Momente der Ruhe fand Walther Posmik beim Fischen. Foto: PS

"Geht nicht", gab's für Posmik nicht

Garching - Trauer um ein Garchinger Urgestein

Garching - „Geht nicht, gibt’s nicht“ - diesen Werbeslogan hat eine inzwischen insolvente Baumarktkette jahrelang den Fernsehzuschauern entgegengeschleudert. „Geht nicht, gibt’s nicht“ - das könnte auch das Lebensmotto eines Menschen sein, der das gesellschaftliche Leben in Hochbrück und Garching geprägt hat wie nur wenige. Sein Name: Walther Posmik.

Dieser Bastler und Reparierer, dieser Macher und Anschieber, dieser Musikliebhaber und Dauerleser, dieser Jäger und Sammler war einfach nicht gemacht fürs Ausruhen. Und nicht gemacht fürs Aufgeben. In all ihren gemeinsamen 35 Jahren, so erzählt es seine Frau Monika Posmik, habe sie einen Satz nie von ihm gehört. Nämlich: „Ich weiß nicht mehr weiter.“

Nun aber müssen seine Frau, seine Familie, seine vielen Bekannten und Freunde ohne ihn weitermachen. Denn Walther Posmik ist im Alter von 59 Jahren überraschend verstorben.

Die Geschichte des Walther Posmik beginnt in München, wo er als Kind stundenlang durch seinen geliebten Englischen Garten streunt und im Eisbach planscht. Als die Eltern ihm eröffnen, dass sie ein Haus in Garching-Hochbrück gekauft haben, ist der Zwölfjährige anfangs gar nicht begeistert - zumal in der neuen Nachbarschaft nur ein siebenjähriges Mädchen mit Zöpfen umherspringt. Was Walther zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Dieses Mädchen namens Monika wird er 18 Jahre später heiraten und mit ihr drei Kinder großziehen.

Zuvor jedoch beendet der Neu-Hochbrücker die Schule, macht eine Lehre und geht acht Jahre lang zur Bundeswehr. Den Soldaten bleibt er auch danach verbunden: als Reservist, der sich freiwillig für die Einsätzen in Somalia (1994) und Afghanistan (2006) meldet. Derweil hat Walther Posmik längst eine zweite Ausbildung zum Umweltschutztechniker hinter sich und sein eigenes Ingenieurbüro gegründet. Und er bringt sich ins gesellschaftliche Leben in Garching ein - auf jede erdenkliche Weise.

„Ein Garchinger Fischerfest ohne Walther Posmik ist für mich im Moment nicht vorstellbar“, hat sein langjähriger Weggefährte, Garchings Bürgermeister Dietmar Gruchmann, in seiner Trauerrede gesagt. Schließlich war Posmik Vorsitzender und Gesicht des Fischereivereins, außerdem Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft. Er gehörte zu den Mitgründern des Fördervereins Grundschule Hochbrück, war lange Jahre in der Hochbrücker Feuerwehr aktiv, und habe auch sonst „jedem geholfen, der was gebraucht hat“, erzählt seine Frau Monika Posmik.

Kurze Momente der Ruhe fand Walther Posmik höchstens beim Angeln mit seinen Freunden oder beim Lesen - meist mussten es zwei bis drei Bücher gleichzeitig sein. Ansonsten stachelte ihn sein Tatendrang zu immer neuen Plänen und Projekten an - bis er an einem heißen Julitag plötzlich zusammenbrach. Nach zwei Nächten auf der Intensivstation schien sein Zustand stabil, doch dann verstarb er überraschend an einer Lungenembolie. Walther Posmik hinterlässt seine Frau Monika Posmik und die drei Kinder Walter (26), Maximilian (23) und Franziska (21).

Patrik Stäbler

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