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Die Heizzentrale der EWG am Wiesäckerbach.

Energie-Wende-Garching 

Erneut fehlen der EWG 2,5 Millionen Euro

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Garching - Im Finanzplan der Energie-Wende-Garching tut sich ein neues Loch auf: Für die Jahre 2017 bis 2019 fehlen der EWG fast 2,5 Millionen Euro. Nun werden wohl die Gesellschafter zur Kasse gebeten: die Stadt Garching und die Bayernwerk AG.

Seinem Vortrag im Garchinger Stadtrat stellt Christian Nolte einen vielsagenden Satz voran: „Einige Themen sind erfreulich, aber es gibt auch einige Themen, die wir Ihnen vorstellen müssen“, kündigt der Geschäftsführer der Energie-Wende-Garching (EWG) an – und so, wie er das letzte Wort betont, ahnt man bereits Übles. 

Christian Nolte führt drei Gründe an

Wenig später lässt Nolte die Katze aus dem Sack: Bei der Überarbeitung des Finanzplans hat sich ein Loch aufgetan: 2,475 Millionen Euro an weiteren Mitteln benötigt die EWG in den Jahren 2017 bis 2019. Die Gründe hierfür lägen auf der Hand, sagt Nolte und führt dreierlei an. Erstens: die milde Witterung in den vergangenen zwei Jahren. So wurden 2015 statt des ursprünglich geplanten Wärmeabsatzes von 37 GWh nur 30 GWh erreicht. Zweitens habe sich inzwischen herausgestellt, dass der durchschnittliche EWG-Kunde in Garching weniger Energie verbrauche, als man einst angenommen hatte, so Nolte. Und schließlich drittens, der wichtigste Grund: Die EWG hat zu knabbern am sinkenden Wärmepreis und den historisch niedrigen Preisen für Gas und Öl. „Wir spüren diese Entwicklung auch in unserem Wärmepreis der EWG, aber nicht in dem Maße, wie es sich im Markt widerspiegelt. Das sind geringere Abschwünge als bei Gas und Heizöl“, erklärt Noltes Geschäftsführer-Kollege Karlheinz Denner von der Eon-Tochter Bayernwerk.

Günstige Preise bei Öl und Gas mindern Interesse an Erdwärme

Bedeutet: Weil Öl und Gas zurzeit so günstig sind (und günstiger als die EWG), besteht bei den Bürgern kaum Interesse daran, auf Fernwärme umzurüsten. „Das merken wir, wenn wir im Bestandsbau Akquise betreiben“, sagt Denner. Überdies nimmt die EWG wegen des gesunkenen Wärmepreises deutlich weniger ein. Dazu kommt noch ein weiterer Punkt, den Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) verdeutlicht: Bislang sei der Finanzplan der EWG allzu ehrgeizig gewesen. „Diesmal haben wir klar gemacht: Wir wollen keinen sportlichen Ansatz mehr, sondern einen konservativen Ansatz“, erklärt der Rathauschef, der freilich weiter an die Zukunft der EWG glaubt: „Da sind am Anfang wirtschaftliche Fehlentscheidungen getroffen worden, die wir jetzt jedoch im Griff haben.“ Der aktuelle Finanzplan zeige, dass sich die EWG ab 2019 selbst finanzieren könne: „Die Durstrecke ist nicht mehr lang. Zukünftige Generationen werden in die Hände klatschen.“ Zuvor jedoch müssen Stadt und Bayernwerk aber noch mal tiefer in die Tasche greifen als gedacht. Schon im aktuellen Haushaltsentwurf sind 720 000 Euro für die EWG eingeplant, dazu kommen noch mal 950 000 Euro für den Erwerb von Genussscheinen vom Bayernwerk. Von 2017 bis 2019 rechnet der Kämmerer bislang mit 2,65 Millionen Euro für die restlichen Genussscheine und mit 2,58 Millionen Euro an weiteren Einlagen. 

Stadt und Bayernwerk AG müssen Loch stopfen

Diese Summe wird nun aber kaum reichen. Zwar erhofft sich die EWG eine Entlastung durch eine Umschuldung, über die momentan verhandelt wird. Doch angesichts des Millionenlochs kommen Stadt und Bayernwerk an zusätzlichen Investitionen kaum vorbei. Dennoch blieben kritische Worte in der Stadtratssitzung diesmal aus. Der neue EWG-Finanzplan wurde mit großer Mehrheit und gegen die Stimmen der Grünen-Abgeordneten angenommen.

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