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Mit Schaum mussten die Feuerwehren im November 2015 tagelang die Müllberge löschen.

AR Recycling in Hochbrück: Zwei Brände in drei Monaten

Müllberge müssen schrumpfen

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Garching – Das Landratsamt will erwirken, dass die Müllmassen bei AR Recycling, die immer wieder Feuer verursachen, begrenzt werden. 

Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) hat diesmal kein Wort verloren zu AR Recycling – dafür sprach Landrat Christoph Göbel (CSU) bei der Bürgerversammlung in Hochbrück das Thema von sich aus an. Mit Blick auf die jüngsten Feuerwehreinsätze auf dem Firmengelände sagte er: „Es ist kein dauerhaft hinzunehmender Zustand, dass dort Abfälle immer wieder in Brand geraten.“ 

Wie berichtet waren die Feuerwehren aus Garching und Hochbrück in den vergangenen Monaten mehrfach zu AR Recycling ausgerückt, um Glutnester zu löschen, die sich in den Müllbergen entwickelt hatten. Nur drei Monate später mussten die Retter erneut zum Firmengelände ausrücken, als in den Müllbergen dort vor rund drei Wochen erneut ein Brand entstand. 

Die Ursache ist offenbar der gewaltige Druck der Abfallmassen. Wie die Firma einräumt, lagere aktuell ungewöhnlich viel Müll auf dem Gelände. Als Grund nennt das Unternehmen einen anhaltenden landesweiten Engpass bei den Verbrennungskapazitäten. 

Das Problem: Das Landratsamt hatte in seinem Bescheid aus dem Jahr 1993 keine Begrenzung der Abfallmenge auf dem Gelände von AR Recycling festgeschrieben, berichtete Landrat Göbel in Hochbrück. Als ein solches Limit unter seiner Vorgängerin Johanna Rumschöttel (SPD) nachträglich festgelegt werden sollte, habe die Firma im Jahr 2008 erfolgreich dagegen geklagt.

Darum wolle das Landratsamt nun einen anderen Weg beschreiten, erklärte Göbel. „Aus abfallrechtlicher Sicht ist es nicht möglich, dort etwas zu unternehmen. Deshalb machen wir es jetzt aus brandschutzrechtlicher Sicht.“ Das Ziel ist dasselbe: Es soll erreicht werden, dass die Müllmengen, die das Unternehmen auf seinem Gelände lagern darf, begrenzt werden. 

In diesem Fall müsse jedoch die Kommune einen entsprechenden Bescheid erlassen, sagte Göbel, weshalb sich das Landratsamt seit dem Sommer in intensivem Kontakt mit der Stadt Garching befinde. Erste Begehungen auf dem Areal von AR Recycling haben laut dem Landrat bereits stattgefunden. „Ich hoffe, dass wir in den nächsten Wochen zu einer Lösung kommen.“ 

Derweil betont der Geschäftsführer von AR Recycling, Michael Klotz, dass seine Firma sich „in guten Gesprächen“ mit dem Landratsamt befinde. „Wir werden uns nicht sperren, wenn da eine vernünftige Lösung rauskommt.“ Die jüngsten Brände auf dem Firmengelände will Klotz aber nicht auf die großen Abfallmengen zurückführen. Vielmehr spricht er von „doofen Zufällen“ und betont: „Wir haben eigene Löschmaschinen und eine Brandwache rund um die Uhr. Wir hatten das über Jahrzehnte im Griff, und wir haben das auch jetzt im Griff.“ 

Überdies werde AR Recycling alsbald „verstärkt Material abfahren“, kündigt Klotz an. Aufgrund der Engpässe und weil das Heizkraftwerk München Nord ab Mitte April einen Monat lang keine gewerblichen Abfälle zur Verbrennung annimmt, müsse man den Müll bis nach Ostdeutschland fahren. „Da fragt keiner, was das an Diesel kostet“, betont Klotz. In Richtung Landratsamt und auch in Richtung Garchinger Rathaus betont der AR-Recycling-Chef: „Wir werden das Gespräch suchen. Aber die Leute müssen auch bereit sein zu reden."

Patrik Stäbler

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