Bernhard Willer dirigiert das Garchinger Sinfonieorchester am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik. Foto: Gerald Förtsch

Garchinger Sinfonieorchester feiert temperamentvolle italienische Nacht

Garching - Musik italienischer Komponisten samt Mendelssohns „Italienische Sinfonie" bildete das Programm des Konzerts des Garchinger Sinfonieorchesters am Planck-Institut für Plasmaphysik.

Im Bürgerhaus intonierte Bernhard Willer, musikalischer Leiter des Laienorchesters, die Ouvertüre zur Oper „Semiramide“ (1823), Rossinis umfangreichste Sinfonia. Mit einem Crescendo einsetzende Dramatik, machtvolles Allegro vivace und geheimnisvolles, mitunter ironisches Andantino der Holzbläser waren im Spiel der Amateure als effektvolle Kontraste zu erleben.

Löschen in der Semiramis-Tragödie Blitz und Donner die Flamme auf dem Altar, so wird in Puccinis Oper „Manon Lescaut“ deren Tod durch wehmütiges Orchester-Intermezzo angekündigt. Die Stimmführer der Geigen, Bratschen und Celli stellten die langgezogene Melodie solistisch vor und kamen bei ihrem einsamen Spiel gut über die Runden.

Eher muntere Töne bot das „Konzert für Posaune und Orchester“ des von Filmmusik bekannten Nino Rota (1966). Harald Bschorr, Solo-Posaunist der Staatsphilharmonie Nürnberg, gestaltete den schwierigen Part höchst virtuos. Dass Rota sangliche Melodik, dem Klangcharakter des Instruments gemäß, in allen Lagen als erfrischend moderne Harmonik ohne exzessive Dissonanzen entfaltet, bot ihm Gelegenheit, dem wechselnden Ausdruck gemäß geschmeidig zu musizieren. Dem spielfreudigen Allegro moderato, wo sich das Orchester als zuverlässiger Partner nicht nur im Rhythmischen bewährte, ließ er das einem Trauermarsch ähnelnde Andante folgen. Da ergänzten leuchtender Oboen-Klang und sonores Cello weich tönende Posaunen-Kantilenen wie delikate Kammermusik. Wie Rota vorschreibt, schloss der Solist das Schluss-Vivace ohne Pause (attacca) an.

Bot das seltene Werk Einblick ins kreative Potenzial weniger bekannter italienischer Tonsetzer des 20. Jahrhunderts, so spielte Bschorr, Leiter des „Finest Jazz Ensemble“, als Zugabe Bernsteins „Elegy“ zum Gedenken an den Bruder und schlug mit dem rechten Fuß den Takt dieses „Slow and easy“ mit Blues-Elementen.

Plastisch und farbig war die Wiedergabe der 4. Sinfonie A-Dur, die Mendelssohn Bartholdy „Die Italienische“ nannt. So konnte man im Allegro vivace ein Pizzicato der Kontrabässe als sonores Ständchen auffassen, im Andante con moto einen Prozessionsgesang ahnen, beim Con moto moderato Elemente von Menuett und Walzer ausmachen und sich im Presto-Schluss am wirbelnden Saltarello, ein Springtanz, erfreuen. Lang anhaltender Beifall.

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