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Deutliche Forderung: Unbekannte haben das Schreiben der Gemeinde, mit dem die Schließung erklärt wird, von der Tür gerissen und mit Farbe ihre Meinung an der Fassade des „Rülps“ geäußert.

Gemeinde schließt das "Rülps" - Aufruf zur Demo

Kirchheim - Christian Zenner, Vorsitzender des Kirchheimer Jugendhauses „Rülps“, kann es nicht fassen. Die Gemeinde hat ohne jede Vorwarnung die Einrichtung geschlossen.

Kommenden Samstag wollen die empörten Jugendlichen gegen die Schließung demonstrieren. Um 14 Uhr ist Treffpunkt am S-Bahnhof Heimstetten, um 15 Uhr beginnt der Zug durch die Gemeinde ziehen. Rund 200 Demonstranten erwarten Zenner und sein Stellvertreter Robert Knüppel.

Dessen Vater, Rainer Knüppel, gehört als Gemeinderat ebenso der VFW an, wie Bürgermeister Heinz Hilger. Und auf den Gemeinde-Chef sind Zenner und Knüppel jun. vor allem sauer. Denn Hilger habe nicht nur das „Rülps“ über die Verwaltung von heute auf morgen schließen lassen. Knüppel jun. verweist darauf, dass auch das so genante „Wohnzimmer“, der Jugendtreff der Arbeiterwohlfahrt im Keller des Kindergartens „Blauland“, geschlossen worden ist. In seinen Augen nur, weil „hartnäckige und verständnislose Nachbarn“ sich offensichtlich mit Erfolg gewehrt hätten, die sogar mit Filmkameras „vermeintliche Schandtaten von Jugendlichen und angeblich entartete junge Menschen“ gefilmt hätten.

Was sei den Jugendlichen im Wahlkampf alles versprochen wurden, merkt Robert Knüppel bitter an. Jetzt seien zwei selbst verwaltete Jugendeinrichtungen schon geschlossen, und mit der kirchlichen Einrichtung „Café Zufall“ könne bald noch die dritte folgen. Hier gebe es ja auch schon „massiven Probleme mit Anwohnern“.

Was das „Rülps“ betrifft sehen Zenner und Knüppel jun. hinter den angeblichen Sicherheitsmängeln den Versuch, die bei Anwohnern so ungeliebte Einrichtung der Punker und Musik begeisterten Jugend auf einfache Weise los zu werden. Dabei, so Knüppel jun., sei das „Rülps“ ein „Unikat im Landkreis München“.

Bürgermeister Heinz Hilger sagt. „Nach dem Brand im Gymnasium hat uns unser Versicherer eindringlich ermahnt, alle öffentlichen Einrichtungen regelmäßig nach Sicherheitsbedingungen zu überprüfen. Das haben wir getan. Leider wurden gravierende Mängel beim ,Rülps’ in der Elektrik und wohl auch beim Brandschutz festgestellt.“ Das „Rülps“ sei derzeit nicht ohne Risiko betretbar: „Und ich habe die Verantwortung und nicht vor, meinen Ruhestand im Gefängnis zu verbringen.“ Da helfe das ganze Jammern nichts, sagt der Gemeinde-Chef.

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