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Gigantisches Projekt: Die Außenhaut der Eso Supernova ist mittlerweile fertiggestellt. Allerdings gibt es im Inneren des gigantischen Bauwerks in Garching noch sehr viel zu tun. Dort haben sich die Bauarbeiten verzögert. 

Die Supernova leuchtet später

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Der Bau der Supernova verzögert sich. Die Innenarbeiten sind nicht abgeschlossen. Neuer Termin für die Eröffnung: April 2018.

Von Patrik Stäbler

Garching – Als Supernova bezeichnen Astronomen das helle Aufleuchten eines Sterns am Ende seiner Lebenszeit. Bei dieser Explosion scheint der Himmelskörper für kurze Zeit mitunter so hell wie eine ganze Galaxie. Analog dazu soll auch das neue Astronomie-Erlebniszentrum der Europäischen Südsternwarte Eso auf dem Forschungscampus bis weit über die Stadtgrenzen von Garching hinaus leuchten – weshalb das Museum samt Planetarium auf den Namen „Eso Supernova“ getauft wurde.

Diese Supernova wird jedoch erst später aufleuchten als ursprünglich geplant: Wie die Eso bestätigt hat, wurde der anvisierte Eröffnungstermin am 10. November diesen Jahres aufs kommende Frühjahr verschoben. Geht es nach dem Countdown auf der Webseite der Eso Supernova, dann wird das Erlebniszentrum am 26. April seine Türen erstmals öffnen.

Grund für die Verzögerung von fast sechs Monaten seien „einige kleine Verspätungen“ bei den Bauarbeiten Ende vorigen Jahres gewesen, sagt Tania Johnston, Leiterin der Eso Supernova. Diese hätten unter anderem dazu geführt, dass der Terrazzo-Boden im Innern des Gebäudes nicht mehr rechtzeitig verlegt werden konnte, ehe sich die zuständige Firma – sie ist sonst nur im Straßenbau tätig – in den Winterurlaub verabschiedete. Allein dies habe einige Monate gekostet, sagt Johnston, „und dann wollten wir auch sicher gehen, dass wir genug Zeit haben, um alles zu testen“. Aktuell sind die Außenarbeiten an dem spektakulären Gebäude nahezu abgeschlossen. Nun geht es im Innern weiter, ehe ab Oktober die bereits fertig konzipierte Ausstellung aufgebaut wird. Sie trägt den Titel „Das Lebendige Universum“ und führt Besucher entlang einer 255 Meter langen Rampe durch das Gebäude, dessen Architektur einem Doppelsternsystem vor der Supernova nachempfunden ist. In dem kleineren der zwei Baukörper befindet sich der sogenannte Welt-Raum – eine fast 15 Meter hohe, zylinderförmige Halle, die über ein 30 Tonnen schweres Glasdach verfügt, an dem mittels LED-Technik der südliche Sternenhimmel aufleuchtet. In dem größeren Stern schlummert das Prunkstück der Eso Supernova: ein digitales Planetarium mit 110 Plätzen und einer 360-Grad-Kuppel mit einem Durchmesser von 14 Metern. Hier sollen täglich mehrere Astronomieshows bei freiem Eintritt gezeigt werden; auch der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.

Mit jährlich bis zu 200 000 Besuchern rechnet die Eso, die das Erlebniszentrum unmittelbar neben ihrem Hauptquartier im Südosten des Forschungsgeländes betreiben wird. Das Gebäude selbst ist eine Schenkung der Klaus-Tschira-Stiftung, die sich zu den Baukosten ebenso ausschweigt wie die Eso. Gleiches gilt für die mutmaßlichen Mehrkosten, die durch die Verzögerung entstehen. Nur so viel gibt Tania Johnston preis: „Wir liegen im Budget, da gibt es kein Problem.“

Bis Ende Dezember sollen die Bauarbeiten an der Eso Supernova fertig und die Ausstellung aufgebaut sein, hofft die Leiterin. Danach gehe es ab Februar in die Testphase – auch mit kleineren Besuchergruppen. Für Donnerstag, den 26. April, ist eine offizielle Eröffnungsfeier mit geladenen Gästen geplant. Am darauffolgenden Wochenende werde die Eso Supernova dann ihre Türen für die Bürger öffnen, kündigt Tania Johnston an. Aktuell sei man dabei, das Rahmenprogramm für die Eröffnungsfeierlichkeiten zu erarbeiten.

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