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Ein Zug, viele Probleme: Die S7 von Wolfratshausen bis Kreuzstraße kommt oft zu spät oder fällt aus. Zwei getrennte Züge sollen Abhilfe schaffen.  

Viele Verspätungen und Ausfälle sorgen für Ärger

Gemeinden fordern zweigleisigen Ausbau der S7

Zwei Züge und zwei Gleise: Das fordern die Gemeinden entlang der S7 Ost. Bislang hieß es immer: Niemals vor 2035. Nun keimt neue Hoffnung auf.

Landkreis – Züge, die Verspätung haben oder ausfallen, sind nicht nur für Pendler ein großes Ärgernis. Um Abhilfe zu schaffen, hat die Gemeindeunion Schäftlarn (GU) vorgeschlagen, die beiden Äste S7-West (Wolfratshausen) und S7-Ost (Kreuzstraße) am Ostbahnhof zu trennen. „Verspätungen lassen sich aufgrund der eingleisigen Strecken kaum aufholen und schaukeln sich zudem durch das Warten auf den Gegenzug weiter auf“, so die Begründung. Dieses Problem könne sich mit dem eingleisigen Ausbau bis Geretsried sogar noch verschärfen. Die Fraktion beantragte deshalb im Gemeinderat am Mittwoch, dass sich Bürgermeister Matthias Ruhdorfer (CSU) mit den Nachbargemeinden beider Stränge abstimmt, um gemeinsam auf eine Trennung hinzuwirken.

Die Rückendeckung seiner Kollegen ist Ruhdorfer sicher. In einer gemeinsamen Pressemitteilung stellten sich die Bürgermeister aus Neubiberg, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Aying, Ottobrunn und Hohenbrunn gestern hinter die GU-Initiative. Ihre Forderung ist unmissverständlich: „Die S7 muss zuverlässiger und leistungsfähiger werden.“ Ausgangspunkt sei die Annahme, „dass die lange eingleisige Strecke eine hohe Zahl an Störungen und Verspätungen provoziert“. Die „Initiative S7 Ost plus“ fordert seit Jahren den Ausbau.

Die Trennung der Linie sowie der zweigleisige Ausbau ist aus Sicht der Bürgermeister „absolut wünschenswert“. Dabei führen sie als Argument die „rasante Entwicklung der prosperierenden Landkreis-Gemeinden“ an. Und: Um mehr Menschen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel zu gewinnen, „bedarf es attraktiver und zuverlässiger Angebote“, schreiben sie.

Nur: Nach Gesetzeslage ist allein der Freistaat Bayern für den Schienenpersonennahverkehr zuständig. Der Geschäftsführende Beamte der Gemeinde Schäftlarn, Stefan Wallner, gibt zu bedenken: „Eine Beteiligung kreisangehöriger Gemeinden ist nicht vorgesehen.“

Und eine Nachfrage der Gemeinde beim Landratsamt hat ergeben, dass derzeit keine Trennung geplant sei. „Am ehesten soll ein zweigleisiger Ausbau der Oststrecke möglich gemacht werden.“ Doch nach aktuellem Stand nicht vor dem Jahr 2035.

Mut macht den betroffenen Gemeinden jedoch ein Schreiben von Staatsminister Marcel Huber. Den Leiter der Staatskanzlei baten sie im Dezember schriftlich um „einen zügigen abschnittsweisen zweigleisigen Ausbau der S7 Ost“. Hubers Antwort: Beim Bahngipfel Ende 2016 sei vereinbart worden, dass nach der „endgültigen Entscheidung für die zweite Stammstrecke das Schienenausbaukonzept für die Region München weiterentwickelt wird“, zitieren die Bürgermeister den Minister. In dem Konzept soll der mögliche Ausbau der S7 vor 2035 erörtert werden.

Dieser ist auch in der Sitzung des Kreis-Ausschusses für Mobilität und Infrastruktur Ende Februar Thema. Dann wird das Ergebnis eines Gutachtens zum ÖPNV mit Planungsziel bis 2030 vorgestellt. „Ein Punkt hierbei wird auch das Pünktlichkeitsproblem der S7 sein.“

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