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Unterwegs an dunklen Ecken: In Haar sind Ehrenamtliche als Sicherheitswacht im Einsatz. Doch in Garching sehen manche die Wacht skeptisch.

Viele Garchinger Stadträte skeptisch

Vorbehalte gegen Sicherheitswacht

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Braucht Garching eine Sicherheitswacht? Die Meinungen im Stadtrat gehen weit auseinander. Doch die Tendenz ist klar.

Garching – In der vergangenen Woche hat Michael Graf in Unterschleißheim erleben müssen, wie der Stadtrat die von ihm beworbene Sicherheitswacht erst heftig debattiert und dann mit knapper Mehrheit abgelehnt hat. Diesmal soll es nach dem Wunsch des Dienststellenleiters der Oberschleißheimer Polizeiinspektion, die auch Garching betreut, anders werden. Deshalb ist er nicht nur selbst zur Stadtratssitzung erschienen, sondern er hat auch zwei Mitglieder einer Sicherheitswacht mitgebracht.

Das Ehepaar Burkhardt, das im Münchner Stadtviertel Neuhausen mit weiteren Freiwilligen patrouilliert, schildert seine Motivation und berichtet von seinen Erfahrungen. Doch so aufgeräumt und sympathisch die beiden dies auch tun – an der ablehnenden Haltung vieler Stadträte kann das nicht rütteln.

Dabei hat Graf zuvor intensiv für solche Bürger-Patrouillen geworben, als „zusätzliches Auge im öffentlichen Raum und zusätzlichen Ansprechpartner“. Zwar lebe man in Garching sehr sicher, betont der Polizeichef, aber es gebe einen „deutlichen Unterschied zwischen objektivem und subjektivem Sicherheitsgefühl“. Um Letzteres zu stärken sei eine Sicherheitswacht „ein zusätzlicher Baustein“. Deren Mitglieder, die umfassend geprüft und ausgebildet würden, stehen unter Aufsicht der Polizei, betont Graf. „Ich bitte daher mit meinem guten Namen um Ihre Zustimmung.“

Auch Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) wirbt für eine Sicherheitswacht, wie sie es im Landkreis bereits in Unterhaching, Haar und Ottobrunn gibt. Er verweist darauf, dass die Stadt schon seit Jahren einen privaten Sicherheitsdienst beauftrage, der im Winter an 50 und im Sommer an 100 Stunden je Monat auf Streife gehe. Eine ehrenamtliche Wacht könne die Kommune entlasten, sagt der Rathauschef. „Es kostet uns nichts, und wir sollten uns einfach mal anschauen, wie es in der Praxis läuft.“ 

Doch schon in seiner Fraktion ist man sich uneins, räumt deren Sprecher Joachim Krause ein. Und Ulrike Haerendel (SPD) betont, dass sie in Garching keine Notwendigkeit für eine Sicherheitswacht sehe, sondern eher negative Auswirkungen fürchte. Ähnlich äußern sich die Grünen, für die Werner Landmann anmerkt: „Es könnte auch der gegenteilige Effekt eintreten, nämlich dass Teile der Bevölkerung den Eindruck gewinnen, dass die Polizei nicht mehr für Sicherheit und Ordnung sorgen kann und sich deshalb zusätzlicher Kräfte bedienen muss.“

Derweil sagt Jürgen Ascherl, selbst Polizist und Fraktionschef der CSU: „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Die Polizeigewerkschaften betrachten die Sicherheitswacht kritisch. Ich persönlich würde einen Gewinn darin sehen.“ Skeptisch gibt sich Michaela Theis (UG), die davor warnt, sich von subjektiven Gefühlen leiten zu lassen. „Politik ist immer gut beraten, sich an objektiven Zahlen zu orientieren.“ Die Bürger für Garching haben sich in Person ihres Vorsitzenden Harald Kirchner bereits im Vorfeld gegen die Wacht ausgesprochen.

Nach einer engagierten Debatte erklärt der Bürgermeister schließlich, dass er die Entscheidung auf die nächste Sitzung vertagen will. „Wir geben den Stadträten noch etwas Bedenkzeit“, sagt Gruchmann. Ob die vielen Kritiker, die sich zu Wort gemeldet haben, ihre Meinung aber in den kommenden vier Wochen ändern werden, darf bezweifelt werden.

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