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Das Geld sprudelt wie noch nie

Unterföhring - Unterföhring ist auf dem besten Weg reichste Gemeinde Deutschlands zu werden. Ein Rekordhaushalt zeichnet sich ab, mit dem der Medien- und Versicherungsstandort der bisherigen Nummer Eins, Grünwald, den Rang als finanzstärkste Kommune Deutschlands ablaufen könnte.

Seit Jahren rangierte die Kommune auf Platz Zwei, doch mit dem aktuellen Haushaltsvolumen von 362 Millionen Euro hat Unterföhring jetzt Grünwald (aktuell 245,65 Millionen Euro) eingeholt.

Die Finanzabteilung in Unterföhring hat im ersten Halbjahr 2015 so viel Gewerbesteuern eingenommen wie noch nie. Eingeplant hatte Kämmerer Johann Blank für das Gesamtjahr 2015 vorsichtig 50 Millionen Euro. Nun haben die örtlichen Unternehmen bereits nach sechs Monaten 123,3 Millionen Euro Gewerbesteuern ans Rathaus überwiesen. Das sind 56,6 Millionen mehr als im Vorjahr, das auch schon sehr gut war. Diese Einnahmenentwicklung machte nun einen Nachtragshaushalt nötig.

„Die Gewerbesteuereinnahmen sind wirklich toll“, sagte Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer (PWU). „Die finanzielle Lage der Gemeinde ist sehr gut.“ Das Haushaltsvolumen von 362 Millionen Euro sei „schon Wahnsinn“ (190,87 Millionen im Verwaltungshaushalt, 171,52 Millionen im Vermögenshaushalt). Als Gründe für den enormen Zuwachs nannte er: „Die starke Gesamtwirtschaft einerseits und Nachzahlungen andererseits.“

In seiner Rede vor dem Gemeinderat dankte er den Unternehmen und Betrieben, die dies möglich machten, „sie sorgen dafür, dass wir uns viel leisten können“. 2174 Betriebe sind in der 11 000-Einwohner-Gemeinde gemeldet, Steuern zahlen 379 Firmen.

Auch die Einnahmen aus Einkommens-, Umsatz- und Grunderwerbssteuer sind gestiegen: Insgesamt betragen die Einnahmen bisher 166 Millionen. Dank dieser Beträge könne man sich weiterhin die Kostenfreiheit für Eltern für Krippen, Kindergärten und Hort leisten, sagte Kemmelmeyer. Die Kinderbetreuung ist in Unterföhring seit über 30 Jahren gratis.

Bemerkenswert ist auch, dass alle akutellen Projekte aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden können: Sei es der VHS-Neubau am Bahnhof, die neue Ortsmitte, die zwei Parkhäuser oder eine bessere Verkehrsanbindung im Gewerbegebiet. Kein Cent muss vom Konto abgehoben werden.

Im Gegenteil, es wird weiter gespart: 389 Millionen Euro hat Unterföhring im Sparstrumpf, auch dies ist ein neuer Rekord. Am 31. Dezember waren es noch 341 Millionen. „So schnell gewachsen sind die Rücklagen noch nie“, sagt Kämmerer Johann Blank, „da macht es wirklich Spaß“.

Die Ausgabenseite sei voll im Plan und werde durch konsequente Überwachung ständig geprüft, informierte Kemmelmeyer den Gemeinderat. „Mittel- und langfristig ist wieder eine Zinserhöhung absehbar, das ist ein Silberstreif am Horiont“, denn wenn die Zinsen steigen kann sich die Gemeinde mit ihren laufenden Einnahmen aus dem Verwaltungshaushalt noch mehr leisten.

Die Minderausgabe für das Rathauspersonal in Höhe von 97 000 Euro trotz Lohnerhöhungen bedauerte Kemmelmeyer allerdings: „Offene und ausgeschriebene Fachstellen können nur schwer nachbesetzt werden.“ Diese Erfahrungen würde man auch in anderen Rathäusern machen.

Kämmerer Blank jongliert mit schwindelerregenden Zahlen, mit ähnlichen Beträgen hat nur sein Kollege Raimund Bader, Kämmerer in Grünwald, zu tun, „wir treffen uns öfter“, sagt Blank: Zurzeit liefern sich die beiden finanzstärksten Gemeinden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. „Ich glaube, wir sind an Grünwald vorbeigezogen“, sagt Kämmerer Johann Blank lachend, „wir arbeiten dran.“

Kreisumlage:

Wenn man Unterföhrings Gewerbesteuereinnahmen auf das Jahr 2015 hochrechnet, erwartet die Kommune 175 Millionen Euro. An den Einnahmen ermisst sich die Kreisumlage, die allerdings erst im Jahr 2017 fällig wird: 73 Millionen Euro werden dann ans Landratsamt überwiesen, zuletzt waren es 26 Millionen. Das dürften rund zwölf Prozent des gesamten Kreishaushalts sein, der zuletzt 633 Millionen Euro betrug.

icb

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