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Der Forschungs-Campus in Garching mit dem berühmten „Atom-Ei“.

Schwach radioaktive Forschungs-Abwässer in der Isar: Stadt Garching stimmt Erlaubnis zu

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Die TU München will für Jahrzehnte weiter schwach radioaktives Abwasser bei Garching in die Isar leiten dürfen. So ganz stieg der Garchinger Stadtrat da nicht durch - stimmte aber zu.

Garching – Darf die TU München weiterhin potenziell oder schwach radioaktive Abwässer aus ihren Forschungseinrichtungen in die Isar einleiten? Diese Frage beschäftigte am Dienstag den Garchinger Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Denn die TUM hat eine Erneuerung ihrer bereits vor 20 Jahren erteilten so genannten „gehobenen wasserrechtlichen Erlaubnis“ beantragt. Vertreter der Garchinger Forscher gastierten im Ausschuss, um Fragen zu beantworteten – was sich angesichts der Komplexität des Themas schwierig gestaltete. Eine positive Stellungnahme der Stadt, die Genehmigung erneut zu erteilen, wurde aber mit 10:3 Stimmen verabschiedet.

Seit Ende 1999 darf die TUM das Abwasser, das unter anderem in der Forschungs-Neutronenquelle Heinz-Maier-Leibnistz (FRM II), und der Radiochemie München am Garchinger Campus entsteht, in die Isar einleiten. Dazu unterhält die Universität auf Höhe dieser Forschungeinrichtungen, auf Flusskilometer 130.300, einen Einleitungsbau. Auch weil die Stadt Garching vor 20 Jahren verweigert habe, die Abwässer über die Garchinger Kläranlage zu entsorgen, so Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD).

Dennoch steht die Verwaltung jetzt einer Verlängerung grundsätzlich positiv gegenüber und hat das auch umfangreich begründet. Doch ein paar Fragen waren auch nach dem Studium des fast 100-seitigen Erläuterungsberichts der TUM offen geblieben. Etwa, wie hoch – laienverständlich ausgedrückt – die Strahlenbelastung tatsächlich sein könne oder von welchen Halbwertszeiten bei den eingeleiteten Nukliden ausgegangen werden müsse.

„Wir werden das fachlich nicht beurteilen können, aber das ist auch nicht nötig.“

Diese Fragen versuchten der technische Direktor des FRM II, Dr. Anton Kastenmüller, und der Leiter der Radiochemie, Dr. Christoph Lierse, zu beantworten. Doch halfen die ausführlichen Erläuterungen den Stadträten wenig: „Ich fühle mich nicht in der Lage, zu entscheiden, ob ich bedenkenfrei zustimmen kann“, gab Alfons Kraft von den Bürgern für Garching zu. Sein Stadtratskollege Albert Biersack (CSU) kam zu einem ähnlichen Schluss: „Wir werden das fachlich nicht beurteilen können, aber das ist auch nicht nötig.“ Dafür gebe es qualifizierte Stellen, und die Stadt Garching sei als „Hausherr“ nur einer von zahlreichen „Trägern öffentlicher Belange“, die ihre Stellungnahme abgeben.

„Garching wird nicht den ganz großen Einfluss haben“, war Hans-Peter Adolf klar. Der Grünen-Fraktionschef pochte aber auf die „Signalwirkung, dass wir nicht so blöd sind, die Katze im Sack zu kaufen.“ Zu viele Fragen blieben ihm im Bericht offen und eine ganz neue hatten die Grünen, die wie Kraft gegen den positiven Bescheid der Stadt stimmten, noch eingereicht: Sie fordern, belastete Abwässer zu lagern. Theoretisch denkbar, für die TUM – aber, auch aufgrund des hohen Energieaufwands beim Eindampfen, wenig sinnvoll.

Vertrauensvorschuss für die Wissenschaft

Gruchmann will das Okay der Stadt für eine weitere Einleitung „als Vertrauensvorschuss, dass die Wissenschaft verantwortungsvoll damit umgeht“ verstanden wissen. An der Reduzierung der Antragslaufzeit von 30 auf 20 Jahre hält die Stadt aber fest. Am Ende entscheidet das Landratsamt, dass alle Stellungsnahmen für einen Erörterungstermin sammelt. Noch bis 25. Januar können Betroffene – auch Privatpersonen – solche abgeben.

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