Zieht hier das neue Gymnasium ein? Ein Umbau der Telekom-Bildungsstätte wäre im Vergleich zu einem Neubau mit Sicherheit um viele Millionen günstiger. Foto: Baumgart

Geniale Lösung für das neue Gymnasium ist soviel wert wie ein Sechser im Lotto

Ismaning - Das Telekom-Tagungshotel „Commundo" soll zum Gymnasium ausgebaut werden. Unter großem Publikumsinteresse hat der Gemeinderat Ismaning am Donnerstagabend beschlossen, das „Commundo" nach Möglichkeit zu kaufen. Der Eigentümer soll bereits Zustimmung signalisiert haben.

Während das Rathaus schon im Begriff war, einen Architektenwettbewerb für das gemeindeeigene Grundstück östlich der Aschheimer Straße auszuloben, sah Bürgermeister Michael Sedlmair (FWG) sich plötzlich auf angenehmste Art von „aktuellen Entwicklungen“ überholt: Vollkommen unerwartet habe sich die Situation ergeben, dass die Telekom ihr Tagungshotel am Seidl-Kreuz-Weg bis 2018 räumen will. Sedlmair erlaubt sich sogar die Hoffnung, das Gebäude bereits in ein bis zwei Jahren für so genannte Vorläuferklassen nutzen zu können. Der bauliche Aufwand hält sich anscheinend in Grenzen. Das von der Telekom auch als Schulungszentrum genutzte „Commundo“ scheint für eine Zukunft als Gymnasium geradezu prädestiniert. Es sei „kein großer Sprung, das Gebäude zur Schule umzuwandeln“, sagte Sedlmair. Nur eine Turnhalle müsste noch gebaut werden. Das zentral gelegene, über den Öffentlichen Nahverkehr gut erschlossene Gebäude liegt 500 Meter vom S-Bahnhof entfernt und ist für Fußgänger und Radfahrer problemlos zu erreichen. Das aus den 90-iger Jahren stammende „Commundo“ hat 60 Unterrichtsräume zwischen 60 und 125 Quadratmetern. Kantine und Küche sind vorhanden. Im Keller befindet sich eine Tiefgarage. Zusätzliche Stellplätze sind ebenerdig im Westteil des Grundstücks angeordnet. Laut Bürgermeister Sedlmair ist der Eigentümer des Gebäudes einem Verkauf an die Gemeinde nicht abgeneigt. Landratsamt und Kultusministerium seien bereits informiert.

Dass sich für das im Juli 2013 vom Freistaat genehmigte Ismaninger Gymnasium eine derart optimale Lösung abzeichnet, ließ Sedlmair im Gemeinderat noch keine Freudentänze aufführen. Um so mehr machte er deutlich, die Chance nutzen zu wollen. Die Gemeinderäte rief er auf, „die hier beschriebene Lösung zustimmend zur Kenntnis zu nehmen“.

Die Fraktionen reagierten nicht minder euphorisch auf den Umstand, dass ihnen ihr künftiges Gymnasium beinah in den Schoss gefallen scheint. „Eine hervorragende Geschichte“, sagte Günter Glasner (FWG): „Wie ein Sechser im Lotto!“ Das ursprünglich vorgesehene Grundstück östlich der Aschheimer Straße ließe sich anderweitige nutzen. Eine „ideale Lösung“ sagt Peter Aurnhammer (CSU): „Der Bau steht für diesen Zweck fix und fertig da.“ Volker Bäumer (Grüne) sprach von einer „reizvollen Idee“. Der Gemeinde bliebe ein Neubau erspart. Alexander Greulich (SPD) pries die sich in Folge der guten Lage ergebenden, „faszinierenden Möglichkeiten“: Auf der Südseite könnte man schulnah eine Turnhalle bauen. an

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