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Noch Vision, bald Realität: Mit der Einigung zwischen Stadt und FC Bayern können das Parkhaus (im Vordergrund des Bildes) und die Fußgängerbrücke zur Arena realisiert werden. Allerdings müssen die Garchinger Stadträte im Bauausschuss erst zustimmen. Baubeginn wäre dann im Frühjahr kommenden Jahres. 

Schmälere Treppe bringt die Lösung

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Der Aufgang zur Fußgängerbrücke, die vom geplanten Parkhaus zur Allianz Arena führen soll, wird neu konzipiert. Damit könnte der Streit zwischen der Stadt Garching und dem FC Bayern ein Ende finden.

Garching – Im Streit zwischen dem FC Bayern München und der Stadt Garching um den geplanten Ausbau der Allianz Arena bahnt sich eine Lösung an. Wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) und ein Sprecher der Arena unisono bestätigen, habe man hinsichtlich der geplanten Fußgängerbrücke über die U-Bahngleise einen Kompromiss gefunden. Wobei der Garchinger Rathauschef mit Blick auf die bis zuletzt ablehnende Haltung des Bauausschusses im Stadtrat anmerkt: „Es hat sich gelohnt, dass wir da auf stur geschaltet haben.“

Die Pläne der „Allianz Arena München Stadion GmbH“, die eine hundertprozentige Tochter der FC Bayern München AG ist, wurden vor gut einem Jahr erstmals im Garchinger Bauausschuss vorgestellt. Sie sehen einen neuen Gäste-Eingang im Westen der Arena vor, über den die Anhänger der auswärtigen Mannschaft ins Stadion gelangen. Dadurch sollen die Fans beider Seiten besser getrennt und Zwischenfälle auf der Esplanade vermieden werden.

Vornehmlich für die Gäste-Fans soll im Nordwesten der Arena über dem bestehenden Busparkplatz ein neues Parkhaus mit gut 1200 Stellplätzen gebaut werden. Von dort würde eine Rampe direkt zum künftigen West-Eingang führen. Anhänger des Auswärtsteams, die mit der U-Bahn anreisen, sollen unterdessen westlich der Gleise auf einem bestehenden Weg etwa tausend Meter nach Süden gelotst werden. Dort würden sie auf eine neue Fußgängerbrücke mit Treppenaufgang und Aufzug stoßen, die über die U-Bahngleise führt – zum Ausgang des Parkhauses und zur genannten Rampe.

Genau an der Stelle kommt jedoch die Stadt Garching ins Spiel, denn sie muss als Eigentümerin der U6-Gleise dem Überbau zustimmen. Doch das wollten die Mitglieder im Bauausschuss nicht, vor allem, weil sich durch den Treppenaufgang auf der Westseite die Breite des dortigen Weges auf 3,50 Meter verringert hätte. Und das wiederum wäre nicht ausreichend für den Fall, dass dereinst ein Radschnellweg hier entlang führen würde – dafür sind mindestens fünf Meter vonnöten.

„Wir wollen uns keine Optionen verbauen“, sagte Gruchmann, als die Pläne im vergangenen September ein zweites Mal im Ausschuss vorgestellt wurden – und erneut auf Ablehnung stießen. In der Folge haben sich Vertreter von Stadt und Arena offenbar erneut zusammengesetzt und sind zu einer Lösung gekommen. „Durch bauliche Veränderung, eine Verschmälerung des Treppenbauwerks westlich der U-Bahntrasse, bleibt die Option für einen Radschnellweg nach Garching entlang der U-Bahntrasse erhalten“, teilt ein Sprecher der Allianz Arena auf Anfrage mit.

Angesichts dieses Kompromisses gibt sich Gruchmann zuversichtlich, dass die modifizierten Pläne vom Bauausschuss abgesegnet werden. Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass es bei Fußballspielen entlang des Wegstücks dennoch zu Beeinträchtigungen für Radfahrer und Fußgänger kommen werde. Und auch eine „Belastung für das angrenzende Areal“ sei zu befürchten. Denn laut Prognosen werden an Spieltagen bis zu 3000 Fans den Weg von der U-Bahn zum neuen Eingang nehmen. Und von denen werde sicher der eine oder andere Erleichterung in der Natur suchen, mutmaßt der Rathauschef.

Vonseiten der Allianz Arena heißt er derweil, dass die Bauarbeiten im Frühjahr 2018 beginnen sollen. Die Fertigstellung sei dann für den Saisonstart 2019/20 geplant.

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