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Gegen diese Ferienwohnung mit Souterrain-Terrasse klagt die Nachbarin.

Gerichtstermin in Dürrnhaar

Nachbars-Klage abgeschmettert

Drei Klagepunkte, alle drei abgeschmettert: Eine Frau aus Dürrnhaar ist vor Gericht gescheitert. Ihr passte so einiges nicht, was ihr Nachbar gemacht hatte.

Dürrnhaar – Am südlichen Ortsrand vom Ayinger Ortsteil Dürrnhaar schwelt schon länger ein Nachbarschaftsstreit. Das Corpus delicti: ein angeblich zu hoch gebautes Haus mit integrierter Ferienwohnung und nicht eingehaltenen Abstandsflächen. Dagegen klagte die Nachbarin – und scheiterte, nachdem das Verwaltungsgericht München um Richterin Cornelia Dürig-Friedl sich vor Ort ein Bild gemacht hatte.

Der erste Punkt war schnell erledigt. Dass das Haus zu hoch sei, stimme nicht, berichteten die Vertreter des Landratsamts beim Ortstermin. Man habe die Giebelhöhe längst nachgemessen, es sei alles in Ordnung. Überdies hat die Klägerin die Baugenehmigung aus dem Jahr 2013 unterschrieben. Dürig-Friedl: „Wer unterschreibt, ist draußen.“

Punkt zwei der Klage: Die Abstandsflächen seien nicht eingehalten. Konkret ging es um die 2016 erteilte Änderungsgenehmigung für eine Abgrabung hin zu den Räumen im Untergeschoss. Das Gericht protokollierte eine „unterirdische Terrasse“ mit „gestufter Gabionenstützwand“. Allerdings: Die Vertiefung schließt ebenerdig mit dem Rasen ab. „Für Abstandsflächen ist nur relevant, was herausragt“, erläuterte die Richterin. In diesem Fall: nichts.

Am Rande kam dann heraus, dass die Klägerin das Nachbargrundstück „mitbenutzt“: Ein Schuppen mitsamt Gartendusche ragen bis zu 120 Zentimeter über ihre Grundstücksgrenze hinaus. Von einem „Überbau“ sprach die Richterin und fragte, ob der – aktuell juristisch angegriffene – Nachbar schon eine sogenannte Grenzauseinandersetzung in die Wege geleitet habe. Nein, erwiderte dieser; ihm ist offenbar weniger an juristischen Scharmützeln gelegen.

Blieb als dritter und letzter Punkt die Nutzung des Untergeschosses als Ferienwohnung. Ob dies unzumutbar und rücksichtslos sei, wie von der Klägerin – die sich von ihrem Anwalt vertreten ließ – behauptet? Auch hier kam das Verwaltungsgericht zu einer anderen Ansicht. Zwischen einem kleinen Gewerbebetrieb und einem Beherbergungsbetrieb gebe es eine fließende Abgrenzung, sagte Dürig-Friedl. Aber in einem allgemeinen Wohngebiet wie hier ist beides erlaubt.“ Ein vom Anwalt der Klägerin zitiertes Urteil des Verwaltungsgerichts Lüneburg nannte die Richterin im aktuellen Kontext „etwas weltfremd“.

In Lüneburg ging es darum, eine komplette Ferienhaus-Siedlung ausschließlich in einem Sondergebiet zuzulassen; für Dürrnhaar, wo sich der Streit um eine einzige Ferienwohnung drehte, passe dies nicht.

Die Aussichtslosigkeit der Klage deutete sich längst an, der Anwalt telefonierte trotzdem minutenlang mit der Klägerin – und sagte dann: „Meine Mandantin will eine Entscheidung.“ Die bekam sie nun in Form des kostenpflichtigen Urteils: Klage in allen Punkten abgewiesen.

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