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Noch ist es nur ein Modell , das Günter Koller (l.) und Alfons Kraft in den Händen halten. Nächstes Jahr im September soll die 2,50 Meter große Marienfigur an gleicher Stelle eingeweiht werden, zwischen Maibaum und Garchinger Augustiner. Aktuell sammelt der Förderverein St. Severin Spenden für die Patrona Bavariae. 

Förderverein St. Severin

Schutzpatronin für Garching

Garching - Angefangen hat es  mit der Sanierung des Kirchturms. Seitdem hat der Förderverein St. Severin fast eine halbe Million Euro für Kirchenprojekte gesammelt. Neuestes Plan: eine Patrona Bavariae für Garching.

 Günter Koller erinnert sich noch gut an den ersten Besuch im Erzbischöfliche Ordinariat in München, 15 Jahre ist das schon her. Mit dem Garchinger Pfarrer Bodo Windolf seien damals einige Mitglieder der Pfarrei St. Severin Garching vorstellig geworden, um die Chancen auf eine Sanierung des baufälligen Kirchturms von St. Katharina, der alten Kirche im Herzen Garchings, auszuloten. Die Kostenschätzung: rund eine halbe Million Euro.

Antrag wandert wie durch ein Wunder ganz nach oben

Als die Garchinger ihren Wunsch vortrugen, habe ihr Gegenüber auf einen hohen Stapel gezeigt, erzählt Koller. „Das waren all die anstehenden Baumaßnahmen im ganzen Bistum, und dort wären wir ganz unten einsortiert worden.“ Daraufhin habe man sich erkundigt, wie es aussehen würde, wenn das Ordinariat nur ein Drittel der Gesamtkosten bezahlen müsste, erzählt Günter Koller. „Und plötzlich war unser Antrag ganz oben auf dem Stapel.“ Wenig später sagte der Garchinger Stadtrat zu, ebenfalls ein Drittel zu übernehmen – blieb nur ein Problem: Woher sollte die restliche Summe kommen, gut 150 000 Euro?

Benefizveranstaltungen und Spendensammlungen

Es war dies die Initialzündung für den Förderverein St. Severin, der kurz zuvor im Jahr 2001 aus der Taufe gehoben worden war. Mit den Vorsitzenden Günter Koller und Alfons Kraft an der Spitze sammelte diese Gruppe Spenden und organisierte Benefizveranstaltungen im Bürgerhaus, bis die nötige Summe beisammen war. Im August 2005 konnte schließlich mit der Sanierung begonnen werden; ein Jahr später erstrahlte der zuvor reichlich ramponierte Kirchturm wieder in neuem Glanz.

Nach vollbrachtem Werk hätten sich die Vereinsmitglieder zurücklehnen können, doch stattdessen stürzten sie sich umgehend in das nächste Projekt: ein neues Kreuz für die Severinkirche, gestaltet von der renommierten Künstlerin Anna Chromy, geschätzte Kosten: rund 60 000 Euro. Erneut ging der Verein auf Spendensuche, und erneut war man erfolgreich: Anfang 2009 kam sogar Erzbischof Reinhard Marx nach Garching, um das neue Kreuz zu segnen.

Mitglieder gehen Klinken putzen

„Es gibt Dinge, die von der Pfarrei finanziell nicht zu stemmen sind“, erklärt der Vizevorsitzende Alfons Kraft, zugleich Zweiter Bürgermeister der Stadt. „Und für diese Dinge haben wir den Förderverein ins Leben gerufen.“ Fast eine halbe Million Euro hat er bislang aufgetrieben – für Kirchturm und Kreuz sowie später für die Sanierung der beiden Orgeln in St. Katharina und St. Severin. „Mit dem Mitgliedsbeitrag von dreißig Euro pro Jahr kannst du keine großen Sprünge machen“, erklärt Alfons Kraft. „Das heißt also für uns, dass wir Klinken putzen gehen müssen.“

Modell bei konservativen Christen heiß diskutiert

Genau das kommt nun wieder auf sie zu. Das Ziel: etwa 100 000 Euro für eine Marienskulptur, eine Patrona Bavariae. Im August 2017 soll die Bronzefigur auf der Wiese vis-à-vis des Garchinger Augustiners aufgestellt werden; den Standort hat der Stadtrat bereits abgesegnet. Die Pläne der Künstlerin Lioba Leibl, die eine moderne Darstellung der Gottesmutter mit Jesuskind vorsehen, seien gerade bei konservativen Christen im Ort kontrovers diskutiert worden, sagt Günter Koller. Jedoch habe sich man bewusst gegen eine klassische Mariensäule entschieden, denn: „Wir wollten eine Figur, an der jeder Gefallen finden kann – egal ob Christ oder nicht.“

Ein gutes Drittel der Summe hat der Verein bereits beisammen. Nun will man in den kommenden Monaten weitere Spenden akquirieren, eventuell werde es auch wieder eine Benefizshow im Bürgerhaus geben, sagt Koller. Sein Ziel hat der Verein jedenfalls klar vor Augen: Nächstes Jahr, pünktlich zum 50. Geburtstag der Kirchengemeinde St. Severin, soll die Patrona Bavariae am Samstag, 16. September, eingeweiht werden.

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