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Kein Tageslicht: In der neuen Heimat des Stadtarchivs in einem Raum im zweiten Stock der Gaststätte gibt es keine Fenster. Dieser Makel soll aber bald behoben werden.

Augustiner-Gaststätte 

Stadtarchiv im Dunkeln

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Das Garchinger Stadt Archiv zeiht in den zweiten Stock der Augustiner-Gaststätte an der Freisinger Landstraße - in einen Raum ohne Tageslicht. Die Brauerei will die Fenster nun nachträglich einbauen.

Garching – Das Garchinger Stadtarchiv bekommt ein neues Zuhause: Von seiner jetzigen Heimat im Rathaus zieht die Einrichtung ins ehemalige Gesindehaus an der Freisinger Landstraße um, wo vor einem halben Jahr eine neue Augustiner-Gaststätte eröffnet hat. Im Zuge des Verkaufs des historischen Gebäudes hatten Kommune und Brauerei vereinbart, dass dort im zweiten Stock ein Archivraum eingerichtet wird. Doch offenbar hat es bei der Abstimmung gehapert, denn diesem Raum fehlen nun die Fenster.

Dabei seien diese im Bebauungsplan vorgesehen gewesen, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) im Hauptausschuss des Stadtrats. Zugleich nahm er die Brauerei in Schutz: Sie habe angesichts der anvisierten Archivnutzung bewusst auf Fenster verzichtet, „denn Tageslicht schadet den Dokumenten. Augustiner hat’s nur gut gemeint“, befand Gruchmann. Im Gespräch mit der Brauerei habe man nun vereinbart, „dass zeitnah irgendwann Fenster eingebaut werden“. Bis dahin werde dem Ortschronisten Michael Müller im ersten Stock ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt – „direkt vor einem Fenster“, sagte Gruchmann.

Derweil wies Alfons Kraft (BfG) darauf hin, dass ein Fenster in dem Archivraum auch aus Brandschutzgründen nötig sei. Und Walter Kratzl (Grüne) betonte: „Das da droben ist als Arbeitsraum sicher nicht zulässig. Denn das ist ein geschlossener Raum ohne Fluchtweg und ohne Fenster.“ Sogar bei einer Nutzung als Lagerraum sei er skeptisch, ob dies zulässig sei, ergänzte Kratzl. Worauf der Bürgermeister entgegnete: „Das ist in der Baugenehmigung als Archivraum ausgewiesen.“

Heimatpfleger Michael Müller dankte den Stadträten für ihre Bemühungen um das neue Stadtarchiv. „Ich will da nicht eingesperrt sein und mich auch nicht eingesperrt fühlen“, sagte er. „Es war von Anfang an im Gespräch, dass man dort einlagert und sortiert. Und das ist ja Arbeit, also ist es auch ein Arbeitsraum.“ Als großen Vorteil der neuen Heimat für das Archiv bezeichnete Müller den zusätzlichen Platz: „Da steht sehr viel mehr Raum zur Verfügung als im Rathaus.“

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