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Abtauchen: Das ist derzeit in Garching nicht möglich. Viele Schüler bekommen keinen Schwimmunterricht. 

Kein Schwimmunterricht für Garchinger Schüler

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Lehrschwimmbecken, Sport- oder Freizeitbad? Die Meinungen gehen im Garchinger Stadtrat auseinander. Vieles hängt an den Finanzen.

Garching – Vor 15 Jahren ist das Lehrschwimmbecken in der damaligen Hauptschule geschlossen worden, da es stark sanierungsbedürftig war. Seither gibt es in Garching kein Schwimmbad mehr. Die örtlichen Schulen versuchen, in den umliegenden Bädern in Oberschleißheim und Ismaning unterzukommen. Jedoch sind die Wasserzeiten dort knapp, weshalb etliche Schüler zurzeit gar keinen Schwimmunterricht bekommen.

Dass sich das ändern soll, darüber herrscht im Stadtrat EinigkeitWenn demnächst im Norden von Garching eine neue Grundschule gebaut wird, soll daher zusätzlich zur Turnhalle ein Lehrschwimmbecken errichtet werden. Nur: Reicht das? Oder braucht es ein Hallenbad, in dem auch die Bürger ihre Bahnen ziehen können? Oder womöglich gar ein Freizeitbad mit Rutschen, Saunalandschaft und derlei? Diese Fragen soll nun ein Arbeitskreis klären, den der Stadtrat einstimmig eingesetzt hat.

Dieser Gruppe gehören Josef Kink (CSU), Joachim Krause (SPD), Werner Landmann (Grüne), Florian Baierl (UG), Josef Euringer (BfG) und Bastian Dombret (FDP) an. Sie werden in der zweiten April-Hälfte mit Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD), Vertretern der Verwaltung und Experten zu mehreren Treffen zusammenkommen, ehe sie ihre Vorschläge voraussichtlich im Mai dem Stadtrat vorstellen.

Angestoßen hatten die Debatte zwei Anträge. Zum einen von den Grünen, die ein Lehrschwimmbecken in der Grundschule-Nord fordern; zum anderen von den Bürgern für Garching (BfG), die sich für ein Freizeit- und Sportbad starkmachen. „Unser Ziel ist keine Therme Erding und kein nicht-öffentlichen Schulschwimmbecken“, sagte Fraktionschef Euringer in der Sitzung. Vielmehr stelle man sich ein Hallenbad „für die ganze Familie“ mit fünf 25-Meter-Bahnen und „gegebenenfalls mit weiteren Nebenbecken“ vor. Ein solches würde eine zweistellige Millionen-Summe kosten, schätzen die BfG; dazu komme ein jährliches Betriebskostendefizit von 500 000 bis 800 000 Euro. Wobei die Kosten nicht die Stadt tragen soll, sondern ein Investor, meinte Euringer. Der könne seinen eigenen Badbetrieb separat vom Sportbecken organisieren und damit Gewinn erzielen. „Die Stadt muss ihm nur ein geeignetes Grundstück zur Verfügung stellen“, sagte Euringer.

Sein Fraktionskollege Alfons Kraft wies darauf hin, dass die Kommune in den vergangenen Jahrzehnten 20 Hektar Fläche für Sportplätze und Turnhallen zur Verfügung gestellt habe. „Warum nicht auch für eine Anlage zum Schwimmen und für den Wassersport?“ Jürgen Ascherl (CSU) betonte, dass der Bau eines Hallenbads „in allen Parteiprogrammen drin steht“. Er befürwortete die Gründung des Arbeitskreises, mahnte jedoch: „Ein Millionenloch brauchen wir nicht.“

Unterdessen gab Götz Braun (SPD) zu bedenken, dass es allein mit dem Bau eines Bads nicht getan sei. „Es geht ja auch darum, dass die Kinder dann schwimmen lernen.“ Hier sollte man sich mit Experten beratschlagen und eventuell mit Vereinen zusammenarbeiten, so Braun.

Eine Zusammenarbeit kann sich auch Bürgermeister Gruchmann vorstellen – jedoch hat er hierfür die Technische Universität München (TUM) ins Auge gefasst. Wie der Rathauschef unlängst erklärt hat, würde er beim Bau eines Schwimmbads gerne die Uni und deren Zentralen Hochschulsport mit ins Boot holen. Gespräche mit der TUM habe es bereits gegeben. Gruchmann hat zudem darauf hingewiesen, dass sich als Baubeginn das Jahr 2019 anbieten würde. Schließlich habe er vom Gemeindetag die Aussage erhalten, dass es nächstes Jahr wieder Fördermittel für Schulschwimmbäder gebe.

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