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Wieviele Medien können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden? Das ist eine der Fragen, die Niklas Kemper (l.) und Dominik Sygulla in ihrer Handy-Schnitzeljagd stellen. 

Pfadfinder-Entwicklung

Virtuelle Schnitzeljagd: Garching für Anfänger

Garching - Passenderweise sind es auch noch zwei junge Pfadfinder, die eine virtuelle Schnitzeljagd durch Garching entwickelt haben. 

Zum Beispiel der Obstgarten. Es gibt kaum einen alt eingesessenen Garchinger, der hier nicht schon mal spazieren war oder im Sommer bis in die Nacht am Lagerfeuer gesessen ist. Viele Neubürger dagegen haben noch nie etwas gehört von diesem herrlichen Fleckchen Natur. „Woher sollen sie auch wissen, dass es so einen tollen Ort in Garching gibt?“, fragt Dominik Sygulla – und liefert die Antwort sogleich: Mit seinem Freund Niklas Kemper hat der 17-Jährige eine digitale Schnitzeljagd durch die Universitätsstadt entwickelt. Sie kann kostenfrei aufs Handy geladen werden, ehe man sich mit dem Gerät in der Hand auf Entdeckungstour durch Garching begibt. An verschiedenen Stationen – vom Maibaum über die Bücherei bis zur Severinkirche – erfährt man allerlei und kann sein Wissen in einem Quiz testen.

Zielgruppe sind Neubürger

„Unsere Schnitzeljagd richtet sich an Neubürger“, erklärt Niklas Kemper. „Deshalb haben wir uns auf Orte wie das Rathaus konzentriert, die für sie wichtig sind. Und auf einige schöne Orte – wie den Obstgarten.“ Der 18-Jährige ist vor einigen Monaten auf die Idee mit der digitalen Schnitzeljagd gekommen. Sie ist nun das Vorzeigeprojekt von Niklas und Dominik, mit dem sich die zwei Pfadfinder des Garchinger Stamms St. Severin für den sogenannten „Explorer Belt“ bewerben.

Qualifikation für den „Explorer Belt“

Dahinter verbirgt sich eine Veranstaltung des Diözesanverbands München-Freising, die im Sommer in Spanien stattfindet. Dort werden 16- bis 21-jährige Pfadfinder im Nirgendwo ausgesetzt – mit ihrem Rucksack, einer Karte und etwas Geld. Zehn Tage haben die Zweierteams Zeit, auf eigene Faust ein bestimmtes Ziel zu erreichen, das rund 200 Kilometer vom Startpunkt entfernt liegt. Überdies müssen die Duos auf ihrem Weg verschiedene Aufgaben bewältigen. Gerade mal 20 Pfadfinder aus dem Diözesanverband dürfen am „Explorer Belt“ teilnehmen; entsprechend aufwändig ist die Bewerbung – mit Lebenslauf, Empfehlungs- und Motivationsschreiben sowie einem Projekt, bei dem es laut Veranstalter vor allem um Teamarbeit, „Offenheit gegenüber fremden Menschen und Kulturen“ sowie „Kreativität und Originalität“ geht.

Die Jungs rechnen sich gute Chancen aus

„Die Bewerbung ist sehr umfangreich“, sagt Dominik, „deshalb rechnen wir uns gute Chancen aus.“ Für die beiden Garchinger würde mit der Teilnahme am „Explorer Belt“ ein Traum in Erfüllung gehen. „Dieses Jahr wäre es zeitlich perfekt bei uns“, sagt Niklas. Denn er selbst strebt heuer am Garchinger Gymnasium sein Abitur an, danach will er ab Herbst Mathematik oder Informatik studieren. Auch sein Kompagnon Dominik hätte im Sommer einige Wochen frei: Nach seinen Abschluss an der FOS in Unterschleißheim beginnt er im September eine Ausbildung zum Elektroniker beim Max-Planck-Institut auf dem Forschungscampus.

Gut 20 Stunden sind die Pfadfinder an ihrer Schnitzeljagd gesessen. Beide sind überzeugt, dass der Bedarf an einer solchen Willkommenstour groß ist. „Allein wegen der Studenten, aber auch wegen der Flüchtlinge und der anderen Zugezogenen gibt es ständig Leute, die neu nach Garching kommen“, sagt Dominik. „Wenn ich im Ort unterwegs bin, werde ich immer wieder nach dem Weg gefragt oder wo das Rathaus ist.“ Für alt eingesessene Garchinger dürfte ihre Schnitzeljagd samt der Fragen zu leicht sein, doch auch hier versprechen die Pfadfinder Abhilfe: „Wir haben uns überlegt, dass wir vielleicht noch eine zweite machen“, sagt Niklas. Der Titel: „Garching für Fortgeschrittene.“

Programm „Actionbound“

Actionbound heißt das mehrfach ausgezeichnete und für den Privatgebrauch kostenlose Programm, mit dem Nutzer recht einfach interaktive Schnitzeljagden, Stadtführungen oder Stadtrallyes erstellen können. Eine solche „Bound“ genannte multimediale Erlebnistour kann Rätsel, Spiele, Fotos oder sonstig05e Medieninhalte umfassen. Wer einen Bound ablaufen will, braucht ein Smartphone oder Tablet mit der kostenlosen Actionbound-App, die es für Android- und iOS-Geräte gibt. Über eine Textsuche oder Landkarte wählt der Nutzer die gewünschte Rallye aus und macht sich auf den Weg. 

Sechs Stationen

Sobald er die gesuchte Stelle erreicht hat, erscheinen auf seinem Bildschirm Informationen, Fragen oder Rätsel. Der Standort des Schnitzeljägers wird entweder per GPS-Ortung ermittelt oder es gibt QR-Codes an den Zielen, die der Nutzer einscannen muss. In Garching existieren bislang nur zwei öffentliche Bounds. Der eine ist eine Entdeckertour über den Forschungscampus, die sich vor allem an Studenten richtet. Der andere heißt „Garching für Anfänger“ und stammt von den Pfadfindern Dominik Sygulla und Niklas Kemper. Wer ihren Bound am Stück absolvieren will, sollte etwa 80 Minuten einplanen; die reine Gehstrecke beträgt 4,5 Kilometer. Auf dem Weg klappert der Nutzer sechs Stationen ab, an denen er eine Aufgabe bewältigen und fünf Rätsel lösen muss.

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