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Frommer Wunsch der Garchinger: Tempo 30 an der Ortsdurchfahrt.

Ortsdurchfahrt Garching

Wenig Hoffnung auf Tempo 30

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Es sieht schlecht aus für die Wünsche der Garchinger: Es gibt weder eine Parallele zur B471 noch Tempo 30 im Ort. Vermutlich.

Garching – Zweimal Verkehr, Energiesparen und eine Party-Location für Hochbrück: Der Garchinger Stadtrat hat über vier Anträge entschieden, die bei den Bürgerversammlungen mehrheitlich angenommen wurden. Die Beschlüsse werden den Antragstellern kaum schmecken: Denn zwei Vorstöße wurden abgelehnt, der dritte zwar angenommen, jedoch gehen die Erfolgschancen gegen Null, und Nummer vier ist aus Sicht des Urhebers unzulässig verkürzt worden.

Parallelstraße zur B471

Weil im Berufsverkehr die Autos „schon morgens um 7.30 Uhr bis zur Ingolstädter Straße rausstehen“, hat Klaus Grosch in Hochbrück eine Entlastung gefordert. Sein Vorschlag, der einhellig angenommen wurde: eine neue Parallelstraße zur B471 nördlich des Gewerbegebiets, die Dieselstraße und B13 verbindet. Diesen Antrag hat der Stadtrat abgelehnt. Als Begründung führt die Verwaltung den Flächennutzungsplan an. Darin heißt es, dass eine Verkehrsentlastung für Hochbrück vorrangig über die Ertüchtigung der Schleißheimer Straße erfolgen soll. Dies betreffe vor allem die Kreuzungen mit der B13 und der früheren B11, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Dass diese Knotenpunkte ausgebaut werden sollen, hat die Stadt schon mehrfach beim Straßenbauamt gefordert. „Aber die vertrösten uns immer, dass es im Bundesverkehrswegeplan drin ist“, sagte der Rathauschef. „Aber wenn das nicht oberste Priorität hat, dann passiert da erst mal zehn Jahre nichts.“

Feststadl in Hochbrück

Ebenfalls von Klaus Grosch stammte der Antrag, wonach die Stadt den Bau eines Feststadls in Hochbrück prüfen möge, etwa für Partys des Burschen- oder Deandlvereins. Doch auch dieses Ansinnen lehnte der Stadtrat auf Anraten der Stadtverwaltung ab. So argumentierte Geschäftsleiterin Sylvia May, dass aktuell eine Übersicht erstellt werde mit allen Garchinger Vereinen und deren Nutzungen von städtischen Immobilien. Anhand dieser Liste werde der Stadtrat über die Wünsche der Vereine diskutieren. Wie berichtet haben unter anderem der Fischereiverein und der FC Türk Sport bei der Stadt angeklopft, mit der Bitte, den Bau eines Vereinsheims zu unterstützen. Das Feststadl in Hochbrück wäre dann „ein Antrag unter vielen Anträgen“.

Energieverbrauch städtischer Gebäude

Angenommen hat der Stadtrat den Antrag von Vesselinka Petrova-Koch und Wolfgang Ochs. Aber nicht so, wie sich die Vertreter der Agenda 21 das vorgestellt haben. Sie hatten gefordert, dass die Stadt den Strom- und Wärmeverbrauch ihrer Liegenschaften ab 2012 ermittelt und Vorschläge zur CO2-Einsparung erarbeitet. Bei der Bürgerversammlung habe der Bürgermeister jedoch nur jenen Part des Antrags verlesen, wonach der Stromverbrauch bestimmt werden solle, sagte Sylvia May. Entsprechend hat der Stadtrat nun auch nur diesen Aspekt beschlossen: Ein Praktikant soll die Akten aus dem Archiv holen und die seit Jahren brachliegende Energiedatenbank ab 2012 fortführen.

Wolfgang Ochs zeigte sich enttäuscht ob dieses verkürzten Beschlusses: „Das bringt doch nichts, wenn danach keine Einsparmöglichkeiten gesucht werden.“ Dass seit 2012 keine Daten zum Strom- und Wärmeverbrauch vorliegen, hatte Grünen-Stadtrat Hans-Peter Adolf zuvor als „Skandal“ und „eklatantes Versagen der Verwaltung“ bezeichnet. Auch den Ansatz, einen Praktikanten mit der Aufgabe zu betrauen, nannte er „bedenklich“. Adolf sprach sich dafür aus, lieber die Energieagentur Ebersberg-München ins Boot zu holen.

Tempo 30 Zone an der Ortsdurchfahrt

Harald Kirchner, Vorsitzender der Bürger für Garching (BfG), hatte erfolgreich beantragt, dass sich die Stadt für eine Tempo-30-Zone entlang der Ortsdurchfahrt zwischen Garchinger Augustiner und Spitzweck-Apotheke einsetzen soll. Diesen Vorstoß hat der Stadtrat angenommen. Jedoch sind die Erfolgsaussichten mau. Schließlich war die Stadt schon Ende 2016 mit einem ähnlichen Antrag gescheitert. Nun werde man sich ein zweites Mal ans Landratsamt wenden, sagte Sylvia May. Wobei Bürgermeister Gruchmann anfügte: „Das wird ganz bestimmt abgelehnt.“ Ähnlich sehe es beim Thema Lkw-Verbot im Ort aus, ergänzte er in Erwiderung auf Salvatore Disanto (CSU), der gegen den Beschluss stimmte. „So lange es eine Staatsstraße ist, gibt’s kein Lkw-Verbot. Das können wir erst angehen, wenn sie zur Gemeindestraße umgewidmet ist.“

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