Maria mit Jesuskind und Stern flankiert von Pfarrer Ljubisic (l.) und Fahnenabordnungen.
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Maria mit Jesuskind und Stern flankiert von Pfarrer Ljubisic (l.) und Fahnenabordnungen.
Andächtig verfolgen viele Garchinger Enthüllung und Weihe. 
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Andächtig verfolgen viele Garchinger Enthüllung und Weihe. 
Böllerschützen beim Festakt.
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Böllerschützen beim Festakt.
Pfarrer Ljubisic weiht die Statue.
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Pfarrer Ljubisic weiht die Statue.

Besondere Marienstatue

Schutzpatronin für Garching

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Dass bei dieser katholischen Feierstunde ausgerechnet dann der Regen einsetzt, als die evangelische Pfarrerin zu ihrer Rede ansetzt, darf man sicher nicht auf höhere Gewalt zurückführen.

Garching –  Zumal ja auch Kathrin Frowein in ihrem Grußwort die „wunderschöne Figur“ lobt, die neben ihr auf der Wiese zwischen Augustiner und Maibaumplatz steht. Überdies betont die Pfarrerin: „Auch wir Evangelischen finden es gut, dass wir jetzt eine Marienstatue in Garching haben.“

Wenige Minuten zuvor ist selbige enthüllt worden. Mit einem Akkuschrauber hat Alfons Kraft jenen Bretterverschlag entfernt, den der Zweite Vorsitzende des Fördervereins St. Severin zuvor im heimischen Keller angefertigt hatte – und der die Patrona Bavariae vor neugierigen Blicken geschützt hat, seitdem die Statue vor einer Woche aufgestellt wurde. Nun aber beäugen rund 300 Besucher interessiert die etwa 2,50 Meter große Bronzefigur der Gottesmutter mit Jesuskind auf dem Arm. Mit dem anderen hält sie dem Betrachter einen Stern aus ihrem Kranz entgegen; weitere Sterne sind im Boden eingelassen, darauf stehen die Worte „Frieden und Gerechtigkeit in der Welt“ sowie der erste Artikel des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Auf Augenhöhe mit dem Betrachter

Der christliche Begriff der Demut habe sie zu dieser Darstellung der Maria inspiriert, sagt die Künstlerin Lioba Leibl. Die Gottesmutter sei bewusst auf Augenhöhe mit dem Betrachter, „sehr pur“ und „nicht herrschaftlich“ gestaltet, ja sogar „etwas verletztlich“ sehe sie aus. Im Stadtrat gab es sowohl von den Grünen als auch aus der SPD Kritik an den Plänen für eine Marienfigur in Garching, als es um deren Standort ging. Davon ist bei dieser feierlichen Vorstellung und Segnung der Patrona Bavariae erwartungsgemäß nicht mehr die Rede.

Vielmehr betont Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), dass es sich um eine „Patrona Bavariae für uns alle“ handle – und will sie deshalb kurzerhand in „Patrona Garchingae“ umtaufen. Pfarrer Michael Ljubisic beton, dass die Marienfigur „keine oberflächliche Brauchtumspflege“ sei, sondern ein Meilenstein für seine Kirchengemeinde. Zu verdanken ist das dem Förderverein St. Severin, der das Projekt vorangetrieben und nimmermüde Spenden gesammelt hat. Gut neunzig Prozent der Kosten von 100 000 Euro habe man inzwischen beisammen, und damit sei man „sehr zufrieden“, sagt Vereinsvorsitzender Günter Koller. Dass mehr als 300 Einzelspender Geld für die Marienfigur gegeben haben, deutet Koller als Zeichen für die breite Unterstützung des Projekts in der Bürgerschaft. Der Vorsitzende erinnert daran, dass es bereits vor hundert Jahren erste Initiativen zur Aufstellung einer Patrona Bavariae in Garching gab. Dass diese nun pünktlich zum 50. Jahrestag der Kirchweihe von St. Severin realisiert werden konnten, sei umso schöner.

Dreitägige Feierlichkeiten

Der Festakt rund um die Patrona Bavariae ist nur ein Teil der dreitägigen Feierlichkeiten der Pfarrei, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Nicola Gerhardt scherzhaft als „Wochenende der hartnäckigen Männer“ bezeichnet. Schließlich ist tags zuvor die neue Chronik für Kirche und Pfarrei vorgestellt worden, die maßgeblich auf das Engagement des Kirchenpflegers Heinz-Gerd Hegering zurückgeht. Für die Patrona Bavariae wiederum hätten sich allen voran die Fördervereinsvorsitzenden Koller und Kraft hartnäckig eingesetzt. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete gestern noch ein Festgottesdienst mit anschließendem Pfarrfest auf dem Kirchplatz.

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