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Regisseurin thematisiert Konflikte: „Im Theater darf man sich anschreien“

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Von: Max Wochinger

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Stephanie Brack wollte ursprünglich Tänzerin werden.
Stephanie Brack wollte ursprünglich Tänzerin werden. Foto: Sab © Sab

Ob auf der Bühne oder im Job: In Stephanie Bracks Leben geht es um die Auseinandersetzung mit Konflikten. Als Juristin muss sie sich auf sachlicher Ebene mit Streit befassen, als Theaterregisseurin wird es mitunter emotional.

Garching – „Im Theater darf man sich anschreien und austoben“, sagt Stephanie Brack, 54. Das Theater in Garching bietet ihr dazu die geeignete Bühne: Ihre Stücke drehen sich immer um Konflikte. Als Jugendliche wollte die gebürtige Ismaningerin Tänzerin werden. „Es scheiterte aber am Lampenfieber“, sagt sie. Schon mit 18 Jahren gab sie deshalb Tanzstunden, statt selbst auf der Bühne zu stehen. Vor 30 Jahren stieß sie zum Theater in Garching, zunächst als Choreografin. Damals wurde das legendäre Musical „Zeitkind“ im Garchinger Bürgerhaus uraufgeführt. Später wurde sie die Strippenzieherin hinter den Kulissen.

Regiedebüt vor vier Jahren

Ihr Regiedebüt gab sie im Jahr 2018 mit „Der Gott des Gemetzels“. Das Roman-Polanski-Stück dreht sich um zwei Kinder, die in eine Schlägerei verwickelt waren. Die Eltern sollen eine Lösung finden, um den Konflikt der Söhne beizulegen. Das Gespräch der Eltern entwickelt sich allerdings zu einem heftigen Streit. Genau der richtige Stoff für Regisseurin Brack.

Material für künftige Theaterstücke gebe es auch in ihrem Beruf; Brack ist bei einer Versicherung angestellt, sie arbeitet im Telefondienst. „Man glaubt nicht, was den Leuten so passiert“, sagt sie. Ein eigenes Stück schreiben? Das wäre zu aufwendig, sagt Brack.

Zusatzvorstellungen kommen vor

Sie greift lieber auf vorhandene Stücke zurück: 2019 feierte „Central Park West“ in Garching Premiere, dann folgte „Der Vorname“. Bracks Stücke kommen gut an, immer wieder werden zusätzliche Vorstellungen angeboten. Der Erfolg war aber kein Zufall, erklärt Brack: „In unseren Stücken steckt null Prozent Improvisation.“ Kein „Move“ sei ohne Grund.

Nah an Woody Allen herangewagt

„Es ist kein Pillepalle hier“, sagt Brack. Darsteller würden sich für Aufführungen die Haare kurz schneiden; Schauspieler, die falsche Socken tragen, werden schon mal nach Hause geschickt, um die passenden Strümpfe zu holen. Sie selbst hat sich zur Vorbereitung auf „Central Park West“ nah an den US-amerikanischen Autor und Schauspieler Woody Allen herangewagt, er war für ein Konzert im Münchner Gasteig. Hinter allem stecke eine Idee, und das Publikum achte darauf. „Wir sind ein gehobenes Amateur-Theater“, stellt die Regisseurin klar.

Wichtiger als die passenden Socken sei die Rollenarbeit. Als Regisseurin müsse man die Charaktere der Schauspieler herausarbeiten. „Sein Tempo, seine Eigenheiten müssen interpretiert werden. So, dass er ein ’Typ’ wird.“ Brack macht die Arbeit gerne: „Ich liebe die Atmosphäre und die Auseinandersetzungen im Theater.“

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