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Rundum-Sanierung fürs Bürgerhaus in Garching.

Umfangreiche Maßnahmen für 6,1 Millionen Euro

"Sanierungsstau" im Bürgerhaus Garching

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Garching - Zur Großbaustelle wird das Bürgerhaus in Garching. Kostenpunkt: 6,1 Millionen Euro.

Die Sanierung des Bürgerhauses wird sich über zwei Jahre erstrecken. Das sehen die Pläne des Landshuter Büros „Raumtailor“ vor, die Architekt Andreas Irl im Stadtrat vorgestellt hat. 

Demnach soll im Mai mit dem Dach begonnen werden, ehe im Herbst Club- und Kellerräume sowie die Hausmeisterwohnung umstrukturiert werden. Ab Frühjahr 2017 wird zum einen das Foyer erweitert; zum anderen ist der Bürgersaal an der Reihe, der Ende des Jahres wieder für Veranstaltungen offen stehen soll. 

Beim 1977 erbauten Bürgerhaus sei „ein Sanierungsstau“ angelaufen, sagte der Architekt zu Beginn seines Vortrags im Bauausschuss des Stadtrats. „Das macht einen Großteil der Kosten aus.“ Zudem soll das Gebäude umgebaut und umstrukturiert werden. Dafür stellte Andreas Irl drei Vorschläge vor. Der Architekt favorisierte ausdrücklich die „Variante 2a“ getaufte Lösung, die der Stadtrat letztlich auch einstimmig beschloss. 

Diese Variante sieht eine Erweiterung des Foyers um etwa 100 Quadratmeter vor. Die Hausmeisterwohnung im Obergeschoss wird aufgelöst; an ihrer Stelle sollen neue Räume entstehen, etwa für die Bücherei. Darüber hinaus soll das Bürgerhaus eine neue Lüftungsanlage bekommen und umfassend energetisch saniert werden. 

Der Architekt schlug vor, im Saalbereich auf ein Metalldach zu setzen, bei den Steildächern soll der naturrote Biber erhalten bleiben. Am ausgiebigsten diskutierten die Räte über die Sanierung der Fenster, wobei vor allem die Grünen vehement forderten, möglichst viele der liebgewonnenen Mahagoni-Fenster zu erhalten. Am Ende einigte sich der Stadtrat darauf, im sichtbaren Bereich weiter auf Holzfenster zu setzen und den Bestand nach Möglichkeit zu sanieren. Lediglich im Saalbereich sollen neue Metallfenster eingebaut werden.

Dagegen hätte auch Wilhelm Betsch nichts einzuwenden, der Vater des Bürgerhauses, der die Urheberrechte innehat. Mit ihm habe man die einzelnen Varianten durchgesprochen, berichtete Architekt Andreas Irl. Betsch habe sich dabei für eine Aufstockung der Bücherei ausgesprochen – eine Variante, die auch Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) gefällt: „Da wäre der Raumgewinn gigantisch.“ 

Jedoch zog der Stadtrat diese Option nicht ernsthaft in Erwägung – der Kosten wegen. Mit „zwei Millionen Euro on top“ würde eine solche Aufstockung zu Buche schlagen, sagte die stellvertretende Bauamtsleiterin Olga Stein. Ohnehin liegt die neue Kostenschätzung nochmal deutlich höher als zuletzt: Mit 6,1 Millionen Euro rechnet das Architektenbüro.

Sollten weitere Nutzerwünsche umgesetzt werden, wären es sogar 6,4 Millionen Euro. Das sind zwei Millionen Euro mehr als im Haushalt für die Sanierung eingeplant sind. „Wir beschließen hier zwar eine Variante, aber wir reden gar nicht übers Geld“, monierte deshalb Hans-Peter Adolf (Grüne), der sich dafür aussprach, „irgendwo einen Pflock einzuziehen“. Seine Stadtratskollegen wollten diesem Vorschlag aber nicht folgen. „Wir können nicht sagen, wir zahlen fünf Millionen Euro und mehr nicht“, sagte SPD-Fraktionschef Joachim Krause. „Außerdem kann es gut sein, dass wir bei der Sanierung noch mit Überraschungen rechnen müssen.“ 

Womöglich wird die Stadt aber um einen weiteren Griff in die Kasse herumkommen. Wie Bürgermeister Gruchmann berichtete, hat sich die Kommune für ein Förderprogramm beworben, das erst kürzlich ins Leben gerufen wurde. Sollte der Antrag bewilligt werden, gebe es die Chance auf einen Zuschuss über 50 Prozent, sagte der Rathauschef. Das würde die Mehrkosten ausgleichen.

Patrik Stäbler

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