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Hilfe in schweren Stunden bietet der Hospizkreis Garching, zu ihm gehöre (v.l.) Marina Zlatic, Marianne Hansen, Judith Siebenschuh-Petsch, Elfriede Schneider, Irmgard Ebner, Waltraude Grosse, Ingrid Stanglmeier, Brigitte Jandl, Liesl Urbas, Ingeborg Ludwig und Helga Listl-Krause. Nicht auf dem Bild: Kathrin Yilmaz.

Zehn Jahre Hospizkreis: Zuwendung am Ende des Lebens

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Garching - Seit zehn Jahren begleitet der Garchinger Hospizkreis Menschen an ihrem Lebensende – meist im Pflegeheim, mitunter zu Hause. Die zwölf ehrenamtlichen Frauen bringen mit, was sonst oft zu kurz kommt: Beratung, Zuwendung und vor allem Zeit.

Obschon es bereits zehn Jahre her ist, erinnert sich Ingrid Stanglmeier gut an ihre erste Hospizbegleitung. „Das war eine ältere Dame im Pflegeheim“, erzählt die Garchingerin. „Ich weiß noch genau, in welchem Zimmer sie gelegen ist.“ Ingrid Stanglmeier – damals frisch ausgebildete Hospizhelferin – besucht die Frau monatelang, liest ihr vor, erzählt hin und wieder selbst, viel häufiger aber hört sie nur zu. Und sie nimmt die Dame am Arm mit zum Einkaufen. „Die wäre sonst gar nicht aus dem Pflegeheim rausgekommen“, sagt Ingrid Stanglmeier. Als die alte Frau Monate später stirbt, sei sie natürlich traurig gewesen. Aber: „Die Hospizbegleitung verändert einen auch selbst. Das ist eine wunderschöne Aufgabe.“ 

Die Idee zur Gründung eines Hospizkreises in Garching geht im Jahr 2006 von den christlichen Kirchen und der Nachbarschaftshilfe aus, unter deren Dach das Angebot bis heute läuft. Nach einer ersten Infoveranstaltung lassen sich zwölf Freiwillige im Rahmen eines dreimonatigen Kurses zu Hospizbegleitern ausbilden. Die Kosten übernehmen die Ehrenamtlichen damals selbst; heute trägt sie der Landkreis München. Ein Schwerpunkt der Ausbildung ist der Praxisteil: An zehn Tagen besuchen die angehenden Helfer ein Pflegeheim, lernen dort die Abläufe kennen und – weitaus wichtiger – die Patienten. „Früher sind die Menschen in ihrer Familie gestorben, oft kam der Pfarrer“, sagt Ingrid Stanglmeier. 

Heute hingegen geschehe das Sterben meist hinter verschlossenen Türen, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Das passe zu einer Gesellschaft, in der das Thema Tod „zur Seite geschoben wird“. Auch deshalb herrsche bei Schwerkranken und deren Angehörigen oftmals Sprachlosigkeit – und Angst. Und natürlich Trauer. „Unsere Aufgabe ist es, in diesen Situationen Ruhe reinzubringen, über die Angst zu sprechen und die Trauer anzunehmen“, sagt die Hospizhelferin. Hierfür arbeite man eng mit Krankenhaus oder Pflegeheim sowie den Angehörigen zusammen. Eine pflegerische Betreuung können und dürfen die Helfer nicht leisten. Dafür vermittelt der Hospizkreis professionelle Hilfsangebote und berät bei Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. 

Zehn Jahre nach der Gründung zählt der Garchinger Hospizkreis heute zwölf ehrenamtliche Helfer – allesamt Frauen, meist im vorgerückten Alter. „Wir würden gerne Männer aufnehmen, aber die lassen das Thema Sterben oft nicht so an sich ran“, sagt Stanglmeier, deren Team auf der Suche nach Verstärkung ist. Schließlich leben allein im Garchinger Pflegeheim fast hundert Bewohner. „Es wäre schön, wenn sich zumindest um jeden Zweiten oder Dritten jemand kümmern könnte – nicht nur ganz zum Schluss, sondern vielleicht auch etwas früher.“ 

Was man als Hospizbegleiter mitbringen sollte? „Neugier, Empathie und keine Berührungsängste“, zählt sie auf. Vor allem aber brauche man eines: „Zeit“, sagt Ingrid Stanglmeier, die jahrzehntelang bei der Stadt gearbeitet hat und seit Kurzem im Ruhestand ist. „Denn Zeit ist das, was im Pflegeheim oft fehlt.“

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