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Muslimische Grabstätten wie hier auf dem Münchner Westfriedhof sind auch für die Muslime in Garching ein wichtiges Thema. Die Stadt hat ermittelt, dass der Bedarf an solchen Grä bern zunehmen wird. Eine Entscheidung, ob es sie auch in der Universitätsstadt geben wird, ist noch nicht getroffen.

Der Wunsch nach ewiger Totenruhe

Integrationsbeirat: Hier muss Garching besser werden

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Viele Muslime in Garching wünschen sich Gräber, die den Forderungen ihrer Religion entsprechen. Der Integrationsbeirat zeigt, wo die Stadt besser werden muss.

Garching – Gut eine Viertelstunde lang hat Claudio Cumani von all den Aktivitäten berichtet, an denen sich der Garchinger Integrationsbeirat im Vorjahr beteiligt hat. Die Liste, die der Vorsitzende bei seinem Jahresbericht im Stadtrat vorgetragen hat, ist lang und vielfältig – und so gibt es viel Lob von allen Seiten. So auch von Ulrike Haerendel (SPD), die sich abschließend erkundigt, wie der Stadtrat die Integrationsarbeit unterstützen könne. Hierauf zitiert Cumani Fontane – „Das ist ein weites Feld“ – ehe er eine Antwort liefert, die es durchaus in sich hat.

„Wir sehen“, sagt der Sprecher, der zugleich stellvertretender Vorsitzender der Garchinger SPD ist, „dass sich einige muslimische Mitbürger hier nicht willkommen fühlen“. Ein immer wieder aufkochendes Thema, „das für viele sehr wichtig ist“, sagte Cumani, sei dabei die Frage nach einem Gebetsraum für Muslime in der Stadt.

Wie berichtet, trifft sich die örtliche Ditib-Gemeinde, die rund 200 Mitglieder zählt, aktuell im Haus der Vereine in Hochbrück, dessen Räume jedoch besonders freitags heillos überfüllt sind. Daher wollte die Gemeinde vor knapp zwei Jahren die frühere Sparkasse in Hochbrück erwerben, um dort ein islamisches Kulturzentrum samt Gebetssaal zu errichten. Diese Pläne zerschlugen sich jedoch; überdies hatte die örtliche CSU damals heftige Kritik an dem Vorhaben geäußert.

Zu viel Flüchtlingsarbeit für Ehrenamtliche

Ein anderer Aspekt, den viele Garchinger Muslime umtreibt, ist die Frage nach muslimischen Grabstätten im Ort. Diesbezüglich hatten die Garchinger Grünen bereits vor Jahren eine Stadtratsanfrage gestellt; Mitte November habe sie sich abermals ans Rathaus gewandt, erinnerte Grünen-Stadträtin Ingrid Wundrak. „Doch leider habe ich bis jetzt keine Antwort bekommen.“ Dies werde noch geschehen, kündigte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) an. Überdies berichtete Christopher Redl, im Rathaus für den Bereich Integration zuständig, dass der Integrationsbeirat sich bereits unter Muslimen umgehört habe. „Es wird ein Bedarf gesehen, der in den nächsten zehn, zwanzig Jahren eher größer werden wird.“

Ein weiteres Thema, das Claudio Cumani anschnitt, war die Situation der Flüchtlinge in Garching: „Hier liegt der Großteil der Arbeit auf den Schultern der Ehrenamtlichen – zu viel Arbeit, meiner Meinung nach.“ Der Beiratsvorsitzende kritisierte überdies die mangelnde Abstimmung zwischen den Protagonisten bei der Asylbetreuung, etwa das Landratsamt und die Stadt. Als Beispiel führte Claudio Cumani einen Flüchtling aus Garching an, der bei einem örtlichen Betrieb ein Praktikum absolviert habe – auf Vermittlung einer Münchner Schule. „Es ist gut, dass der Betrieb die Information bekommen hat, aber warum hat er sie nicht direkt von uns aus Garching bekommen?“

Wunsch nach mehr Feedback

Außerdem ein leidiges Thema sei die Frage der Sauberkeit im Flüchtlingsheim. Dort gebe es immer wieder Beschwerden, „und die Frage ist, wer für was verantwortlich ist?“

Abschließend forderte der Vorsitzende des Integrationsbeirats die Garchinger Stadträte zu mehr Dialog auf – und zu mehr Kritik. „Wir bekommen sehr wenig Feedback, Fragen und Provokationen von Ihnen. Da würden wir uns mehr wünschen.“

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