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Pure Häme: Die Diebe haben einen Kasten Bier gestohlen und zwei Zunfttaferl. Das geht gar nicht. 

Feuerwehr sauer

Traditionsfrevel am Hochbrücker Maibaum

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Den Baum haben sie liegen lassen, aber Zunftschilder mitgenommen. Ein Verstoß gegen alle Regeln des Brauchtutums

Hochbrück – Das Maibaumstehlen – oder zumindest der Diebstahlversuch – gehört zum bayerischen Brauchtum wie das Fassbier zur Aufstellfeier. Auch die Feuerwehrler in Hochbrück haben damit kein Problem – im Gegenteil: Sie selbst haben in der Vergangenheit schon den einen oder anderen Maibaum aus den Nachbarorten stibitzt und nach einer Brotzeit als Auslöse wieder herausgegeben.

Mit Muskelkraft stellt die Feuerwehr Hochbrück den Maibaum auf. Hier mit Zunfttaferl. 

Was sich nun jedoch in der Nacht auf Donnerstag im Garten des Feuerwehrvereins-Chefs Thomas Furchtsam abgespielt hat, wo der Baum aktuell lagert, das ist bei den Hochbrückern gar nicht gut angekommen. Denn Unbekannte haben der Freiwilligen Feuerwehr dort nicht etwa den Maibaum gestohlen, sondern zwei der Schilder, die zu beiden Seiten des Stamms hängen. „Außerdem hat noch ein Kasten Bier gefehlt“, berichtet Feuerwehrkommandant David Ward. Und an dem Maibaum habe ein Zettel mit der Aufschrift geklebt: „Schöner Baum, danke für das Bier!“ – unterzeichnet nur mit dem Buchstaben G.

Auch ein Kasten Bier ist weg

Ansonsten hat die Feuerwehr bis dato keinerlei Forderung nach einer Auslöse erhalten; ohnehin deutet vieles eher auf einen Dumme-Jungen-Streich hin. „Profis waren das definitiv keine“, sagt David Ward mit Blick darauf, wie die Eindringlinge vorgegangen sind.

Die Feuerwehr steht nun vor dem Problem, dass die Zeit bis zum Baumaufstellen am 1. Mai schlicht zu kurz ist, um neue Schilder anzufertigen. „Das ist dafür viel zu aufwendig“, erklärt der Kommandant. „Im Notfall müssten wir die Schilder dann nachträglich aufhängen.“

Es sei denn, die zwei vermissten Maibaumschilder würden wieder auftauchen. „In dem Fall wäre die Sache für uns auch erledigt“, betont Ward.

Dass nicht der Maibaum selbst sondern seine Schilder gestohlen werden – so ein Fall sei ihm bislang nicht untergekommen, sagt Josef Steinkohl, Vorsitzender des Ismaninger Burschenvereins, der weithin für seine Diebstahlkünste berühmt ist. „Und wir würden so etwas auch niemals tun“, betont Steinkohl. „Für uns ist das ein No-Go. Geklaut wird der Baum – und sonst nichts.“ Der ist in Hochbrück freilich noch unangetastet und liegt weiterhin im Garten des Vereinsvorsitzenden. „Es waren schon einige da, die versucht haben, ihn zu stehlen“, berichtet David Ward. „Und ich gehe auch davon aus, dass auch noch welche kommen werden.“ 

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