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Mit Viehfutter im Gericht: Christine (66) und Marie-Sophie Scherr (24) vor dem Prozess.

Tag der offenen Weide

Zebu-Streicheln gegen Schlachtermesser in Garching

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Garching – Einen Tag der offenen Weide veranstalten Christine Scherr und ihre Tochter Marie-Sophie Scherr am Sonntag, 14. August. Die Besucher sollen sich auf dem Gelände im Südwesten von Hochbrück davon überzeugen, wie gut es den rund 135 Zeburindern dort geht - entgegen der Auffassung des Veterinäramts.

Es gibt Führungen über die Weide, Kinder dürfen die Tiere mit Gemüse füttern und sich danach im Hufeisenwerfen probieren. „Eine Art Picknick“ werde es sein, kündigt Marie-Sophie Scherr an, für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Angesichts so viel heiler Welt könnte man glatt vergessen, dass über der Herde in Hochbrück das Damoklesschwert schwebt, das in diesem Fall ein Schlachtermesser ist. 

Prozess verloren

Schließlich hat das Landratsamt Christine Scherr die Haltung der Tiere dort verboten. Eine Klage gegen diese Entscheidung hat das Verwaltungsgericht Anfang Juli wie berichtet abgelehnt. Bis jetzt habe sie noch keine Urteilsbegründung erhalten, berichtet Christine Scherr. Aber sowohl sie als auch ihr Rechtsvertreter, der TV-Anwalt Sewarion Kirkitadse, haben bereits angekündigt, dass sie in Berufung gehen werden. Der Jurist rechnet damit, dass der Fall im Herbst am Verwaltungsgerichtshof landet. Er könnte das Urteil revidieren oder bestätigen – wobei Letzteres wohl die Zwangsschlachtung der Tiere zur Folge hätte.

Zebus nicht artgerecht gehalten?

Hintergrund des Rechtsstreits sind die Vorwürfe des Veterinäramts am Landratsamt, wonach Christine Scherr ihre Zebus nicht artgerechnet hält – und das seit längerer Zeit. In den vergangenen zehn Jahren habe man sich immer wieder mit der Besitzerin und ihrer Herde herumgeärgert, klagte eine Vertreterin der Behörde vor Gericht. Unter anderem war dort die Rede von fehlenden Unterständen, unterernährten Rindern, Todesfällen im Winter und zu wenig Platz für so viele Tiere.

Züchterin fühlt sich schikaniert

Derweil fühlt sich Christine Scherr vom Veterinäramt schikaniert. Sie würde ja gerne lebende Tiere verkaufen, um die Herde zu verkleinern, jedoch verweigere ihr das Veterinäramt die hierfür notwendige Bescheinigung, klagt sie. Vorwürfe, wonach die Rinder auf der Wiese an der Ingolstädter Landstraße nicht artgerecht gehalten würden, weist Christine Scherr energisch von sich – gerne auch gegenüber Journalisten.

Ohnehin betreiben sie und ihre Tochter viel Öffentlichkeitsarbeit für ihren Fall und setzen alle Hebel in Bewegung. So hat sich die Mutter ans bayerische Umweltministerium und an die Staatskanzlei gewandt; überdies gibt es inzwischen sogar eine Petition im Internet für ihr Anliegen. Rund 200 Unterstützer haben sich online dafür ausgesprochen, dass die Zeburinder am Leben und auf der Weide in Hochbrück bleiben dürfen.

Adressat der Petition ist das Veterinäramt, dessen Vertreter vor Gericht einen Kompromiss jedoch ausdrücklich ablehnte – mit Verweis auf die jahrelangen Ärgernisse. Trotzdem gibt sich Christine Scherr zuversichtlich: „Ich gebe nicht auf und kämpfe weiter“, sagt die 66-Jährige, die lange Zeit in Ismaning gelebt hat und inzwischen im Landkreis Erding wohnt. „Es hat sich ja auch schon einiges bewegt.“

Beginn um 10 Uhr

Der Tag der offenen Weide beginnt am Sonntag, 14. August, 10 Uhr. Treffpunkt ist die Wiese im Südwesten von Hochbrück, Höhe Ingolstädter Landstraße 102.

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