Am Schleißheimer Kanal in Hochbrück soll eine Neubausiedlung nach den Plänen der Münchner Architekten „Fink und Jocher“ gebaut werden.
+
Am Schleißheimer Kanal in Hochbrück soll eine Neubausiedlung nach den Plänen der Münchner Architekten „Fink und Jocher“ gebaut werden.

Was 2021 in der Stadt Garching ansteht:

Vom Wohnungsbau bis zum Radschnellweg

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
    schließen

Die Stadt Garching schiebt bei der Schaffung von neuem Wohnraum mächtig an. Kommunikationszone und das Wohnen am Schleißheimer Kanal sind die beiden Bauprojekte, die die Kommune in den kommenden Jahren auf Trab halten werden.

Wohnungsmix vom Eigenheim bis zum Genossenschaftsbau

Garching – Die „Kommunikationszone“ soll den Ortskern mit dem Hochschulcampus verbinden. Nach jahrelangem, zähen Verhandeln ist im August mit der Unterschrift unter den städtebaulichen Vertrag nun endlich auf der 31 Hektar großen Fläche der Startschuss erfolgt für den Bau von 1250 Häusern und Wohnungen, die rund 3000 Menschen ein neues Zuhause bieten sollen. Geförderter Wohnungsbau, gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte, Geschosswohnungsbau und zugleich Ein- und Mehrfamilienhäuser sorgen für den Mix der ökologisch sowie sozial nachhaltigen Stadtentwicklung.

Ende 2020 wurde zudem der Bebauungsplan „Schleißheimer Kanal“ vorgestellt, die Neubausiedlung für 1650 Bürger wird nicht nur den Stadtteil Hochbrück aufwerten, sondern diesen auch mit zahlreichen Geschäften, Nahversorgern und Dienstleistern versorgen. Obwohl der Baubeginn für 2022 avisiert ist, hat der Stadtrat den Grundstein noch Ende vergangenen Jahres gelegt. Neben der Verabschiedung des Garchinger Wohn-Modells, ehemals Einheimischenmodell, hat der Stadtrat sich zudem für die Unterstützung von Wohnbaugenossenschaften ausgesprochen. Perfekt für „Giga“, die in diesem Jahr gegründete Garchinger Wohnbaugenossenschaft.

„Fair Trade“ wird ausgeweitet

Seit Juli prangt das Banner „Fair Trade Stadt“ über dem Ortseingang. Die Stadt ist die 690. Kommune in Deutschland, die sich zur Agenda 2030 bekennt und menschenwürdige Arbeitsbedingungen fördern will, um Armut zu bekämpfen. Es geht um Gesundheit, Klimaschutz, nachhaltiges Konsumieren und Produzieren. Das wird sich auch auf die Feste der kommenden Jahre auswirken, wo Händler mit Fair-Trade-Produkten willkommen sind. Im Rathaus gibt es seither fair gehandelte Getränke und Kaffee für Mitarbeiter und Gäste, und es soll nach und nach immer mehr Fair Trade in der Stadt einziehen.

Ob das Bürgerhaus-Drama in diesem Jahr über die Bühne geht?

Vielleicht klappt es ja 2021, dass das Bürgerhaus-Drama ein Ende nimmt. Ständige Kostensteigerungen und ständige weitere Hiobs-Botschaften sowie Baustellen taten sich auf, wo man sich doch bereits Mitte des Jahres 2020 am Ziel wähnte. Ähnlich erging es dem Restaurant, die Gäste blieben auf dem Vorplatz buchstäblich sitzen, nachdem auch hier ständig Nachjustierungen notwendig wurden. Ärgerlich, dass der Stadtrat die Kosten immer nur abnicken konnte. Beim Restaurant gab es Kostensteigerungen um 55 Prozent, beim Bürgerhaus um 33 Prozent gegenüber der ursprünglichen Freigabe. In Summe stehen dann 16 Millionen Euro auf der Rechnung. Dann „haben wir aber hoffentlich für 30 Jahre Ruhe“, so Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD).

Bürgerpark: Ein weiterer Teil wird realisiert

Abenteuerspielplatz, Boulebahn und Multifunktionsfläche, das sind die drei Bestandteile des neugestalteten Bürgerparks. Die beiden Boulebahnen sind fertig, die Spielgeräte für unterschiedliche Altersgruppen montiert. Da jedes Jahr ein weiterer Teilabschnitt abgearbeitet wird, steht als nächstes die Multifunktionsfläche an.

Radschnellweg: Das Geld ist zugesagt, die Trasse muss noch ausgehandelt werden

Eine schnelle Radwegeverbindung von der Landeshauptstadt über Unterschleißheim und Garching nach Freising soll es werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer kam mit einer Förderzusage in Höhe von 2,3 Millionen Euro im August 2020 nach Garching. Geht es zügig voran, könnte der Baubeginn 2021 erfolgen, dafür müssen sich die Stadträte aber auch über die in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagene Trassenführung einig werden. Dass der Vorschlag aus dem Landratsamt hinsichtlich einer Führung durch das Hochbrücker Gewerbegebiet keinen Gefallen fand, darüber war man sich im Stadtrat schnell klar.

Wie die „gemeinsam zu erarbeitende Variante“ aussehen soll, dabei hat Garching ein gewichtiges Wort mitzureden und daher im kommenden Jahr noch ein anstrengendes Stück Arbeit vor sich. Dazu gehört auch die Klärung von Fragen bezüglich des Unterhalts, der Verkehrssicherung oder Beleuchtung.

Zwei große Jubiläen stehen an

Runde Geburtstage feiern 2021 der VfR Garching (100 Jahre) und das Werner-Heisenberg-Gymnasium (50 Jahre). Die Corona-Pandemie lässt keine konkreten Aussagen zu, ob überhaupt und wenn ja, wie gefeiert wird. Für den Direktor des WHG, Armin Eifertinger, ist klar, dass es etwas geben wird, „aber aktuell ist ein großes Fest nicht absehbar.“

VfR-Vorstand Uwe Cygan hofft auf einen Festabend im Zuge der Bürgerwoche. Diese ist im Kulturprogramm bereits verankert. „Wir hoffen auf die geplante 50. Bürgerwoche mit Straßenfest vom 1. bis 11. Juli, zur Not auch mit Einschränkungen“, so Kulturreferent Thomas Gotterbarm. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ein Neubau für VHS UND NBH

Die beiden Einrichtungen Volkshochschule und Nachbarschaftshilfe haben ein Weihnachtsgeschenk erhalten, in der Telschowstraße wird das Zentrum für Garchings kulturelles und soziales Leben gebaut. Die Pläne stehen, läuft alles zügig, so kann es 2021 mit den Bauarbeiten losgehen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare