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Neue Streckenführung: Die ursprünglich geplante Trasse des Radschnellwegs durch Hochbrück entlang der B 471 (orange) ist nicht zu realisieren. Die neue Route (rot) führt entlang des Schleißheimer Kanals und kreuzt die A 9 nördlich von Garching (grün).

Strecke neu geplant

Radschnellweg: Das ist die neue Route nach Garching

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Seit knapp fünf Jahren laufen die Planungen für den Radschnellweg im Norden des Landkreises. Nun musste die Trasse nach Garching nochmal überarbeitet werden.

Garching/Unterschleißheim – Der Radschnellweg im Norden des Landkreises verspricht Fahrten in rasantem Tempo von München nach Garching und Unterschleißheim. Die Planung, die seit 2015 laufen, geht jedoch nur im Schneckentempo voran. Im Mobilitätsausschuss des Kreistags stellte die Verwaltung nun eine neue mögliche Route nach Garching vor.

Die Planer mussten die bevorzugte Streckenführung durch den Garchinger Stadtteil Hochbrück entlang der B471 verwerfen. Laut Landkreisverwaltung sei diese Trasse derzeit nicht mehr realisierbar, da sich in diesem Bereich zu viele Zufahrten und Parallelwege zu den Gewerbegrundstücken befinden. Außerdem gebe es viel Schwerlastverkehr, zudem erschwere der geplante vierspurige Ausbau der B471 die Lage. Nicht die geeignetesten Bedingungen für eine „Radl-Autobahn“. Ein weiteres Hindernis: Für den Radschnellweg entlang der B 471 ist ein Planfeststellungsverfahren erforderlich, das jedoch nicht der Landkreis durchführen kann, sondern das Staatliche Bauamt Freising. Das zieht sich.

„Das ist die schlechteste aller Lösung“

Deshalb stellte Landrat Christoph Göbel (CSU) im Mobilitätsausschuss eine Alternativlösung vor. Von München aus sollen die Bürger auf der „Radl-Autobahn“ entlang der B13 Richtung Norden fahren können, bei Hochbrück teilt sich der Weg. Ein Ast soll Richtung Garching führen, der zweite Richtung Unterschleißheim. Die neue Trasse gen Universitätsstadt verläuft entlang des Schleißheimer Kanals. „Das ist die schlechteste aller Lösung“, wandte Hans-Peter Adolf (Grüne) ein. Vor allem die Beeinträchtigungen durch den landwirtschaftlichen Verkehr auf der neuen Strecke stören den Garchinger Stadtrat. Traktoren könnten die neue Route kreuzen und Dreck auf der „Radl-Autobahn“ hinterlassen. „Die neue Route ist kreuzungsfrei und sicher, abgesehen von ein paar Dreckklumpen“, versicherte Göbel.

Lesen Sie auch: U5-Verlängerung: Kreis soll auf einmal 700.000 Euro für Planung bezahlen

Außerdem musste die Verwaltung nach einer Alternativlösung zur Querung der A 9 suchen, da die geplante Kreuzung nur mit einem teuren Brückenbau möglich sei. Deshalb schlug das Landratsamt vor, eine vorhandene Brücke weiter nördlich zu nutzen. „Das dauert sieben bis acht Minuten länger“, merkte Adolf an. Sein Vorschlag, eine kleinere Brücke weiter südlich in die Planung des Schnellradwegs aufzunehmen wird nun von der Verwaltung geprüft.

Die neuerliche Verzögerung des Radschnellwegs war den Kreisräten ein Dorn im Auge. „Was der Flughafen für Berlin ist, das ist der Radschnellweg für uns“, scherzte Christoph Nadler (Grüne). Auch Unterschleißheims Bürgermeister Christoph Böck (SPD) sieht den Planungsverlauf kritisch: „Wir sind nach wie vor am Anfang.“

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