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Hier geht’s lang: Die Trasse der Machbarkeitsstudie (rot) verläuft entlang der B 471 durch Hochbrück; der alternative Vorschlag Garchings (grün) führt am Schleißheimer Kanal entlang. In blau eingezeichnet sind zusätzl iche Radschnellwege, die sich die Stadt für die Zukunft vorstellen kann.

„Der Weg hätte einen gewissen Charme“

Radschnellweg-Update: Stadt schlägt neue Route vor - Hier soll sie verlaufen

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Die Pläne für die Radschnellwege im Landkreis Norden sind ins Stocken geraten. Die Stadt Garching schlägt nun eine neue Route vor. Die Planer sind angetan.

Garching – Der Landkreis will sie, die Kommunen wollen sie, auch München ist dafür: Radschnellwege sind eines der beherrschenden Themen im Speckgürtel der Landeshauptstadt. Doch seitdem Anfang 2018 eine Machbarkeitsstudie veröffentlich wurde, ist nicht wirklich etwas passiert.

Dabei gibt es bereits Pläne für eine Pilotstrecke. Diese führt von Schwabing entlang der B 13 bis nach Hochbrück. Dort teilt sich der mögliche Radschnellweg: Ein Teil führt weiter nach Norden bis Lohhof, der zweite durch Hochbrück, an Garching vorbei zum TUM-Gelände. Wegen dieser Form wird der Pilot-Schnellweg Y-Trasse genannt. Ob die Route, vor allem durchs Gewerbegebiet Hochbrück, wirklich schnell ist, daran zweifelt die Garchinger Stadtverwaltung. Zudem stellt sich die Platzfrage. Die Bundesstraße soll vierspurig ausgebaut werden, ein Radschnellweg muss laut Klaus Zettl, Geschäftsbereichsleiter Bauen und Umwelt, mindestens 4,5 Meter breit sein. Das dürfte im eh schon engen Gewerbegebiet wohl nicht möglich sein. Und: Wer radelt schon gern an einer viel befahrenen Straße entlang? „Es braucht eine Alternativstrecke“, ist sich Zettl sicher.

Radschnellwege bei Garching: Entlang des Schleißheimer Kanals? „Charmant“

Und da hat die Stadt bereits eine Idee. Statt an der B 471 entlang, könnte der bereits bestehende Radweg am Schleißheimer Kanal ausgebaut werden, an der U-Bahn entlang über die Daimlerstraße zur Zeppelinstraße und dort an die bisherige Planung anschließen. Auf dieser Strecke gebe es keine Unterbrechungen und genügend Möglichkeiten, von Süden ins Gewerbegebiet zu fahren.

Eine Idee, die sich die Verantwortlichen des Staatlichen Bauamts Freising vorstellen kann. „Der Weg am Schleißheimer Kanal hätte einen gewissen Charme“, sagt Bauoberrat Stefan Rinderer. Und noch ist es möglich, die von Garching favorisierte Variante umzusetzen. Einen endgültigen Plan gibt es nicht.

Radschnellwege bei Garching: Planungen für ersten Bauabschnitt laufen

Derzeit laufen die Planungen des ersten Bauabschnitts der Y-Trasse. Von München bis zur Kreuzung B 13/B 471. Laut der Machbarkeitsstudie, mit der sich der Münchner Stadtrat erst noch befasst, müssten für den Radschnellweg rund 900 innerstädtische Parkplätze geopfert werden. Bleibt die Frage, wie die Radfahrer an den Kreuzungen bevorteilt werden können, damit der Radschnellweg seinem Namen auch gerecht wird.

Das würde er ziemlich sicher entlang des Schleißheimer Kanals bei Garching. Hier wäre der Landkreis zuständig. Denn abseits von Bundes- und Kreisstraßen tritt das Bauamt nicht als Baulastträger auf. „Es gibt aber die Möglichkeit, dass sich der Bund beteiligt“, sagt Bauoberrat Rinderer.

Radschnellwege bei Garching: „Wenn es nach uns ginge, wäre der Radweg schon da“

Während das Staatliche Bauamt den ersten Abschnitt plant, beschäftigen sich der Landkreis und die Stadt Garching mit dem dritten Richtung TUM. Die Gespräche laufen, teilte das Landratsamt mit. Die Machbarkeitsstudie aus dem vergangenen Jahr werde tief greifend geprüft und überarbeitet. Offen ist, ob die Y-Trasse um weitere Anbindungen ergänzt werden könnte. Etwa weiter in Richtung Süden, entlang der U-Bahn. Hier müsste wieder gemeinsam mit München geplant werden.

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Und das kann dauern, wie ein Beispiel zeigt. Seit Jahren diskutieren die Landeshauptstadt und Garching, die Lücke der Radwege bei Dirnismaning zu schließen. Nicht als Radschnellweg, sondern schnellen Radweg. Konkrete Aussagen aus München gab es bislang nicht. „Wenn es nach Garching ginge, wäre der Radweg schon da“, sagt Bauamtsleiter Zettl.

Wobei natürlich auch der Radschnellweg entlang der B 13 nicht in ein paar Wochen oder Monaten gebaut sein wird. Die Strecke von der B 13 zum Forschungscampus ist der letzte von drei Bauabschnitten. Eine „möglichst rasche Umsetzung“ ist laut Landratsamt das Ziel.

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