Gefährliche Drängelei am Schulbus

- Kirchheim - Wenn die Schulglocke um ein Uhr zum letzten Mal klingelt, stürmen die rund 1100 Schüler des Kirchheimer Gymnasiums ins Freie. An der Bushaltestelle vor der Schule geht es wie immer hektisch zu. Besonders am Freitag, da ist kein Nachmittagsunterricht. Alle wollen so schnell wie möglich nach Hause. Als der Bus nach Aschheim an die Haltestelle fährt, will der zwölfjährige Daniel über einen Schneehaufen hinweg zur Hintertür laufen. Er rutscht aus und unter den Bus, der unglücklicherweise mit dem rechten Hinterrad direkt auf seinem rechten Unterschenkel stehen bleibt. <BR>

<P>Mitschüler berichten, es vergingen zwei bis drei Minuten, ehe der Fahrer auf den Unfall aufmerksam gemacht wurde und den Bus zurückfährt. Andere Kinder hätten derweil vergebens versucht, den Jungen herauszuziehen.<P>Der Busfahrer bringt den Verletzten sofort in die Aula des Gymnasiums. Im Perlacher Krankenhaus stellen die Ärzte mehrere Bänderrisse am Fußgelenk sowie Prellungen und Quetschungen fest. Bürgermeister Heinz Hilger gibt sich überrascht: Dies sei der erste Unfall, der sich an dieser Stelle ereignet habe.<P>Dem Polizeibericht zufolge ist der Bub selbst schuld, da er weder gedrängt noch geschubst worden sei. Genausowenig hat das Bauamt gegen die Räumpflicht verstoßen. Die Haltestelle ist weitgehend schneefrei. Doch bat Schuldirektor Richard Rühl das Bauamt bereits, nun auch die etwa einen Meter hohen Schneehäufen, die dort beim Räumen der Haltestelle entstehen, zu beseitigen. Diese gäben den Kindern natürlich Anlass zum Spielen. Passiert sei jedoch noch nie etwas.<P>Busunternehmer beklagt Disziplinlosigkeit <P>Dass der Unfall vom Fahrer nicht gleich bemerkt wurde, hängt wohl mit dem Ansturm auf den ersten Bus zusammen. Rund 200 Schüler fahren nach Aschheim. Und die Wenigsten wollen zehn Minuten auf den nächsten Bus warten. Hans Kols vom zuständigen Busunternehmen bestätigt die allgemein steigende Disziplinlosigkeit der Schüler: "Sie werfen Schneebälle, stehen teilweise schon auf der Straße und drängen auf die Türen des noch nicht stehenden Busses zu." Möglichkeiten gibt es genug, die Situation zu entschärfen: einen größeren Bus, unterschiedliche Schlusszeiten der Klassen, Aufsichtspersonen, Schulungen für die Kinder oder Gitterabsperrungen, wie sie an der neuen Realschule in Aschheim aufgestellt werden sollen.<P>Direktor Rühl begnügt sich vorerst mit einem Rundbrief an die Eltern. Dieser soll dazu aufrufen, den jüngeren Schülern am ersten Bus nach Aschheim den Vortritt zu lassen. Aber so einfach wird sich die tägliche Hektik wahrscheinlich nicht beruhigen lassen.<P>Hannes Kronthaler<P>

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