Forderung der Kreis-SPD

S-Bahn-Verlängerung gegen den Verkehrsinfarkt

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Die SPD-Landkreisfraktion will eine S-Bahn-Verbindung von Garching über Unter- und Oberschleißheim bis Feldmoching. Darüber wurde jetzt im Mobilitätsausschuss des Kreistages debattiert.

Landkreis – Die Forderung, die Nordgemeinden im Landkreis über die Schiene, zu verbinden, ist nicht neu. Neu hingegen ist die gewünschte Verlängerung zum Bahnhof Feldmoching, wo mittels S- und U-Bahn und dem Regionalzug, der Anschluss nach München gewährleistet wäre. Neu ebenfalls ist der Vorschlag, bis zur Fertigstellung der Nahverkehrsverbindung, die Strecke kurzfristig mit einem Bus zu bedienen. Mit „wenigstens 15 Jahren“ rechnet SPD-Fraktionschefin Ingrid Lenz-Aktas, bis die Phase der Planung, sämtlicher Genehmigungen, Gutachten und des Baus für die Stadtbahn abgeschlossen ist: „Der Leidensdruck ist groß.“ Bis dahin sollte ein Bus dem drohenden Verkehrsinfarkt im Norden entgegenwirken.

Denn lange wird es nicht mehr dauern, bis Autofahrer im Münchner Norden mehr Zeit im Stau verbringen, als dass sie Kilometer machen. Unterschleißheims Bürgermeister und Kreisrat Christoph Böck (SPD) erklärt, warum. Wohnungen für bis zu 40 000 Menschen sollen zwischen Ludwigsfeld, Feldmoching und Fasanerie gebaut werden. Am Hart im Münchner Norden hat sich BMW mit seinem Forschungs- und Innovationszentrum eingerichtet. In Unterschleißheim entwickelt der Konzern Systeme für autonomes Fahren. In Oberschleißheim entsteht ein Campus zur Fertigung von Autoteilen im 3-D-Druckverfahren. Davon abgesehen werben beide Orte mit Gewerbeparks. Mit dem Business Campus mag Unterschleißheim die Nase gegenwärtig vorn haben. Oberschleißheim aber zieht mit großen Firmen nach.

Was Garching betrifft, plant der Präsident des Forschungszentrums der Technischen Universität, Wolfgang Herrmann, den Ausbau des Campus nach Westen. Und alle drei Gemeinden ersticken auch ohne zigtausend neue Jobs in Wohnungsnot.

Für den Antrag, den die SPD im Mobilitätsausschuss einbrachte, spricht, dass er dem 2017 fortgeschriebenen Nahverkehrsplan und der Forderung nach tangentialen Verbindungen entspricht. Bisher gibt es im Kreis vor allem die S-Bahn, die von Norden, Süden, Osten oder Westen sternförmig München ansteuert.

Ebenso gut wie zum Nahverkehrsplan passt sich der Antrag dem Inhalt des „Verkehrskonzepts München Nord“ an, für das das Landratsamt selbst vor einem Jahr wärmstens warb. Mit von der Partie sind München, Freising und der Kreis Dachau. Die Nord-Gemeinden Garching, Unter- und Oberschleißheim, aber auch Unterföhring und Ismaning sind Gegenstand eines 300 000 Euro teuren Verkehrsgutachtens, das etwa im Herbst, ein Konzept auswerfen soll.

Rubriklistenbild: © dpa

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