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Ausverkauft: Der Saal im Bürgerhaus Unterföhring.

Gerhard Polt im Bürgerhaus Unterföhring

Und der Amigo grüßt aus der U-Haft

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Den Soundcheck machte er noch in perfektem Schwedisch und dann wurde es krachend Bayerisch. Gerhard Polt ist einer der klassischen Komiker aus dem Freistaat, die sich auf die Bühne stellen und einfach erzählen. Rund 600 Besucher im ausverkauften Unterföhringer Bürgerhaus waren hingerissen.

Gerhard Polt ist seit Jahrzehnten ein Phänomen. Er kommt auf die Bühne und redet mit den Leuten wie zwei gute Freunde, die sich am Eingang des Supermarktes treffen. Polt erzählt, wie die Kreisräte und die Partnergemeinde zu Besuch waren.

Vom Enkel Geofrei der oder "Bubi"

 Die Lacher versteckt er gern im Nebensatz: etwa vom verhinderten Bürgermeister der italienischen Partnergemeinde, „der aber ein Grußwort aus der Untersuchungshaft geschrieben hat“.



 Oder den anwesenden Vereinen: „die Fußballer, die Handballer, die Hysterischen und die Gebirgsschützen“. Seit Jahrzehnten lachen die Menschen, bis die Tränen kommen, wenn dieser Polt einfach aus dem Leben plaudert. Er erzählt, dass er seinen Enkel Bubi nennt, „weil er eigentlich Geofrei heißt. Aber da kann er nichts dafür.“ Und er spottet gerne über Trends wie bei den modischen Krankheiten: „Früher hatten wir Scharlach oder Mumps, heute sind wir intolerant. Oder wir haben die Krankheit, die so ähnlich wie ADAC heißt.“ In lauterer Tonlage erzählt er, dass jedes Kind ein Wunderkind ist, „selbst wenn es dann nach der Schule verhungert“. Gerhard Polt ist aber auch ein politischer Kabarettist, der sich einiges traut. So erklärt er Meinungsfreiheit anhand „von denen in Berlin, die keine eigene Meinung haben, das aber durchsetzen“.  Und auch die Welt hätte es leichter gehabt, „wenn wir Deutschen den Ersten Weltkrieg nicht verloren hätten. Dann hätte es den Zweiten nicht mehr gebraucht.“ 

Mit 73 Jahren nicht mehr so oft auf der Bühne

Das Urgestein der bayerischen Kabarett-Szene hat seine ganz eigene Art, Kriege ins Lächerliche zu ziehen. Bei seinem ersten Gastspiel im Unterföhringer Bürgerhaus hatte Gerhard Polt mit dem ortsansässigen Thomas Geier einen besonderen Gast. Der spielte einst im Kinofilm „Man spricht Deutsh“ den verwöhnten, dicklichen Sohn einer Familie aus Ampermoching, die alle Klischees der deutschen Pauschaltouristen in Italien umsetzen. Dem unvergesslichen Abend gingen lange Bemühungen des Kulturreferats voraus, weil der mittlerweile 73-jährige Polt nicht mehr so oft auf der Bühne stehen möchte.

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