Gefallener Stern oder Straßenlaterne ?

- Effektvoll und sehenswert: "Die Magie des Lichts" im Ottobrunner Wolf-Ferrari-Haus

Ottobrunn - Man kann die Welt aus vielen Blickwinkeln sehen. Aber wie herrlich, geheimnisvoll und fremd ist sie erst, wenn sie in bunte, knallige Farben getaucht ist. Der "Magie des Lichts" - so heißt die neueste Ausstellung von Ottobrunner Hobbyfotografen, die am VHS-Fotokurs teilgenommen haben - kann man sich absolut nicht entziehen. Sie setzen auf Effekte und schöpfen die vielen technischen Möglichkeiten aus. Auf Reisen durch die nähere Umgebung, durch Deutschland und Europa haben sie verblüffende Resultate zusammengetragen, die derzeit im Wolf-Ferrari-Haus zu sehen sind.

Manchmal kann man kaum glauben, dass ein Laie fotografiert hat und dass das Abgebildete wirklich das ist, was der jeweilige Fotograf vorgibt. Zum Beispiel, wenn sich der glitzernde See, durch den sich ein blaues Band zieht, erst durch die Bild-Unterschrift als Fußgängerzone von Graz offenbart. Dieses Foto von Klaus Meerwald ist wie seine Aufnahme in einer Kirche ein Beispiel für Verfremdung. Das Kirchenfoto zeigt den Kreis der Farbenlehre in satten Tönen mit unterschiedlichen Rot-, Blau- oder Grünschattierungen.

Eine regelrechte Farbexplosion ist in den Arbeiten von Brigitte Pröls oder Monika Mösbauer auszumachen. Der Blick auf bleiverglaste Fenster zeigt knallige, abstrakte Gebilde. Wie das Labor von Doktor No oder eines anderen Schurken, der in James Bond- Filmen die Welt zerstören will, schaut es im Bereich der Münchner U-Bahn aus, die Günter Ebert auf so beeindruckende Weise fotografiert hat. Fantastisch ist schon der Gegensatz der statischen und organischen Linien und Formen.

Die besondere Wirkung des Lichts macht das Ganze komplett: Geheimnisvolle kreisförmige Lichtquellen, aus denen rotes, blaues oder gelbes Licht strahlt. Dass es in der Münchner-Rück-Versicherung aussehen kann wie in einem Raumschiff, zeigt unter anderem Bernd Hofmann, der einen langen Gang im Schwabinger Hauptgebäude fotografiert hat. Ein volles Blau dominiert und bildet mit einem dunklen Gelb am Ende des spacigen Büroflurs den perfekten Komplementär-Kontrast.

Es sind auch viele Fotos ohne Verfremdungseffekt ausgestellt, die von der Magie des Lichts zeugen. Die Aufnahme von Erhard Bauer etwa, der bei Nacht - das Siegestor im Rücken - die Ludwigskirche und den Brunnen vor der Uni vor die Linse genommen hat. Einzigartig, wie ein türkisfarbener Lichtschein an die Mauer des Unigebäudes fällt, und wie das Licht der Straßenlaternen wirkt. Es gleicht einem Stern, der vom Himmel gefallen ist. Die Ausstellung hat sehr viel zu bieten und verlangt eigentlich nur eines: angeschaut zu werden!

Bernadette Heimann

Bis 8. Februar im Wolf-Ferrari-Haus, ganztägig geöffnet.

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