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In den Grundschulen in Garching wird mehr Platz benötigt.

Schulen reichen nicht

Schüler-Prognose schockt Garching

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Eine Prognose, die den Stadtrat Garching schockt: Sie sagt einen unerwartet rasanten Anstieg der Schülerzahlen vorher. Dann reichen die Schulen vorne und hinten nicht.

Garching – Sie sei „ein bisschen aus allen Wolken gefallen“, sagt Michaela Theis (UG). Derweil spricht Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) von „ernüchternden Zahlen“, die Jürgen Ascherl (CSU) wiederum „schockiert“ haben. Und Walter Kratzl (Grüne) erinnert daran – im Scherz –, dass man früher den Überbringer schlechter Nachrichten zu hängen pflegte. „Zum Glück macht man das heute nicht mehr.“

Auf diesen Satz hin muss auch Andrea Lehner lächeln. Die einstige Schulamtsdirektorin im Landkreis hat für die Stadt Garching ein Konzept für deren Grundschulen und die Mittelschule erstellt. Den pädagogischen Part hat die Expertin bereits im Hauptausschuss des Stadtrats vorgestellt; diesmal geht es um die prognostizierten Schülerzahlen – die haben es in sich.

Schon jetzt seien die drei Grundschulen in Garching voll ausgelastet, im Fall der Ost- und West-Schule sogar überlastet, beginnt Lehner. Blicke man auf die aktuellen Geburtenzahlen, dann werde der Bedarf bis zum Schuljahr 2021/22 derart steigen, dass insgesamt drei Klassenräume fehlen. Doch bei dieser Berechnung seien die Neubaugebiete noch außen vor, betont Lehner. Zur Erinnerung: Allein in der Kommunikationszone und am Schleißheimer Kanal in Hochbrück soll Wohnraum für bis zu 2800 respektive 1000 Menschen entstehen. Berücksichtige man diesen Zuzug, dann würde Garching im Schuljahr 2023/24 50 Klassenzimmer in Grundschulen benötigen – aktuell gibt es 27. „Infolgedessen“, heißt es in der Sitzungsvorlage, „müssen an allen bestehenden Grund- und Mittelschulen Maßnahmen getroffen werden, um den Bedarf an Schulraum decken zu können.“

Konkret empfiehlt Lehner, die Grundschule-Nord, die in der Kommunikationszone entstehen soll, alsbald zu bauen – und zwar nicht dreizügig, wie bisher geplant, sondern fünf- oder sechszügig, also mit 20 oder 24 Klassen. Zudem sollte die Stadt sofort mit der Planung einer neuen Grundschule in Hochbrück beginnen. Die jetzige sei zwar „sehr schön“, aber man könne sie nicht erweitern. Und das sei nötig. „Meine Empfehlung wäre 2,5-zügig mit zehn Klassen“, sagt Lehner. Derweil könne man die jetzige Schule nach dem Umzug als Kinderhaus nutzen; auch hier gebe es ja Bedarf.

Die Grundschule-Ost kann aus Platzgründen ebenfalls nur bedingt erweitert werden; zudem ist das Gebäude stark sanierungsbedürftig. Lehner rät zum Neubau; die Frage der Größe hänge dabei von der Dimension der neuen Nord-Schule ab. „Wenn die Ost-Schule dreizügig wird, sollte man die Grundschule-Nord sechszügig planen“, empfiehlt die Expertin. Die Grundschule-West dagegen könne unangetastet bleiben, so Lehner. Diese sei „zukunftsfähig geplant“ und „in einem sehr guten Zustand“. Bei der angrenzenden Mittelschule dagegen brauche es mittelfristig eine Erweiterung mit weiteren Klassenräumen, einer Aula und einer Mensa – „aber das hat noch ein bisschen Zeit“.

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