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Das Team (v.l.) NicoleMaronn-Hansemann, Thomas Klahn, Leiter Hans Schmid und Aileen Köppl.

Große Feier am Freitagabend

„Profil“: 50 Jahre Jugend-Treffpunkt in Garching

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Erst Schule, dann „Freizi“, nun „Profil“: 50 Jahre gibt‘s den Treffpunkt für Jugendliche in Garching. Das wird gefeiert.

Garching – Ein Haus der Jugend ist es ja schon immer gewesen, das zweistöckige Gebäude an der Mühlgasse, direkt hinter dem Maibaumplatz in Garching. 1893 wurde es als Schule errichtet und diente diesem Zweck fortan fast 75 Jahre lang. Generationen von Garchinger Kindern wurden hier unterrichtet – unter anderem Alfons Kraft. „Es gab drei Klassenzimmer, der Schulleiter hatte seine Wohnung im Erdgeschoss, unter dem Dach haben Lehrer gewohnt“, erzählt der heutige Zweite Bürgermeister, der 1944 eingeschult wurde. „Wir waren fünf Klassen in einem Saal, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.“

Da Garching nach dem Krieg wuchs und wuchs, entstand ab 1957 die heutige West-Schule. Nachdem diese mehrfach erweitert worden war, konnte das alte Schulhaus 1966 aufgegeben werden. Dort war zwischenzeitlich auch ein Teil des Rathauses eingezogen: Bürgermeister Josef Amon, sein Geschäftsleiter Helmut Karl und das Bauamt, wo ab 1964 auch Alfons Kraft beschäftigt war. Wer seinerzeit die Idee hatte, in den ehemaligen Schulräumen ein Jugendfreizeitheim einzurichten, das lässt sich heute nicht mehr herausfinden. Aber Fakt ist, dass Garching ein Vorreiter war: Die Einrichtung, die 1967 eröffnet und schon damals vom Kreisjugendring München-Land (KJR) betrieben wurde, war eine der ersten ihrer Art im Landkreis. Schon in den Anfangstagen gab es im „Freizi“, wie es genannt wurde, einen Tischtennisraum und ein Jugend-Café; zudem wurden Partys gefeiert und Musik gemacht – bis heute gibt es hier Proberäume für Bands.

Anfang der 1990er-Jahre vollzog der KJR dann einen Schwenk in der Konzeption des Hauses: Das Ökomobil, das sich im Erdgeschoss für arbeitslose Jugendliche eingesetzt hatte, wurde aufgelöst, ein neues Café gestaltet und ein großer Konzertraum eingerichtet. Im „Jugendbürgerhaus Profil“, so der neue Name, lag der Fokus zunehmend auf der Jugendkultur; unter anderem gab es sogar Theateraufführungen.

Im Jahr 2007 sanierte die Stadt das Gebäude umfassend; im gleichen Jahr kam Hans Schmid ins „Profil“, bis heute der Leiter der Einrichtung. „Ich habe versucht, den Schwerpunkt darauf zu legen, dass alle Jugendlichen hierherkommen – Gymnasiasten und Mittelschüler, Deutsche und Türken, einfach alle“, sagt er. Hierfür setzt das „Profil“ vor allem auf den offenen Betrieb: Von Dienstag bis Freitag können Jugendliche ab dem Nachmittag kommen, Kicker, Tischtennis und Billard spielen oder einfach nur abhängen. Dazu veranstaltet die Einrichtung jährlich etwa zehn Konzerte und mehrere Partys – und natürlich ihr Aushängeschild, das Open Air am See, das inzwischen „Seequency“ heißt und größtenteils von Jugendlichen selbst organisiert wird.

Das Jugendbürgerhaus „Profil“ feiert am Freitagabend seinen 50. Geburtstag. Los geht’s ab 18 Uhr, gegen 20.30 Uhr tritt die südamerikanische Band „Calle Mambo“ auf. Zugleich können sich die Besucher die Räumlichkeiten ansehen. „Das wird ein bisschen wie ein Tag der offenen Tür“, sagt Leiter Hans Schmid. Gefeiert wird bis etwa um Mitternacht, zu späterer Stunde legt ein DJ auf.

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