Werkmarkt Pradler: Es geht wieder aufwärts

Garching - Der Werkmarkt Pradler gehört zu Garching wie der Schwanenbrunnen. Umso geschockter waren die Einheimischen, als Albert Pradler im Januar offenbarte, dass die Firma in wirtschaftliche Schieflage geraten sei. Inzwischen aber hat er neue Zuversicht geschöpft.

Neulich hat Albert Pradler in seinem Werkmarkt ein paar Regale leergeräumt, um Platz zu schaffen für das Winter-Sortiment. Und sofort machte in Garching ein Gerücht die Runde: Der Pradler macht zu! „Einige Kunden haben uns darauf angesprochen“, erzählt der Geschäftsführer, der den Heimwerkermarkt samt Schreinerei mit seinem Bruder Klaus Pradler führt. „Diese Gerüchte sind einfach nicht totzukriegen.“

Wobei das Familienunternehmen selbst dazu beigetragen hat: Im Januar machte Albert Pradler bei einem Treffen des Vereins „Lebendige Ortsmitte“ öffentlich, dass es seinem Betrieb wirtschaftlich schlecht gehe. „Wir stehen vor der Entscheidung: Machen wir das Geschäft ganz zu oder holen wir uns professionelle Hilfe und versuchen es noch mal“, sagte er damals.

Die Brüder Pradler entschieden sich für Letzteres, engagierten eine Unternehmensberatung und stellten einiges auf den Prüfstand. „Wir haben beispielsweise das Sortiment aktualisiert und verschiedene Werbemaßnahmen auf den Weg gebracht“, sagt Albert Pradler. Offenbar mit Erfolg, denn jetzt bekundet der Geschäftsführer: „Dieses Jahr ist nicht schlecht gelaufen. Wir konnten sogar ein Umsatzplus erwirtschaften.“ Für ihn bedeutet das: „Wir machen auf alle Fälle weiter. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg - auch, wenn es noch viel zu tun gibt.“

Bestärkt in seiner Meinung habe ihn nicht zuletzt der große Zuspruch der Kunden. „Viele haben uns gelobt und gesagt, dass es so einen Laden nirgendwo anders gibt“, berichtet Albert Pradler. „Einige haben uns sogar bekniet, dass wir ja nicht aufhören.“ Kein Wunder, schließlich ist „der Pradler“, wie man ihn hier nennt, in Garching eine Institution. Im Jahr 1967 wurde der Familienbetrieb an der Münchner Straße von Robert Pradler als Schreinerei gegründet; seit mehr als drei Jahrzehnten beherbergt er zudem einen Heimwerkermarkt. Nach dem überraschenden Tod des Gründers übernahmen seine Söhne Albert und Klaus Pradler 1998 die Firma, die aktuell 15 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wenn der Pradler zumachen würde, dann hätte das Symbolcharakter für die gesamte Münchner Straße“, sagt Salvatore Disanto, Vorsitzender des Garchinger Gewerbevereins. „Das wäre eine Niederlage für den Einzelhandel.“ Umso erfreuter sei er nun von den positiven Nachrichten aus dem Werkmarkt, sagt Disanto. „Das Geschäft ist für die Nahversorgung sehr wichtig, vor allem für ältere Mitbürger.“

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