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Obacht auf den Schnurrbart! Wiland Geisel kommt als Häuptling Gowirich unters Messer.

Schlussakt der 1100-Jahr-Feier

Garchings Häuptling Gowirich muss unters Messer

Garching - Der Bart ist ab. Mit einer öffentlichen Rasur ihrer drei Darsteller des Häuptlings Gowirich, Gründungsvater der Siedlung, haben die Garchinger einen spektakulären Schlusspunkt unter ihre 1100-Jahr-Feiern gesetzt. Dabei fielen nicht nur Barthaare.

Das Jahr des Gowirichs ist vorbei. Bei der Eröffnung des Garchinger Christkindlmarktes mussten sich die drei Darsteller des Garchinger Ureinwohners öffentlich die Bärte abrasieren lassen. Garchings neuer prominenter Bartträger ist nun der Nikolaus, der allerdings auch nur eine temporäre Erscheinung ist.

„Es ist ein befreites und ungewohntes Gefühl, wenn die kühle Luft wieder an die Haut kommt“, sagte Wiland Geisel (49), der als Sohn des langjährigen Garchinger Stadthistorikers Odward Geisel prädestiniert war für die Darstellung des Gowirich. Er hatte viel Spaß und „supergute Reaktionen der Leute“ haben ihm gezeigt, wie gut die Gowirichs angenommen wurden. 

Der Schnauzer bleibt: Kathrin Klages-Neugeborn frisiert Walter Fölsner, den dritten im Bunde der Gowirichs.

Sein schönstes Erlebnis des Festjahres war zweifelsohne der historische Umzug. Von den drei Gowirich-Darstellern hatte Josef Euringer (55) die Ehre, an der Spitze des Festzuges laufen zu dürfen, während die anderen beiden den Abschluss des Zuges bildeten. „Äußerst stolz“ ist er, dies so erlebt haben zu dürfen. Das Festjahr 2015 werde er nie vergessen. „Denn diese schönen Erlebnisse sind ein Mehrwert für mein Leben!“ Die Rasur war für ihn kein Opfer: „Ich war vor dem Festjahr kein Bartträger und werde auch keiner werden.“

Endlich wieder Luft auf der Gesichtshaut: Für Josef Euringer ist das Kapitel Bart abgeschlossen.

Völlig anders bei Walter Fölsner (61), einem Bayern durch und durch und der dritte im Bunde der Gowirichs: „Ich habe den Bart gerne getragen, weil er mir auch in Tracht passte. Ich werde mir wieder einen Bart wachsen lassen.“ Das Festjahr 2015 brachte ihm „ein Wohlgefühl, wenn du von den Leuten als Stadtgründer angesprochen wirst“. Vor allem bei Begegnungen mit Kindern habe er unvergessliche Momente erlebt. Fölsner zeigte auch am Tag der finalen Bartrasur gerne einen Schnellhefter mit Zeichnungen Garchinger Kinder, die ihre Stadt extra für den Gründer der Siedlung gemalt haben. „Das sind Dinge, die kannst du nicht mit Geld bezahlen“, sagte Fölsner.

In die Rolle als Gründer Gowwirich musste er erst hineinwachsen. Fölsner erinnert sich lachend an seinen ersten Auftritt bei einer Modenschau: „Ich bin danach in ein Café gegangen und wurde gefragt, wer ich denn sei. Da sagte ich, dass ich der Häuptling von Garching bin und heuer 1100 Jahre alt werde. Die Antwort: Gute Besserung…“

Die Gowirichs waren ein Jahr lang eine Bereicherung für Garching und speziell bei Terminen mit Kindern der weitaus wichtigere Ehrengast im Vergleich zu Bürgermeister Dietmar Gruchmann. „Für die Leute ist es eine große Bereicherung, mit uns Gowirichs über die Geschichte Garchings zu sprechen“, sagt Fölsner.

Die Friseure und ihr Werk: (v.l.) Kathrin Klages-Neugeborn, Walter Fölsner, Bürgermeister Dietmar Gruchmann, Josef Euringer, Klaudia Matic, Wieland Geisel,Walter Neugeborn und Teresa Condurso.

Bürgermeister Gruchmann stellte sich gerne in den Schatten des Siedlungsgründers. „Denn das war eine tolle Demonstration Garchinger Geschichte!“ Aus der Sicht der Stadt stellte er fest, dass die Aufteilung des Gowirichs auf drei Personen wichtig war. Für einen alleine wäre die Flut von über 200 Terminen und Veranstaltungen zu viel gewesen. Grinsend stellte der Bürgermeister fest, dass auch nach dem Jubiläumsjahr der eine oder andere aus dem Trio künftig noch einmal in seine historische Rolle schlüpfen wird: „Ich denke, dass den drei in den nächsten Wochen und Monaten schon etwas abgeht…“ Nicht nur der Bart. Nico Bauer

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