Gemeinderat streitet um langatmige Diskussionen

- Vertagung wichtiger Punkte erhöht den Entscheidungsdruck

Putzbrunn (sti) - Da ist Putzbrunns Bürgermeister Josef Kellermeier (CSU) konsequent: Die Sitzungen des Gemeinderates enden um 22.30 Uhr, egal ob die Tagesordnung geschafft wurde oder nicht. "Ab dieser Uhrzeit nimmt die Konzentrationsfähigkeit entscheidend ab", begründet er seine Haltung. Das hat zur Folge, dass die Gemeinderäte schon mal am nächsten Tag zur Fortsetzung der Sitzung erscheinen müssen oder Punkte in die nächste Sitzung vertagt werden.

So beschäftigten sich die Gemeinderäte jetzt mit dem Kauf einer weiteren Wohnung beim Betreuten Wohnen (wir berichteten) und der telekommunikationstechnischen Ausstattung des erweiterten Kritik an Eilhandlungen Rathauses, was schon im Oktober hätte behandelt werden sollen. So weit so gut. Auf Kritik stößt aber, dass im Rathaus in der Zwischenzeit Fakten geschaffen wurden. Die Telekommunikation hat Kellermeier in einer Eilhandlung für 95 000 Euro bestellt, und die Urkunde für den Wohnungskauf wurde vom Notar ausgestellt.

SPD-Fraktionschef Edwin Klostermeier kritisierte, dass Kellermeier die Eilbedürftigkeit in der Oktobersitzung nicht erkannt habe. Der Bürgermeister räumte ein: "Mir wurde von meinen Mitarbeitern der Kopf gewaschen, warum wir im Oktober den Beschluss nicht gefasst haben, aufgrund der Lieferzeit musste ich reagieren." Iris Dentinger (GPP) bedauerte, dass sie beim Wohnungskauf "jetzt über eine Urkunde abstimmen soll, eine Auswahl nicht treffen kann".

Die langatmigen Diskussionen waren für Albert Tomasini (CSU) Anlass, seine Kollegen zu ermahnen. "Viele Dinge könnten in zehn Minuten abgehandelt werden", meint er. Dagegen nimmt Anton Krist (GPP) für sich in Anspruch, "vorhandene Wissenslücken durch Nachfragen im Gemeinderat zu schließen". In der Sache waren sich die Gemeinderäte einig. Von dem Restbetrag der Erbschaft von Hildegard Gintger soll eine weitere Wohnung gekauft werden beschlossen sie, und auch die Telekommunikation für das Rathaus billigte der Gemeinderat.

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