Zwei neue Wohngebiete: Platz für 3800 Menschen

Garching - Es ist das größte Neubaugebiet seit langem in Garching - und wird es auch auf absehbare Zeit bleiben: In der sogenannten Kommunikationszone im Norden der Stadt soll Wohnraum für 2800 Menschen entstehen. Nun wurden im Stadtrat die neuen Pläne vorgestellt.

Gerade im laufenden Jubiläumsjahr mit seinen vielen Festen komme er besonders oft mit Bürgern ins Gespräch, berichtet Garchings Rathauschef Dietmar Gruchmann. In der neuen Ausgabe der Parteizeitung seiner Garchinger SPD verrät er nun die häufigste Frage, die ihm dabei gestellt werde: „Ich suche dringend eine Wohnung. Können Sie mir helfen?“

Für den Bürgermeister steht daher fest: „Das Thema Wohnraumschaffung ist das Thema Nummer Eins in Garching.“ Wobei Gruchmann bei der immer wiederkehrenden Frage zurzeit „nur ratlos den Kopf schütteln“ könne und die Bürger vertrösten müsse, wie er weiter schreibt. Noch.

Denn schon bald will der Rathauschef zwei Finger recken, wenn ihn Garchinger nach einer Wohnung fragen. Zum einen plant die Stadt ein größeres Neubaugebiet im Ortsteil Hochbrück, wo bis zu 1000 Menschen ein neues Zuhause finden sollen. Zum anderen ist da das wohl bedeutendste Projekt überhaupt für die Weiterentwicklung Garchings: die sogenannte Kommunikationszone, die sich zwischen dem nördlichen Ortsrand und dem Forschungsgelände erstreckt.

Hier, wo zurzeit nichts außer Feldern ist , sollen bald schon Wohnungen und Häuser für knapp 2800 Menschen entstehen. Dazu kommt die entsprechende Infrastruktur: Der Bau eines weiteren Kinderhauses am Unteren Straßäcker ist bereits auf den Weg gebracht; fürderhin sind auf dem 31 Hektar großen Areal eine Grundschule, Grünflächen, Sporteinrichtungen und ein Hallenbad eingeplant. Als Grundlage der Bauleitplanung soll der Siegerentwurf eines städtebaulichen Wettbewerbs dienen, der noch unter Altbürgermeisterin Hannelore Gabor (CSU) ausgelobt wurde. Zunächst aber muss sich die Stadt mit allen Grundstückbesitzern einigen - und hier befindet man sich laut Bürgermeister „auf einem guten Weg“. Zuletzt ging es um die Frage nach dem Anteil der Sozialwohnungen auf dem Gelände, sagte Gruchmann. Die einzige Partei, die sich diesbezüglich zurückhaltend zeige, sei „ausgerechnet die Imbi“, also der Freistaat Bayern. „Dabei sind sie es, die am dringendsten Studentenwohnungen brauchen.“

Dennoch gibt sich Gruchmann betont zuversichtlich: „Wir werden mit denen sprechen, und ich bin mir sicher, dass wir das hinkriegen.“ Im Anschluss müssen alle Grundstücksbesitzer die entsprechende Grundsatzvereinbarung unterzeichnen - und dann kann die konkrete Planung beginnen. Sind die Bebauungspläne einmal aufgestellt, sollen die Bagger anrollen. „Ich hoffe, dass es in einem Jahr bis in eineinhalb Jahren so weit ist“, sagt Gruchmann.

Nach aktueller Planung soll das Gelände in zwei Schritten erschlossen werden: Der erste Bauabschnitt erinnert an ein auf dem Kopf gestelltes L und erstreckt sich östlich der Münchner Straße und entlang des Schrannerwegs nach Süden. In einem zweiten Schritt soll der östliche Bereich folgen, der nördlich des Brauneckwegs liegt. Für die geplante Grundschule gibt es derzeit zwei potenzielle Standorte - entweder an der B 11 oder im Norden der Kommunikationszone am Schrannerweg.

Entgegen des ursprünglichen Entwurfs, hat der Garchinger Stadtrat nun beschlossen, die geplanten Sozialwohnungen annähernd hälftig auf beide Bauabschnitte zu verteilen. Überlegungen, wonach man bei diesen Wohnungen die Parkplatzanforderungen reduzieren sollte, lehnte das Gremium allerdings ab.

„Ich würde hier keine Ausnahme machen, sonst haben wir einen Präzedenzfall“, mahnte Stadtrat Josef Euringer (BfG). Und der CSU-Fraktionschef Jürgen Ascherl fand: „Wir sollten das Thema Stellplatzschlüssel insgesamt angehen - aber nicht in dieser Geschichte.“

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