Horror auf A8: Unbekannter wirft Pflasterstein auf fahrendes Auto

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Flauschiger Frechdachs: Kaninchen-Dame Dorle war aus dem Gehege im Garten der Kindertagesstätte ausgebüxt – und ließ sich nur sehr ungern wieder einfangen. 

Kindertagesstätte Champini Unterschleissheim

Verfolgungsjagd: „Dorle“ hält Polizei auf Trab

Es war ein ungewöhnlicher Einsatz für vier Polizeibeamte und Daniela Rieth, 49, Leiterin der Champini Sport- und Bewegungskindertagesstätte in Unterschleißheim: Sie gingen auf Kaninchenjagd – mitten in der Nacht.

Unterschleißheim/Garching –Gegen 0.30 Uhr wurde Rieth am Samstag vom Telefon aus dem Schlaf gerissen Am Apparat: die Polizei. Ein aufmerksamer Beamter hatte zwei geöffnete Fenster in der Kindertagesstätte bemerkt und daraufhin die Leiterin angerufen, die in Garching lebt. Sie solle sofort mit dem Schlüssel zur Kita fahren und mit den Beamten nach dem Rechten sehen. Hinfahren ging aber nicht. Rieth hatte vor fünf Wochen einen schweren Unfall, bei dem sie sich den Fuß brach. Das Ergebnis: eine sperrige Schiene. Autofahren ist derzeit für die Garchingerin unmöglich.

Doch die Polizei machte ihrem Namen alle Ehre – Freund und Helfer. Kurzerhand holte eine Streife aus Garching die Frau ab und begleiteten sie sogar von der Wohnung nach unten ins Auto. An der Kita in Unterschleißheim angekommen, warteten schon zwei weitere Beamte auf sie. Gemeinsam schauten sich die Fünf das Gebäude an. Verdächtiges bemerkten sie nicht. Die Fenster waren wohl abends versehentlich aufgelassen worden.

Bis zwei Beamte im Garten eine seltsame Entdeckung machte – einen Hasen. Vor über einer Woche hatte sich Dorle, ein kleiner, neugieriger, schwarzer Hase aus dem Auslauf im Garten ausgegraben und trieb sich seitdem auf dem Grundstück und im Wald herum. Daniela Rieth bat die Polizisten, Dorle einzufangen, sehr um das Leben des kleinen Häschens in Freiheit besorgt. Diese zögerten keine Sekunde. Sie kreisten das Tier mit Taschenlampen ein, Rieth humpelte hinterher. Geschlagene 25 Minuten versuchten die Polizisten, den flinken Nager einzufangen. Ein schwarzer Hase in stockfinsterer Nacht – schwierig. Doch letztlich war ein beamter schnell genug und bekam Dorle zu fassen. Sie wurde in den Auslauf zurückgetragen und blieb unverletzt. Nach dem schweißtreibenden Einsatz fuhren die Beamten die dankbare Daniela Rieth zurück in ihre Wohnung.

Sie ist voller Lob für die Beamten. Die Polizisten seien „sehr freundlich, tierlieb und menschenlieb“ gewesen. Im Nachhinein kann die Kita-Leiterin über die Geschichte lachen. Zu lustig müsse sie ausgesehen haben, die Hasenjagd im Garten. „Wenn eine Kamera mitgelaufen wäre – auf Facebook hätten wir eine Million Klicks bekommen.“ Die Kinder, die das Tier schon schmerzlich vermisst hatten, sind auf jeden Fall überglücklich, die kleine Dorle wieder zu haben. Nur das Tier selbst ist noch ein wenig beleidigt, wieder im sicheren Auslauf zu sein. 

Linda Rowold

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