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Die beide Brücken über die Isar werden 2020 abgerissen.

Über die B 471

Marode Brücken werden 2020 abgerissen

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Die beiden Isar-Brücken zwischen Ismaning und Garching sind völlig marode. Nun ist klar: Sie werden ab 2020 abgerissen. Doch es gibt keine zwei neuen Brücken.

Garching/Ismaning – Seit dem Unglück in Genua, wo eine Brücke einstürzte und 43 Menschen in den Tod riss, haben viele ein ungutes Gefühl, wenn sie über Brücken fahren. Vor allem, wenn sie marode aussehen. Das ist bei der extrem stark befahrenen Überquerung über die Isar zwischen Garching und Ismaning definitiv der Fall.

Das bestätigt das zuständige Staatliche Bauamt in Freising. „Die Autobrücke befindet sich in einem nicht ausreichenden und die Geh-/Radwegbrücke in einem ungenügenden Zustand“, sagt Stefan Meier, Baudirektor am Staatlichen Bauamt. Er betont aber auch, dass die Standsicherheit beider Bauwerke zu jeder Zeit gegeben sei.

Sanieren lohnt sich nicht: Die Brücken sind zu stark beschädigt.

Die beiden Brücken werden regelmäßig von Ingenieuren überprüft. Die Straßenbauämter teilen den Zustand der Brücken bei der Bewertung in eine von sechs Bewertungskategorien von sehr gut bis ungenügend ein. Zudem untersucht ein Statiker die festgestellten Mängel.

Sanierung nicht wirtschaftlich

Vor einigen Wochen wurde erst die Oberfläche auf der Brücke über die B 471 erneuert. Aber: „Diese Maßnahme hat keine Auswirkungen auf die Bausubstanz“, sagt der Baudirektor. Die neue Asphaltschicht soll lediglich die Verkehrssicherheit auf dem Fahrbahnbelag wieder herstellen. „Da eine Sanierung aufgrund des Zustands und des Alters nicht wirtschaftlich ist“, sollen die beiden Brücken abgerissen und eine gemeinsame für Auto- und Radfahrer neu gebaut werden. Diese soll die Fußgänger und Radfahrer durch Schutzplanken vor dem Autoverkehr schützen und die beiden Bereiche trennen. Der Baubeginn ist für 2020 geplant.

Der Entwurf für die neue Konstruktion wird noch dieses Jahr dem Bundesverkehrsministerium vorgelegt, dann folgt ein Planfeststellungsverfahren. Wenn dieses abgeschlossen ist, werden die Arbeiten ausgeschrieben. Stefan Meier rechnet nicht mit Verzögerungen, „weil die Priorität zweifelsfrei gegeben ist“. Und auch die Finanzen dürften kein Problem sein. Die geschätzten Kosten: zehn Millionen Euro.

Protest gegen Sanierung samt Vollsperrung

2012 gab es bereits Pläne für die Sanierung der Brücken – mittels einer fünfmonatigen Vollsperrung. Diese Idee wurde nach massiven Protesten der umliegenden Kommunen begraben. Bei dem Neubau ist Protest nicht zu erwarten. Denn die Planung sieht vor, nördlich der bestehenden Überquerungen eine temporäre Umfahrung einzurichten. 

Stark befahren ist die B471-Brücke zwischen Ismaning und Garching.

Der Verkehr wird über eine Ersatzbrücke geleitet, wenn die bestehenden Bauwerke abgerissen und die neue Brücke gebaut werden. „Lediglich für Arbeiten in einem geringen Umfang, wie den Anschluss der Behelfsumfahrung oder Verkehrsumlegungen, können Vollsperrungen der B 471 für eine kurze Zeitspanne erforderlich werden“, sagt Stefan Meier. Aber eine längere Ausnahmesituation mit Verkehrschaos ist für die die extrem stark befahrene Verbindung durch die Isarau, für die Ausweichmöglichkeiten arg beschränkt sind, ist nicht zu erwarten.

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