Das neue Windrad auf dem Müllberg bei Freimann.
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Das neue Windrad auf dem Müllberg bei Freimann. Weiter Nördlich plant jetzt Garching eine Anlage mit 250 Metern Höhe.

Unterschriftensammlung in Dietersheim

Nach Protestaktion: Grüne aus Garching und Eching wollen bei Windrad jetzt kooperieren

  • Sabina Brosch
    vonSabina Brosch
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Eine Grünen-Gemeinderätin aus Dietersheim hat eine Unterschriftenaktion gegen das Garchinger Windrad initiiert. Das sorgte parteiintern für Irritationen. Nun wollen die Ortsverbände kooperieren.

Garching – Eine Unterschriftenaktion gegen das Garchinger Windrad, mitinitiiert von einer Grünen-Gemeinderätin aus Dietersheim, hat parteiintern für Wirbel gesorgt. Wie sich bei einem Pressegespräch zeigt, herrscht nun aber Einigkeit zwischen den Ortsverbänden aus Eching und Garching. Sie planen sogar gemeinsame Informationsveranstaltungen.

Noch vor einer Woche war diese Einmütigkeit nicht absehbar. Der Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans für das Windrad im Garchinger Norden warf im Echinger Gemeinderat vor allem die Frage auf: „Wieso wurden wir nicht früher involviert?“ Schließlich tangiere ein derart großes Windrad auch Echinger Belange. Vor allem die Dietersheimer als direkte Nachbarn des Stahlriesens befürchteten Lärm und Schlagschatten. Der Widerstand resultierte in einer Unterschriftenaktion, unterzeichnet von 550 Dietersheimern, die zwei Gemeinderätinnen an Echings Bürgermeister Sebastian Thaler (SPD) übergaben. Dass eine davon, Lena Haussmann, eine Grünen-Rätin war, sorgte in den eigenen Reihen für Stirnrunzeln.

„Wir brauchen diese Energieform unbedingt“

Haussmann betont nun in dem Gespräch zwischen den Ortsverbänden, dass sie an der Unterschriftenaktion vorrangig als Dietersheimerin mitgewirkt habe und keinesfalls gegen das Windrad an sich argumentieren wollte. Hier habe sie spontan aus dem Bauch heraus agiert, und „sensibler reagieren müssen“. Sie bleibe jedoch dabei, dass „ich gerne früher mitgesprochen hätte“. Am besten, bevor die Garchinger Stadträte den Aufstellungsbeschluss gefasst haben. So seien nicht nur sie, sondern auch die Dietersheimer verunsichert gewesen. Sie fühlten sich zu wenig eingebunden und aufgeklärt. Sofort nach dem Garchinger Beschluss hätten sie Bürger angesprochen, „was denn das Windrad für Auswirkungen hätte und ob man hier überhaupt Einfluss nehmen könne“. Ihr Fazit: „Die Kommunikation und auch Information hätte deutlich besser laufen können.“

Dass sie oder gar die Echinger Grünen gegen das Windrad seien, „stimmt natürlich nicht“, betont Haussmann. „Wir brauchen diese Energieform unbedingt, und wo es möglich ist, ein Windrad zu bauen, sollte man das auch tun.“ Schließlich diskutiere man auch in Eching „ein eigenes Windrad zu bauen“, fügt Leon Eckert, Echings Dritter Bürgermeister hinzu. Natürlich hätten die Echinger schnell gemerkt, „dass das hier etwas verunglückt ist“, bestätigt Axel Reiß von den Echinger Grünen. Denn nicht nur bei Parteikollegen aus dem benachbarten Landkreis liefen Anfragen aus, ob denn die grüne Partei nicht mehr pro Windkraft stünde.

Aufklärungsarbeit in den Kommunen

Auch die Garchinger Grünen hätten sich ein besonneneres Vorgehen gewünscht. „Zumal das Areal bereits seit 2009 im Flächennutzungsplan als Sondergebiet Windkraft festgelegt ist, zudem die Kommune Eching damals in das Verfahren involviert gewesen“, sagt Stadtrat Hans-Peter Adolf „Der Standort ist also nichts Neues.“ Der von Garchings Stadtrat gefasste Aufstellungsbeschluss stelle immer noch ein frühes Stadium dar. „Es besteht genügend Zeit für Echings Bürger und auch die Kommune Eching, Stellung zu beziehen, die dann natürlich in die Abwägung mit einfließen“, so Adolf. So fehle auch noch eine naturschutz- und lärmschutzrechtliche Untersuchung. Auch auf Garchinger Seite sei man froh, „dass nun etwas weitergeht zum Thema Windkraft“. Zusammen wollen die Grünen-Fraktionen Garchings und Echings nun vor allem anderen die „Angst“ vor dem Windrad nehmen. „250 Meter Höhe – das hört sich natürlich brutal an“, räumt Adolf ein, aber entscheidend sei doch die Nabenhöhe und diese liege bei rund 170 Metern. Das ständig zum Vergleich herangezogene Windrad am Schuttberg stehe auf einem 60 Meter hohen Hügel, habe eine Nabenhöhe von 80 Metern „und ist damit dann gar nicht mehr so enorm viel größer“.

Wichtig sei, das Wissen, das die Kommunalpolitiker aus Eching und Garching hätten, auch „direkt zu den Bürgern zu tragen“, erklärt Leon Eckert. Deshalb werde man schon bald eine virtuelle Informationsveranstaltung anbieten. „Und wenn möglich“, so Eckert, „uns auch vor Ort direkt auf dem Acker mit den Bürgern treffen.“

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