Ekel-Alarm bei Fleischhersteller: Firma stoppt sofort Produktion - Schaden in Millionenhöhe

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Geheimakte Zukunft

Pullach - Jeden Morgen ein Strom von Pendlern, der sich vom S-Bahnhof Pullach Richtung Heilmannstraße ergießt - recht viel mehr bekommen die Pullacher eigentlich nicht mit von ihrem Nachbarn, der hinter hohen Mauern und unter strengster Geheimhaltung agiert. Wenn aber rund 2000 Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) nach und nach aus Pullach verschwinden, mag man trotzdem nicht recht glauben, dass das so gar keine Auswirkungen auf die Gemeinde haben soll. Schließlich fallen damit immerhin rund 26 Prozent der gesamten Arbeitsplätze und somit auch potenzielle Kaufkraft in Pullach weg.

Das Ausmaß einer möglichen Auswirkung abzusehen ist schwierig, schließlich ist alles rund um den BND, sein Gelände und seine Mitarbeiter streng geheim. Die Gemeinde hat da keinen Einblick. Genau genommen ist nicht einmal sicher, wie viele Mitarbeiter derzeit noch auf dem Gelände arbeiten. Schon vor zehn Jahren sollen es nur noch rund 1300 Mitarbeiter gewesen sein. Die einzige Zahl, die der BND offiziell bestätigen will, sind die rund 1000 Mitarbeiter, die auch in Zukunft dort verbleiben werden.

Der Vorsitzende des Gewerbeverbands Pullach, Walter Mayer, nimmt an, dass der Wegzug „höchstens „verkehrsreduzierende Auswirkungen“ aufgrund der weniger werdenden Pendler haben wird. Im April 2003 war Mayer in seiner Eigenschaft als zweiter Bürgermeister der Gemeinde Pullach direkt betroffen von Bundeskanzler Gerhard Schröders Ankündigung des BND-Umzugs. „Damals haben wir verschiedene Szenarien durchgespielt, die der Wegzug mit sich bringen könnte“, erinnert sich Mayer. „Es steht und fällt einfach alles damit, was in Zukunft aus dem Gelände wird“.

Dem Gewerbeverband erscheint es besonders wichtig, vorhandenes Potenzial auszubauen und attraktive Einkaufsmöglichkeiten im Ortskern anzubieten. Besonders für alte Menschen sei es wichtig, dass die Nahversorgung vor Ort erhalten bleibt.

Nicht weit vom BND-Gelände befindet sich mit dem Rabenwirt ein traditionsreicher Gasthof am Pullacher Kirchplatz. Immer wieder kehren hier BND-Mitarbeiter zum Mittagstisch oder nach Feierabend ein. In den vergangenen Jahren seien das zwar weniger geworden, richtig bemerkbar gemacht habe sich das aber nicht, erzählt Sibylla Abenteuer, die Inhaberin des Rabenwirts. Sie ist überzeugt dass „hier in Pullach schon lange niemand mehr vom BND lebt“. Der Einzelhandel habe noch nie von BND-Mitarbeitern profitiert und auch die Gastronomie in Pullach sei nicht darauf angewiesen. „Unsere Zielgruppe sind sowieso die Pullacher und Sollner Anwohner“, betont Abenteuer.

Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) ist der Ansicht, das vor allem BND-Mitarbeiter und deren Familien, die sich inzwischen ein Haus in Pullach gebaut oder gekauft haben, von dem Wegzug betroffen sind. Ursprünglich war der Umzug des BND für 2011 angekündigt worden. Wie die meisten Pullacher rechnet auch Tausendfreund aber fest damit, dass er auch 2016 noch nicht abgeschlossen sein, sondern sich noch mindestens bis 2017 hinziehen wird. Wichtig sei jetzt, wie man als Gemeinde mit dieser Situation umgeht, vor allem in Bezug auf die Bauleitplanung. Viel hänge von den Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ab, in deren Besitz sich das Gelände derzeit befindet.

Ziel müsse es laut Tausendfreund sein, möglichst große Flächen in Gemeindehand zu bekommen. Denn in dem Teilwegzug des BND sieht Susanna Tausendfreund „eine große Chance für die Gemeinde“. Pullach bekäme die Möglichkeit, das bisher abgetrennte Gelände zu integrieren und notwendige öffentliche Nutzungen dort im Bestand zu etablieren. Um die Preise für die Grundstücksfläche nicht selbst unnötig in die Höhe zu treiben, sollte laut Tausendfreund eine bestandsorientierte Nutzung und „kein neuer Ortsteil“ geplant und „die Flächen nicht mit zusätzlichem Baurecht ausgewiesen“ werden. Noch in diesem Monat will sich Tausendfreund mit dem Präsidenten des BND, Gerd Schindler, treffen. Dann will sie auch ausloten, welche weiteren Auswirkungen durch den Wegzug auf Pullach zukommen könnten.

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