermutlich „kleiner, aber feiner“, mutmaßt Klahn. Aktuell rechne man mit 1500 Besuchern. Etwas Neues planen die Jugendlichen auch beim Essen und Trinken. Statt wie bisher mit den örtlichen Vereinen zu kooperieren, sollen künftig Food Trucks eingeladen werden. Also Imbisswagen, die Snacks wie Burger oder Sandwiches verkaufen. Womöglich wird es auch erstmals Tickets geben, wobei das Festival weiterhin keine Gewinnabsicht verfolge, betont Thomas Klahn . „Da geht’s eher um die Planungssicherheit. Wenn überhaupt, dann kosten die Tickets ein oder zwei Euro.“

Weitere Details, eine Homepage, das Line-up und alles rund um die Organisation, sollen in den nächsten Wochen und Monaten erarbeitet werden – wie bisher von den Jugendlichen in Eigenregie. „Wir haben mehr als 20 Leute im Kernteam“, sagt Klahn erfreut. „Zurzeit wuselt es hier ohne Ende. Jede Woche sind mehrere Treffen.“ Das „Partizipatorische“, wie Klahn das nennt, steht also weiter im Vordergrund.

Das sei auch ein Grund gewesen, weshalb man das Angebot der Stadt ausgeschlagen habe. Diese hatte den Jugendlichen offeriert, ihre Veranstaltung am Freitag vor dem Bürgerwochen-Start im Festzelt auszurichten, das heuer auf dem Parkplatz am See aufgebaut werden soll.

Doch in diesem Fall hätten die Jugendlichen einen Großteil der Organisation aus der Hand geben müssen, erklärt Thomas Klahn. Darunter auch den Verkauf von Essen und Trinken. „Da gibt es einen Wirt, der Geld verdienen will. Und dann könnten wir das kaum mehr zu jugendgerechten Preisen anbieten.“

Daher haben sich die Jugendlichen dann doch dafür entschieden, das Festival eine Woche früher durchzuziehen, am 24. Juni. Ohne Zelt und wie bisher am Seeufer. Bleibt nur zu hoffen, dass das „Seequency“ mehr Glück mit dem Wetter hat. 

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